Nach der Flucht aus Eritrea

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V.l.n.r.: Annette Kolski (WIPA Essen), Kibret Rosa, Nazan Kizilkaya (Agentur für Arbeit Essen). Foto: WIPA

Kibret Rosa macht eine Kombinationsmaßnahme bei der WIPA

Im Mai lernte Nazan Kizilkaya, Arbeitsvermittlerin der Arbeitsagentur Essen im Integration Point, eine junge Frau aus Afrika kennen: Kibret Rosa kam 2015 nach Deutschland und lebt seitdem - mit vielen anderen geflüchteten Frauen - in einem ehemaligen Hotelgebäude.
Geboren wurde Kibret Rosa vor 22 Jahren in Eritrea. Ohne ihre Familie machte sie sich alleine auf den Weg in Richtung Europa, um Terror, Gewalt und religiöser Verfolgung zu entkommen. Die Christin musste dabei viele Hürden überwinden. Ohne finanzielle Mittel und seelische Unterstützung reiste sie zu Fuß, mit dem Auto oder auch mit dem Bus durch den Sudan und Libyen. Dort hielt sie sich mit Gelegenheitsjobs über Wasser. Eine Familie, die sie unterwegs kennenlernte, nahm sie schließlich mit auf ein Boot in Richtung Europa. Sie verbrachten drei Tage auf dem Mittelmeer, bis sie schließlich in Italien ankamen. Mit dem Bus ging es weiter nach Deutschland und schließlich nach Essen.
„Als ich Kibret Rosa kennen lernte, konnte sie bereits etwas Deutsch sprechen, da sie an einem Einstiegssprachkurs von der Arbeitsagentur teilgenommen hatte. Dennoch merkte ich direkt, dass sie weitergehende Unterstützung benötigt. Deshalb hat sie ab Mai für drei Monate an dem Förderzentrum für Flüchtlinge beim BBZ Altenkirchen teilgenommen“, erläutert Nazan Kizilkaya.
Dort erhielt die junge Frau weitere Sprachkenntnisse, konnte aber auch erstmalig in einer Berufserprobung praktische Erfahrung in der Gastronomie sammeln. Zudem wurden dort erste Computerkenntnisse vermittelt.
„Nach den drei Monaten hatte ich dann die Möglichkeit, die junge Frau mit unserer neuen Kombinationsmaßnahme KompAS weitergehend zu unterstützen. Für ein Praktikum oder eine Ausbildung reichten die Sprachkenntnisse einfach noch nicht aus“, weiß die erfahrene Arbeitsvermittlerin zu berichten.
Seit dem 15. August geht Kibret Rosa nun jeden Tag mit 24 anderen Teilnehmerinnen und Teilnehmern zum Essener Bildungsträger WIPA. Vormittags findet der Sprachunterricht statt und nachmittags werden verschiedene berufsfachliche Inhalte vermittelt (Bewerbungsschreiben, Computerkenntnisse, Anerkennung von Bildungsabschlüssen etc.).

Kompetenzfeststellung und Spracherwerb


„Die Mischung macht’s“, betont die Projektleiterin der WIPA, Annette Kolski. „Neben dem Sprachkurs und der weiteren Wissensvermittlung findet auch eine Berufserprobung statt. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer können zwischen verschiedenen Berufsbereichen wie zum Beispiel Büro und Handel, Frisörhandwerk, sozial-pflegerische Berufe oder dem handwerklichen und kreativen Bereich wählen.“
Des Weiteren werden in dem Projekt Computerkenntnisse vertieft, die Stellensuche im Internet und die dazugehörigen Jobbörsen vorgestellt, die Bewerbungsunterlagen erstellt und gegebenenfalls die erreichten Bildungsabschlüsse aus dem Heimatland anerkannt.
„Uns ist wichtig, dass sich unsere Teilnehmer/innen wohl fühlen und nach den sechs Monaten etwas mitnehmen, dass sie in ihrem neuen Leben in Deutschland weiter bringt. Bei Kibret Rosa kann ich mir gut vorstellen, dass sie nach der Maßnahme in eine Ausbildung im Küchenbereich starten kann. Sie ist sehr motiviert und übt fleißig Deutsch – ich würde es ihr sehr wünschen“, so Annette Kolski.
Soweit ist die 22-Jährige zwar noch nicht, aber der Gedanke an sich zaubert ein Lächeln in ihr Gesicht: „Ich freue mich, hier zu sein, das ist eine tolle Chance. Ich bekomme so viel Hilfe und bin sehr dankbar.“

Über die Aktion


In der Maßnahme KompAS nehmen aktuell 25 geflüchtete Menschen teil. Die Agentur für Arbeit Essen und das JobCenter Essen haben die Möglichkeit, dieses Projekt für ihre Kundinnen und Kunden zu nutzen. Die Teilnehmer/innen stammen aus Syrien, dem Irak und Iran sowie aus Eritrea und Somalia. Innerhalb von sechs Monaten sollen die geflüchteten Menschen für den Arbeitsmarkt fit gemacht werden. Dabei ist die Kombination aus Sprache und berufspraktischen Inhalten besonders wichtig.
Die Mitarbeiter aus dem Essener Integration Point am Berliner Platz 10 informieren in einem ersten Beratungsgespräch gerne zu allen Unterstützungsangeboten der Arbeitsagentur bzw. des JobCenters Essen.
www.essen.de/leben/fluechtlinge_1/integration_point.de.html
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