Ran an den Rollator

Mehr Fitness für Senioren: So helfen Westlotto und der Landessportbund älteren Menschen dabei, mobil zu bleiben. Einem intensiven Training mit dem Rollator sei Dank.

Luise Flesch ist 92 Jahre alt, topfit im Kopf und rüstig auf den Beinen. Genauso verhält es sich mit Ursula Gergs (79), die sich erinnert, in ihrer Jugend zusammen mit den Jungs Fußball gespielt zu haben. Und auch Hildegard Kleintz ist mit ihren 89 Jahren noch frisch unterwegs. Allerdings brauchen die Damen, die im Haus der Evangelischen Altenhilfe in Duisburg ihren Lebensabend verbringen, einen Rollator, um in der Senioreneinrichtung und der näheren Umgebung selbstständig unterwegs sein zu können.

Das ist oft einfacher gesagt als getan. Bürgersteigkanten, Treppen und andere Hindernisse machen den Senioren das Leben schwer. Gut, dass Hans-Gerd Barthel, Pensionär und ehrenamtlicher Übungsleiter des MSV Duisburg, einmal in der Woche ins Heim kommt, um die älteren Menschen im Umgang mit dem Rollator zu trainieren. Wie überwinde ich eine Bordsteinkante, wie schaffe ich die Treppe mit meinem Rolli? Fragen, auf die Barthel eine Antwort weiß. Auch Gleichgewichtsschulungen und Sturzprävention stehen auf dem Trainingsplan. Dabei müssen Senioren beispielsweise auf einem Fuß stehend balancieren oder in Trippelschritten eine gerade Linie ablaufen.

„Alte Menschen brauchen Herausforderungen. Wir müssen sie an ihre Grenzen bringen. Das Erfolgserlebnis ist ein Stück Lebensqualität“, weiß Barthel, der auch am Rollator-Walking des Stadtsportbunds Duisburg mitgearbeitet hat. Mit dem Programm „Raus aus dem Sessel – ran an den Rollator“ wurde ein neues Bewegungsangebot geschaffen. Das fängt mit der Höheneinstellung des Rollators an. Es gibt Tipps für das Schuhwerk und die Körperhaltung am Hilfsgerät. Dieses und andere Programme hat der Landessportbund (LSB NRW) entwickelt und motiviert Vereine, das Angebot unter dem Motto „Bewegt älter werden in NRW“ umzusetzen.

„Über fünf Millionen Mitglieder zählen die Vereine in NRW. Gut 800 000 davon sind 60 Jahre und älter“, sagt Anke Borhof vom LSB, und ihre Kollegin Gudrun Neumann ergänzt: „Immer mehr alte Menschen kommen zu uns. Denn während junge Leute seltener den Weg in den Verein finden, stellt uns der demografische Wandel vor neue Aufgaben. ‚Bewegt älter werden‘ gibt die Antwort.“ Tatsächlich bietet der LSB über 100 Sportmöglichkeiten. Lauf- und Ballsportarten, Aquafitness, Turnen und eben die Rollator-Gymnastik. Da sich oft zertifizierte Trainer beispielsweise um Senioren kümmern, werden Kosten teilweise von den Krankenkassen mitfinanziert.
„Alter ist kein Schicksal“, sagt Tom Giesbert von der Evangelischen Altenhilfe und verweist auf das Sportangebot in seinem Haus. Das Problem: mit dem eigenen Pflegepersonal sind die Angebote nicht umzusetzen. Man ist auf Freiwillige angewiesen.
Muskeln lassen sich in jedem Alter trainieren. „Anfangs macht es Mühe, dann Spaß. Das möchten wir nicht missen. Aus gesundheitlichen und gesellschaftlichen Gründen“, sind sich die Damen in der Duisburger Altenhilfe sicher.



Glücksspiel-Millionen für die Aktion „Bewegt älter werden“

23,5 Milliarden Euro hat Westlotto seit 1955 für die Förderung von sozialen Projekten, Sport und Kultur in NRW zur Verfügung gestellt.40 Prozent flossen in den Sport, 30 Prozent in die Wohlfahrt, 17 Prozent in die Kultur, 7 Prozent in den Natur- und 6 Prozent in den Denkmalschutz. Vom Fußballtraining der E-Jugend bis zum Rollator-Training: Für Millionen Menschen in NRW gehören sportliche Aktivitäten zum Alltag. Ein großer Teil der Sportangebote im Land wäre ohne die Förderung durch Mittel aus dem staatlichen Glücksspiel kaum denkbar. Von den jährlich mehr als 600 Millionen Euro, die aus den Spielerträgen von Westlotto an das Land NRW überwiesen werden, fließen rund 150 Millionen in den Sport. Dies kommt insbesondere dem Breiten-, Amateur-, Behinderten- und Seniorensport zugute. Zusätzlich zu den Abgaben beteiligt sich Westlotto am „Bündnis für den Sport“, der vom Land NRW gemeinsam mit dem Landessportbund NRW ins Leben gerufen wurde. Ein Schwerpunkt: „Bewegt älter werden.“
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