Die fünf Säulen des Kunstwerdens... BLICKБЛИК-Ausstellung in „kunstwerden“

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Acht Folkwangstudenten stellen zurzeit bei „kunstwerden“ aus.

Eins kann man den Menschen von „kunstwerden“ nun wirklich nicht vorwerfen: Langweiliger Museumsbetrieb ist hier nicht.
Immer wieder stoßen die Macher frische, auch mal gewagte Projekte an - eventuell vom voreingenommenen Besucher mit dem unheilvollen Attribut „gewöhnungsbedürftig“ versehen.

Eine Retrospektive? Große Kunst? 85-jährige Künstlerin mit großer Bandbreite, einem unglaublich reichen Werk und heute noch unermüdlichem Schaffen? Die Ausstellung von Ursula Hirsch war ein großer Erfolg.

Kontrapunkt

Da packen wir doch mal einen Kontrapunkt ins Programm! Junge Künstler bieten eine ganz andere Art einer Ausstellung, sperrig, Marcel Reich-Ranicki hätte sicherlich „schwääre Kost“ attestiert.
BLICKБЛИК zeigt Arbeiten von acht Fotografie-Studierenden der Folkwang Universität der Künste. Es stellen zusammen aus: Jakob Forster, Ludwig Kuffer, Simon Mielke, Lukas Langguth, Susanne Mierzwiak, Cornelius Mücke, Elizaveta Podgornaia und Anna Westphal.

Der Titel verweist auf den ersten Teil der Ausstellung, die bereits im September 2014 in Sankt Petersburg im Parallelprogramm der Kunstbiennale Manifesta gezeigt wurde. BLICKБЛИК (sprich: Blickblick) spielt mit der gleichen Aussprache von zwei Worten. Sowohl auf Russisch als auch auf Deutsch beziehen sich beide Begriffe auf zentrale Aspekte der Fotografie (БЛИК = Lichtreflex).
Während in Russland der Umgang mit einem fremden Ort und die Gegenüberstellung unterschiedlicher fotografischer Ansätze im Vordergrund stand, führt der zweite Teil in Werden diese unterschiedlichen Ansätze zu einer Gruppenarbeit zusammen.
Das Konzept der Gruppenarbeit basiert auf dem Prinzip einer kollektiven Collage. Ähnlich einer Zeichnung, die durch mehrere Hände wandert und mit jedem Schritt erweitert wird, entstanden Arbeiten in gemeinsamer Autorschaft.
Als Ausgangspunkte dienten hierbei acht persönlich ausgewählte Gegenstände, die in einer zufallsbestimmten Reihenfolge von jedem Einzelnen bearbeitet und somit in eine finale Form transformiert werden.

Spielerische Gruppenarbeit

In einem spielerischen Umgang wurde jeder Studierende mit der Sichtweise des anderen konfrontiert und herausgefordert.
Gebunden als Reader gibt es einen Ausstellungsführer, die Künstler sind auskunftsfreudig, es gibt sicherlich etliche Rückfragen: Was sollen der schwarze Kubus, die blaue Wand? Was hat es mit den "fünf Säulen des Kunstwerdens" auf sich? Nabokov, eingepackt in Gips? Was ist das auf dem Kopfhörer? Philosophie?
Muss man sich drauf einlassen, es ist spannend, man sollte es nicht verpassen.

Der Eintritt ist frei, die Öffnungszeiten sind freitags von 20 bis 0 Uhr, sonntags von 15 bis 18 Uhr und nach Vereinbarung. Die Ausstellung läuft bis zum 8. Juni, dann gibt es eine Finissage, die vielleicht einiges erklärt.
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