Ein Fest der Musik

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Bei der Fête de la Musique gab es richtig was auf die Ohren. Foto: Bangert
 
Markus Boegershausen sorgte für Musikgenuss am Ludgerusbrunnen. Foto: Bangert

Auch bei der zehnten Fête de la Musique gibt es in Werden was auf die Ohren

Ein Eis, die Füße im kalten Brunnenwasser. Wo man auch hinhört in der Werdener City, aus allen Gassen erschallt Musik. So lässt sich der Sommer genießen.

Jack Lang, in den 80ern Kulturminister Frankreichs, machte sich stark für die Idee, gleichzeitig simpel und bestechend: Jeder kann mitmachen, egal ob Amateur oder Profi. Musikalische Vielfalt wird gefeiert, absolut offen für alle Stilrichtungen. Dieses charmante Musikfest hegt keine Gewinnabsichten, alle Musiker verzichten auf ein Honorar. Der Gedanke des „Umsonst und draußen“ kommt einem bekannt vor. So ist es kaum verwunderlich, dass auch Gerd Dubiel im Publikum zu treffen ist. Als Initiator des Pfingst Open Airs im Strandbad Löwental hat er sich von Anfang an um das Gelingen des Festivals gekümmert: 2016 war aber sein letztes Open Air, der Mann ist im verdienten Ruhestand.

Reiche Kulturszene

Die Fête de la Musique findet jedes Jahr am 21. Juni, dem kalendarischen Sommeranfang, statt. Weltweit in rund 540 Städten, in Deutschland beteiligen sich mittlerweile mehr als 50 Städte an dem Fest. Essen ist nun bereits zum zehnten Mal mit von der musikalischen Partie. Wem gebührt das Privileg, die Fête de la Musique auszutragen? Natürlich Essens ältestem und musischstem Teil. Das Abteistädtchen Werden mit seiner Folkwang-Uni, seiner reichen Kulturszene. Wer würde dies ernsthaft bezweifeln? Schon gar nicht Protagonisten wie Agnes Wallek, langjährige Geschäftsführerin des „Kulturtempels“ Bürgermeisterhaus. Oder ihr Nachfolger Carsten Linck. Beide eilen geschäftig umher, verteilen Programmzettel. Diejenigen, die sich den Flyer durchgelesen haben, erkennt man leicht am verblüfft-offenstehenden Mund. Denn was gibt es nicht alles zu erleben in der Altstadt, es gibt richtig was auf die Ohren. In Werden quillt Musik förmlich aus der Ritze. Am Ludgerusbrunnen zum Beispiel. Aus den Boxen krachen aktuelle Hits, von Kindermund geschmettert. Eine große Zuhörerschar lauscht.

Mit Engelsgeduld

Agnes Wallek lobt „den Markus“. Wie sich Markus Boegershausen einsetzt, findet sie vorbildlich: „Man kann ihn immer anrufen, er kommt zu jeder Tag und Nachtzeit, selbst am Wochenende.“ Mit Engelsgeduld kümmert er sich um jeden seiner verständlicherweise aufgeregten Schützlinge, beruhigt, sortiert, sorgt für Konzentration. Hier tritt er nacheinander mit der Band des Jugendzentrums, der Big Band Ludgerus-Schule und später noch mit der Band der Hecker-Schule auf. Es wird laut, sehr laut. Bekannte Songs aktueller Künstler, vieles deutschsprachig, das hilft den jungen Sängern. Bei „Chöre“ mischen gleich fünf Schlagzeuge gleichzeitig mit. Lis Vincenz leitet die Ludgerus-Schule und hat großen Spaß an der Band-AG: „Da die direkt neben meinem Büro probt, bekomme ich alles live mit.“ Am 7. Juli sind nachmittags die kleinen Musikusse wieder zu hören, beim Konzert der Schulband.

Anregungen für 2018

Thomas Hanz präsentiert in der Grafenstraße das große Können seiner Gitarrenklasse der Folkwang-Musikschule. Es ist heiß, improvisierte Sitzgelegenheiten werden in den Schatten gerückt. Hanz greift selbst zur Gitarre, sein Stück „Luna y mar“ passt zum mediterranen Flair. Noch ruhigere Klänge haben auch ihren Raum. In der Seniorenwohnanlage Stiftung St. Ludgeri tritt das Ensemble der Veeh-Harfen unter der Leitung von Gabriele Hellwig auf, mit bekannten Melodien. Die Senioren singen textsicher mit: „Hoch auf dem gelben Wagen.“ Im Ludgeri Altenheim begeistern Folkwang-Studenten mit Klaviermusik. In der Luciuskirche singt der Chor Cantaré vom Volkslied über Klassik bis zum Madrigal. Im Bürgermeisterhaus bietet das Knörr-Spruch-Duo „…all that jazz songs“. Dann klingt dieser musikalische Tag stilecht mit modernen französischen Chansons gut gelaunt aus. Anregungen für 2018? Wo könnte die Fête de la Musique noch gastieren? Vielleicht ein Platzkonzert bei den Skulpturen „Herold“ und „Musica“? Würde sich doch anbieten, oder? Agnes Wallek verspricht, den Gedanken aufzunehmen: „Dann bräuchten wir aber einen Hornisten. Wenn schon, dann richtig.“ Wir sind gespannt…
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