Idylle am Gartenhaus Dingerkus in Werden

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Die Mitglieder des Freundeskreises gaben gerne Auskunft über das Gartenhaus.
 
Die erste Etages des Gartens lädt zum Verweilen ein.
Zum Tag des offenen Denkmals wurden erneut die Türen geöffnet

Wenn das Gartenhaus in Werden seine Türen öffnet, begegnet dem Besucher ein Idyll aus längst vergangener Zeit. Zum Tag des offenen Tag des Denkmals begrüßten die Freunde und Förderer des Gartenhauses Dingerkus natürlich auch dieses Jahr wieder gerne etliche Gäste.

Erst im Jahr 2010 gründete sich der Verein, um die Geschichte und natürlich auch die Existenz des historische Gartenhauses zu erhalten. Rolf Sachtleben erinnert sich. „Damals war das Haus komplett mit Efeu überwuchert und ich wurde gefragt, 'wollen Sie das Haus nicht aus dem Dornröschenschlaf erwecken?'“. Das Gartenhaus Dingerkus, benannt nach dem Juristen und Kanzleidirektor Johann Everhard Dingerkus, wurde 1792 fertig gestellt im Stil des Spätbarocken, so erläutert es Eugen Schneider aus dem Beirat des Freundeskreis Gartenhaus Dingerkus. „Bei Adligen hat man es ja öfter gefunden, dass sie sich ein Gartenhaus errichtet haben, aber von einem Privatmann, das ist eine absolute Seltenheit.“ Johann Everhard Dingerkus wohnte mit seiner Familie „im Himmel“, das noch heute erhaltene Haus an der Grafenstraße. Fußläufig konnte er sein Kleingartenod regelmäßig aufsuchen, das Grundstück bewirtschaften und hier die Ruhe und die Aussicht genießen. Das Zeugnis barocker Baukunst steht unter Denkmalschutz. Die Freunde des Gartenhauses haben schon in der Vergangenheit kleine Konzerte ausgerichtet. Dauerhaft soll hier ein Ort für Kunst und Kultur entstehen.
Es riecht nach frischer Farbe in den Räumen. „Das Gerüst wurde gerade abgebaut und der Anstrich fertig gestellt“, freut sich Schneider. Auch wird das Gartenhaus nun mit Strahlern beleuchtet.
Abgeschlossen sind die Restaurierungs- und Renovierungsarbeiten noch nicht. „Es müssen noch einige Arbeiten gemacht werden, die Inneneinrichtung muss noch erfolgen.“ Auch muss die Mauer zum Brandstorweg nach den erfolgten Bauarbeiten an der Straße zur Sicherheit abgestützt werden. „Sie hat sich stark gewölbt. Betonpfeiler sollen die Steine absichern.“
Viel Platz ist in dem zweistöckigen Gartenhaus in den etwa vier mal vier Meter großen Räumen nicht. „Die obere Etage war immer die 'belle etage', der untere Bereich wurde, ähnlich wie heute, als Hauswirtschaftsraum genutzt.“ Damals ging das Grundstück des Privatmannes bis zur Ruhr, von der oberen Etage hatten die Gäste einen freien Blick auf den Fluss und die Kohlenschiffe. Der große Garten wurde nicht nur als Erholungsoase genutzt, sondern auch bewirtschaftet. „Es war ein riesiger Schrebergarten. Hier wurden auch Obst und Gemüse zur Selbstversorgung angepflanzt.“ Und so findet sich in alten Briefen der Tochter Marie an ihren Vater, der eine Zeit lang in Wesel im Gefängnis einsitzen musste auch dokumentiert, dass die Familie auch von dem eigenen Anbau zeitweise lebte. Auch die Idylle des Gartens fand sich immer wieder in den Briefen. „Wir saßen wundervoll beisammen bei einem Schälgen Tee“, so die Tochter.
Das große Grundstück ist mittlerweile teilweise bebaut worden. Dennoch bleibt ein dreietagiger Gartenbereich, den die rund 90 Mitglieder des Freundeskreises nach und nach in Eigenregie herrichten. Auf der ersten Etage im gepflegten Grün lässt sich schon am Tag des Denkmals bei strahlendem Sonnenschein und selbst gebackenem Kuchen entspannen.
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