Jenny Jürgens - eine Tausendsassarin

Jenny Jürgens kann man zurzeit zweimal täglich sehen: nachmittags um 16.15 Uhr im ZDF in der Serie „Lena - Liebe meines Lebens“ und abends um 19.30 Uhr im Theater im Rathaus mit „Endstation Irgendwo“. Der STADTSPIEGEL traf sie zwischen Dreh und Bühnenauftritt.

Jenny Jürgens hockt ganz entspannt in ihrer Gaderobe im Rathaustheater, kuschelt mit einem Kissen und plaudert sympathisch spontan drauf los: „Ich bin gerne hier in diesem Theater. Man wird so herzlich und warm aufgenommen und alle kümmern sich um einen. Das ist ganz toll“, findet sie. „Und das Theater selbst ist intim und es herrscht eine wunderschöne Atmosphäre. Ich spiele wirklich gerne hier.“
Auch diesmal ist sie in einem Stück von René Heinersdorff in Essen. Der Regisseur und Autor besetzt Jenny Jürgens sehr gerne, hat ihr unter anderem auch die Rolle der Linda in „Endstation Irgendwo“ auf den Leib geschrieben. „Das freut mich sehr, dass er schon beim Schreiben an mich denkt, das ist eine Ehre für mich. Und als er mir erzählte, das alles auf einem Bahnhof spielt und es kalt ist mit Schnee und so, fand ich die Idee sofort so gut, dass ich zugesagt habe, ohne das Stück zu lesen.“
Und Heinersdorff hat genau ihren Geschmack getroffen: „Ich mag meine Rolle, ich darf so richtig schön motzig sein. Sonst werde ich ja oft als Liebchen besetzt, aber als Linda darf ich alle Launen ausspielen. Toll. Und dabei ist Linda nicht immer so, sie ist nur nervös und unsicher, weil sie ihren Vater kennenlernen wird.“
Die Verwechslungskomödie hat Schwung und tolle Dialoge, die beim Zuschauer sofort lautes Lachen auslösen. Die Reaktion des Publikums ist immer spürbar - anders als beim Fernsehen. „Na ja, beim Dreh sind auch immer zwischen 30 und 40 Menschen dabei, aber das kann ich total ausblenden. Eigentlich ist die Arbeit vor der Kamera entspannend für mich. Auf der Bühne muss immer alles perfekt sein, es darf kein Fehler passieren. Beim Fernsehen kann man die Szene noch einmal drehen.“
Die Doppelbelastung bis 16 Uhr in Köln zu drehen und dann abends in Essen auf der Bühne zu stehen, lässt sich auf Dauer natürlich nicht machen. „Aber als ich den Vertrag fürs Theater unterschrieben habe, hatte ich noch keine Zusage für Lena. Und eine solche Chance, sich jeden Tag auf dem Bildschirm präsentieren zu können und eine gute Gage dafür zu bekommen, lässt man sich nicht entgehen. Ein solcher Job ist ein echter Glücksgriff.“

Ab November kann sie sich dann voll und ganz auf ihre Fernsehrolle konzentrieren und muss die Texte dafür nicht mehr mitten in der Nacht lernen. „Das fällt mir auch schwer, ich bin ein Mensch, der genügend Schlaf braucht. Und manchmal muss man schon in aller Hergottsfrüh am Set sein.“
Vielleicht hat sie dann bald auch wieder Zeit, sich um andere Projekte zu kümmern. Jenny Jürgens ist eine echte Tausendsassarin. Beispielsweise hat sie vor wenigen Wochen ihr erstes Kinderbuch veröffentlicht. „Tini Traum heißt das Buch“, verrät sie. „Ich hab es zusammen mit dem Schriftsteller Rolf Bönnen geschrieben. Es geht um ein Mädchen, das in seiner eigenen Traumwelt lebt und es gibt dort viele zauberhafte Geschichten“, erzählt sie mit strahlenden Augen. Das Buch war nicht ihre Idee, aber sie war sofort bereit mitzumachen. „Ich kann sehr kindlich sein und das liebe ich auch“, ist ihr Motor solche Geschichten zu Papier zu bringen.
Doch ihr Herz schlägt nicht nur für Kinder, sondern auch für alte Menschen. Deshalb hat Jenny Jürgens vor einem Jahr mit dem DRK die Initiative „Herzwerk“ gegründet und hilft so alten und bedürftigen Menschen. Zum einen mit materiellen Dingen, zum anderen aber auch, um sie aus der Einsamkeit zu befreien. „Bisher gibt es uns nur in Düsseldorf, aber da ist es richtig gut angelaufen. Wir haben viele Spenden gesammelt und können wirklich etwas tun“, freut sie sich.
Und dabei ist sie es, die so vielen Freude bereitet: Ihren Fans, wenn sie sie auf der Bühne sehen, den Kindern beim Lesen der Geschichten und den Alten durch ihr Bemühen.
Wer Jenny Jürgens nicht nur im Fernsehen, sondern live sehen will, hat noch bis zum 28. Oktober und vom 3. bis 7. November im Theater im Rathaus Gelegenheit dazu. Karten für „Endstation Irgendwo“ können unter der Rufnummer 0201 / 2455555 reserviert werden.
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2 Kommentare zum Beitrag
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Michael Hoch aus Essen-Süd am 19.10.2010 um 20:12 Uhr  
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Silke Heidenblut aus Essen-Kettwig am 20.10.2010 um 10:33 Uhr  
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