Kunst und Mode

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Miriam Giessler bei ihrer Performance in "kunstwerden". Foto: Bangert
 

Eröffnung mit Performance der Ausstellung „Art goes fashion“ bei kunstwerden


Das Publikum, erwartungsfroh, drängelte sich in der Mitte des Raumes von „kunstwerden“, drum herum verlief ein roter Teppich, Künstlerin Miriam Giessler hatte eine Eröffnungs-Performance entworfen, in der sie und sieben weitere Protagonisten vom Team Yoganova wie in einer Modenschau über den „Laufsteg“ schritten.

In der Ausstellung geht es um die Präsentation selbst entworfener Kleidung und künstlerisch gestalteter Flächen, die miteinander in Zusammenhang treten, sei es farblich, strukturell oder inhaltlich. Verbergen und Verhüllen im Dialog mit Selbstdarstellung, Rhythmus und Bewegung, Statik und Präsenz, Licht, Form, Farbe, Struktur - das alles fließt hier ineinander und eröffnet der Imagination neue Felder und Räume.

Samt und Seide

Zur Einführung sprach Dr. Anna Zika: „Es ist bekannt, das Kunst der wahrnehmbaren Wirklichkeit weit voraus eilt. Das Gleiche gilt für die Mode, jede Saison bringt Neues.“ Die zumeist männlichen Philosophen sahen Mode stets als verschwenderisch, eitel. Mit Samt und Seide herausgeputzt, Spitze und Stickereien. Sie war zum Beispiel am Hof bei prächtigen Bällen ein Teil der komplexen Bewegungsabläufe, ließ Rückschlüsse auf Status und Reichtum ihrer Träger zu, ihre soziale Rolle war lesbar. Erst spät wurde das Potenzial von Mode erkannt, im 21. Jahrhundert hat es die Mode „geschafft“: Der Spannungsbogen von Uniformität bis zur Individualität spiegelt das Schöne, Veränderliche, Vergängliche.

Mode von Dalí

Kunst und Mode sind unterschiedliche Systeme, fanden aber immer wieder neue Verbindungen. Die mit leuchtfarbigen Kreisen bedruckten Kleider und Badeanzüge der Ukrainerin Sonia Delaunay gestatteten den Frauen endlich Bewegungsfreiheit. Christian Dior, der nach dem Zweiten Weltkrieg mit seinem „New Look“ überraschte, war ursprünglich Kunsthändler. Die Modeschöpferin Elsa Schiaparelli arbeitete mit dem Surrealisten Salvador Dalí zusammen, es entstanden Anzüge mit Taschen in Lippenform, das berühmte Lobster-Kleid für die skandalöse Wallis Simpson oder der berüchtigte Schuh-Hut. Wer heute sagt: „Mode ist tot“, der unterliegt einem Irrglauben. Mode erneuert sich in Zusammenarbeit mit Kunst.

Fantasievolle Kostüme

Miriam Giessler und ihre Mitstreiter trugen fantasievolle Kostüme in kräftigen Farben, raffinierten Schnitten, oft mit einem Augenzwinkern auf die „Wohnkleidung“ der 70er verweisend. Erst jetzt wurde das Konzept dieser ungewöhnlichen Bilderhängung deutlich: Zu jeder der großformatigen Leinwände gesellte sich das passende Kleidungsstück. Die Tänzer hatten ihre Kostüme abgelegt, auf den Kleiderbügel gehängt. Nun waren sie uniform in schwarz gewandet, konnten sich so „unbemerkt“ unter die Gäste mischen, die dieser ungewöhnlichen Modenschau kräftigen Beifall spendeten.

Bis zum 27. Mai

Die Ausstellung „art goes fashion“ ist in den Räumen von „kunstwerden“, im TOR 2, Ruhrtalstraße 19, freitags von 20 bis 24 Uhr und sonntags von 15 bis 18 Uhr zu sehen, die Finissage mit Miriam Giessler findet am Freitag, 27. Mai, ab 20 Uhr statt.
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