Schatten der Avantgarde: Das Museum Folkwang Essen stellt das Programm für 2015 vor

Anzeige
Otobong Nkanga. (Foto: Debus-Gohl)
 
Sie freuen sich auf die neue große Ausstellung im Haus. Von links: Dr. Falk Wolf und Professor Kasper König als Kuratoren der Ausstellung „Der Schatten der Avantgarde“ sowie Dr. Tobia Bezzola, Direktor des Museum Folkwang. (Foto: Debus-Gohl)
Essen: Museum Folkwang |

Fotografie, klassische Moderne und Autodidakten: Das Museum Folkwang stellt sein Jahresprogramm vor und lässt dabei auch noch einmal das vergangene Jahr Revue passieren.

„Im Jahr 2014 verzeichneten wir 250.000 Besucher und unter anderem auch Karl Lagerfeld hat uns ein anderes, junges Publikum ins Haus gebracht“, resümiert Folkwang Direktor Dr. Tobia Bezzola das Jahr 2015. Auch auf den Social Media Plattformen Facebook, Twitter und Co. sei das Museum präsent.
Die Abteilung Bildung und Vermittlung freut sich über 60.000 Besucher in über 4000 Veranstaltungen. Kurator Peter Daners will auch für 2015 die Bereiche „Lebenslanges Lernen“ und „Inklusion“ vorantreiben. So sollen bei den Kindern und Jugendlichen Regel- und Förderschulen zusammen Kunst erleben.
Gestartet ist das Museum Folkwang vor einer Woche mit „Tracing Confessions“ von Otobong Nkanga. Für dieses Fotoprojekt lichtete die Nigerianerin Museumsmitarbeiter mit ausgewählten Objekten an verborgenen Orten und Depots des Hauses ab.
Ab dem 6. Februar bis 19. April wird 25 Jahre nach dem Fall der Mauer ein Blick auf die Plakatkunst der DDR geworfen. „Anschläge von ‚drüben‘“, so lautet der Ausstellungstitel.

Rousseau und die vergessenen Meister


Zeitgleich werden Fotografien des Steinert Schülers Detlef Orlopp „Nur die Nähe - auch die Ferne“ gezeigt. Rund 150 Bilder dokumentieren Grenzgänge des Fotografen zwischen seiner Arbeit am Bild und der Faszination am morphologischen Reichtum der Erde.
Als „teuerste weibliche Künstlerin auf dem Kunstmarkt“, bezeichnet Tobia Bezzola die Künstlerin Joan Mitchell, „der Auktionsrekord gehört ihr!“ Vom 27. Februar bis 31. Mai sind ihre „Sketchbook Drawings“ zu sehen. Joan Mitchell stand in enger Beziehung zu Dichtern und Malern der New York School wie Jackson Pollock, Clyfford Still oder Mark Rothko. Ausgestellt werden 60 Pastelle und Faserstiftzeichnungen aus einer Privatsammlung - noch nie öffentlich gezeigt.
Die Ausstellung „Conflict, Time, photography“ vom 10. April bis 5. Juli stellt die unterschiedlichen Weisen der künstlerischen Verarbeitung von gewaltsamen Konflikten durch die Fotografie aus. Auch ein Sonderkapitel über Essen wird dabei sein.
Vom 18. April bis 1. Mai stehen dann „12 Monate / 12 Filme - Erkundungen im Raum“ auf dem Programm. Die Münchner Sammlung Goetz ist zu Gast im Museum Folkwang.
Als einer der einflussreichsten Fotografen des 20. Jahrhunderts wird Robert Frank gehandelt. Seine „Books & Films, 1947 - 2014“ sind Gegenstand einer Ausstellung, die vom 24. April bis 16. August zu sehen sein wird. Bis zu vier Meter lange Zeitungspapierbahnen, auf die Kontaktabzüge gedruckt werden, sollen direkt an die Wände geklebt werden.
Eine Bestandsaufnahme der aktuellen chinesischen Fotoszene bietet „CHINA 8 Works in Progress“ vom 15. Mai bis 13. September.
Den Jahresabschluss bildet vom 30. Oktober bis 31. Januar 2016 eine Ausstellung des grafischen Werkes des Amerikaners Jim Dine, der zu den wichtigsten Künstlern der Pop Art der 60er Jahre gehört. Die Retrospektive zum 80. Geburtstag des Künstlers zeigt 150 Werke unter dem Titel „About the Love of Printing“.
Als Höhepunkt des Jahres sieht Dr. Tobia Bezzola die Schau „Der Schatten der Avantgarde - Rousseau und die vergessenen Meister“, die am 2. Oktober startet. Kasper König und Falk Wolf kuratierten die Ausstellung, die Werke von Autodidakten zeigt, deren Kunst oft auch als „Naive“ oder „Outsider Kunst“ bezeichnet wird.
Die Kuratoren stellen die Werke von u.a. Henri Rousseau, André Bauchant, Séraphine Louis, Martín Ramírez oder Bill Traylor Schlüsselwerken moderner und zeitgenössischer Kunst von Honoré Daumier über Paul Gauguin und Pablo Picasso bis Blinky Palermo und Mike Kelley gegenüber.
„Wir wollen etwas zeigen, dass man kaum kennt, das aber eine dichte, unmittelbare Aussage hat. Der Besucher kommt auf seine Kosten, als wäre er im Louvre“, stellt Kasper König heraus und fügt hinzu: „Die gezeigten Künstler sind weder Avantgarde noch akademisch - sondern irgendwo dazwischen anzusiedeln.“
Um die 200 Werke werden bis zum 10. Januar 2016 zu sehen sein.
1
Einem Mitglied gefällt das:
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
1 Kommentar
94.039
Peter Gerber aus Menden (Sauerland) | 05.02.2015 | 12:23  
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.