Vortrag Geschichts- und Kulturverein Werden

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Karl der Große in seinem Dom
Mit herzlichem Applaus wurde Heinz-Josef Bresser begrüßt, als er am letzten Dienstag, von langer schwerer Krankheit genesen, die Besucher des Vortragsabends des Geschichts- und Kulturvereins in der Gymnasiums-Aula wieder selbst begrüßen konnte. Um Karl, den Großen, sollte es gehen, um seinen Dom. War da noch Neues zu erwarten? Im Jubiläumsjahr 2014, im 1200. Gedenkjahr seines Todes, gab es hervorragende Ausstellungen, die Medien waren voll vom ersten Europäer Karl, voll von Aachen als der Wiege Europas. Auch hatten viele Werdener im Sommer an einer Kulturfahrt nach Aachen teilgenommen. Und doch kann man Neues erwarten, wenn man nämlich einen ausgewiesenen Experten als Referenten gewinnen kann. Der frühere Essener Dombaumeister, Professor Dr. Heinz Dohmen hielt denn auch einen hochkarätigen Vortrag, der tatsächlich für viele Zuhörer zusätzliche interessante Informationen bot. Dohmen stellte zunächst die Baulichkeiten um die Pfalzkapelle, Kern des heutigen Doms, in Modellen und zeitgenössischen Abbildungen vor. Beim Bau seines Doms ließ Karl sich unter anderem von der schon 530 fertiggestellten St. Vitalis Kirche in Ravenna mit ihren typischen Octogon-Strukturen anregen. Karl starb am Morgen des 28. Januar 814 und wurde merkwürdigerweise noch am gleichen Tag beerdigt. Wo in der Pfalzkapelle seine Grablege war, ist über die Jahrhunderte in Vergessenheit geraten, desgleichen, ob er gleich im Proserpina-Sarkophag bestattet wurde. Kaiser Friedrich I. Barbarossa hatte bei seiner Suche noch keine Probleme. Er veranlaßte 1165 Karls Erhebung aus seinem irdenen Grab. Sein Enkel Friedrich, II. bettete ihn 1215 in einen inzwischen geschaffenen goldenen Schrein, der heute in der 1414 fertiggestellten Chorhalle des Doms bewundert werden kann. Die Suche nach dem ursprünglichen Beerdigungsort geht indessen weiter – eine nach wie vor spannende Geschichte für die Historiker. Interessant auch die vielen Verbindungen zwischen Karl und unserer Heimat Werden. Doch das wäre ein anderes Thema. Die zahlreich erschienenen Zuhörer dankten dem Referenten mit herzlichem Applaus für seine Ausführungen.
Siegfried Rhein
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