Der „Sonnenkönig“ strahlte! Werdener Sportsmann Fritz „Itze“ Selzener wurde 90 Jahre alt

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Der Jubilar Fritz Selzener (2. von rechts) stößt mit Rudi Höhner, Horst Giesen und Heinz Thiemann auf seinen Neunzigsten an.

Der TC Am Volkswald hatte eingeladen. Ehrengast war Clubmitglied Fritz „Itze“ Selzener, der nun stolze 90 Jahre alt wurde.

Bei der kleinen Feier mit seiner früheren Tennis- Mannschaft rund um Horst Giesen im Clubheim am Volkswald konnte Vorsitzender Heinz Thiemann die Glückwünsche des Vereins aussprechen, dem Jubilar und seiner Lieselotte, aus gesundheitlichen Gründen leider nicht dabei, noch viele gemeinsame Jahre wünschen.

Musikalisches Programm


Meinhard Brummack hatte ein historisch-musikalisches Programm zusammengestellt, was unter dem Motto „Dinner for the one and only“ stand. Lieder wie „Wochenend’ und Sonnenschein“, „La Paloma“ oder „Marmor, Stein und Eisen bricht“ wurden mit Gitarrenbegleitung von allen Anwesenden mit Inbrunst gesungen. Dazu gab es als weitere Überraschung ausgewählte Solostücke von Ernst-Hermann Brosch.
Am Dienstag, 4. August 1925, mitten in den Goldenen Zwanzigern, erblickte Fritz in Werden das Licht der Welt - musikalisch angesagt waren damals die Comedian Harmonists. Denen versaute Hitler die Karriere, dem Fritz Kindheit und Jugend.
Am Werdener Gymnasium absolvierte er das Notabitur, um dann bei der Marine helfen zu müssen, diesen unsinnigen Krieg doch noch zu gewinnen. Bei Kriegsende war „Itze“ erst 19 Jahre alt. Im deutschen Reich damals verboten: „Große Freiheit Nr. 7“, ein Film mit Hans Albers, uraufgeführt 1944 in Prag.
Den Krieg hat er überlebt, die See hat ihn nicht geholt, das Leben hielt für Fritz Selzener sogar das große Glück parat: die Metzgerstochter Lieselotte Grünscheidt aus der Forstmannstraße! Am 20. April 1949 wurde geheiratet, 2014 konnten die Turteltauben ihre Eiserne Hochzeit feiern.
Nach der Ausbildung zum Holzfachkaufmann wurde Selzener Prokurist der Firma Heichemer & Staab, einer Tochter von Raab Karcher.
Die höchst gelungenen Töchter Annegret und Sabine und die prächtigen Enkelsöhne Felix und Florian sind ganzer Stolz des Jubilars. Beide spielen heute beim SC Werden-Heidhausen - Fritz Selzener ist ihr größter Fan, fiebert mit und beschimpft auch ausgiebig die Trainer, wenn sie mal einen der Beiden draußen lassen.

Fritz und der Sport

Fritz Selzener und Sport, das gehörte zusammen und hat noch heute einen guten Klang. Fußball war es, der in den ersten Nachkriegsjahren schnell die Massen begeisterte. Fritz trat vor 80 Jahren dem TuS Heidhausen bei.
Das Jahr 1935 war geprägt von den verbrecherischen Nürnberger Rassegesetzen, dem Selbstmord Kurt Tucholskys. In Berlin gab es die ersten Fernsehapparate. Die „Meuterei auf der Bounty“ mit Clark Gable war bekanntester Film des Jahres. Der „Schalker Kreisel“ mit Szepan und Kuzorra verteidigte vor 70.000 Zuschauern im Müngersdorfer Stadion mit einem 6:4 über den VfB Stuttgart den Titel des deutschen Fußballmeisters.

Skandal

An der Hammer Straße stand sein Elternhaus, Vereinsgaststätte der Heidhauser Kicker. Doch plötzlich der Wechsel zu Werden 08. Die Gemeinde hatte ihren Skandal: „Jetzt setzt Werden 08 schon Frauen ein, um uns Spieler abzuwerben.“
Falsch ist, dass Lotti auf ihn angesetzt war, richtig allerdings, dass die Heirat den Wechsel beförderte.
Eine große Karriere als Spieler und später Vereinsvorsitzender nahm ihren Lauf. Den Zusammenschluss von Werden 08 und Werden 1912 zum ASV Werden und den Aufstieg in die Landesliga konnte Selzener mit Sachverstand und der ihm eigenen positiven Lebenseinstellung begleiten. „Sonnenkönig“ nennt man ihn noch heute voller Respekt. Nun sind Werden und Heidhausen vereint und spielen als SC Werden-Heidhausen. Mit seinem Wechsel damals war „Itze“ also seiner Zeit weit voraus.

Kolumbien, Venezuela und die Antillen

Die weiteste Sportreise führte den ASV Werden sogar bis nach Südamerika, 1977 wurden Spiele in Kolumbien, Venezuela und auf den Antillen ausgetragen. Organisiert hat Selzener gerne und gut, war durch Beruf und Sport ein unglaublich starker Netzwerker.
Immer der Region treu geblieben, ist der Tuchmachersteig seit bald 40 Jahren Heimat, auch das ein Zeichen der Treue zum schönen Werden an der Ruhr.

Nie zu spät

Für Tennis ist es nie zu spät. Mit über 50 Jahren nahm Fritz Selzener den Schläger in die Hand und wurde Mitglied im TC Am Volkswald, kehrte zurück nach Heidhausen. Schnell beherrschte er das Spiel und wurde ein wertvolles Mitglied in Mannschaft und Club. Noch mit 81 Jahren nahm der fitte Senior am Gastronomie-Cup teil. Stammtisch, Skat und Ehrenspielführer gehen immer noch gut.
Mit den Tenniskollegen ging es unzählige Male auf der Insel Mallorca. Seine Beziehungen halfen auch bei vielen Feiern und Veranstaltungen, so manche Tombola trug seine Handschrift. Am Ende hieß es oft: Dank Fritz Selzener „ein schöner Tag“!
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