Die Heckermädels glänzen

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Die Ludgerusschule holte sich den Pokal. Foto: Bangert
 
Das siebte Fußballturnier der Werdener Grundschulen war ein Renner. Foto: Bangert

Auch das siebte Fußballturnier der Werdener Grundschulen war ein Renner

Da steht er wie ein Fels in der Brandung. Der Lärm ist ohrenbetäubend, die Zuschauer auf den Rängen toben, die Kinder sind mit ihren Nerven am Ende. Doch Peter strahlt Ruhe und Zuversicht aus.

Der Trainer der Ludgerusschule blickt zufrieden, seine Jungs beeindrucken bei der Vorrunde des Fußballturniers der Werdener Grundschulen in der Halle im Löwental. Zwei Spiele, zwei Siege. Nun aber treffen sie auf das weiße Ballett, den Vertreter des Gastgebers. Die Heckerschule hat das Turnier „erfunden“, richtet seit dem ersten Aufeinandertreffen 2011 dieses sportliche Highlight des Werdener Schuljahres aus. Schulleiterin Susanne Heidersdorf begrüßt zum Auftakt die Fans in der pickepackevollen Halle, freut sich über das Erscheinen des Bezirksbürgermeisters Dr. Michael Bonmann, wünscht allen Kindern viel Glück.

Der Doktor hält die Fäden in der Hand

Fußball ist der Renner. Die Fußball-AG der Heckerschule, die ganz klein anfing, hat inzwischen sehr hohen Zuspruch. Schulchefin Heidersdorf strahlt: „Noch 2015 sollten wir ein Teilstandort der Fischlaker Schule werden. Davon ist längst keine Rede mehr, der Standort ist gesichert, unsere Schülerzahlen steigen stetig. Inzwischen haben wir schon vier Fußball-AGs! Für die Jüngeren und die Älteren, jeweils nach Geschlechtern getrennt.“ Denn das ist das Besondere an diesem Kickevent: Von Beginn an konzipierte der „Macher“ Dr. Thomas Albrecht zwei parallele Turniere, um Jungs und Mädchen die Chance zu geben, jeweils ihre Besten auszuspielen. Eine zündende Idee, die genau den Nerv traf. Das Ganze hat eine unfassbare Eigendynamik entwickelt, die Albrecht nicht mehr loslässt. Auch wenn Töchterlein Ann-Sophie inzwischen bereits im neunten Schuljahr ist, stellt sich der Doktor immer wieder zur Verfügung. Er hält die Fäden in der Hand, sein Zeitplan fluppt, er gibt nimmermüde Auskunft über Tabellenstände und Regelfragen. Nun ist es bereits sein siebtes Mal, die Stimmung von Jahr zu Jahr besser, vor allem noch lauter. Es geht immerhin um den begehrten Siegerpokal der Buchhandlungen Schmitz und Schmitz Junior. Damit das Ganze so richtig rund wird, bietet der Förderverein der Heckerschule kulinarische Genüsse, die zum Schlemmen verführen. Da Anfeuern sehr durstig macht, wird man auch hier bestens versorgt.

Zum siebten Mal in Folge

Das Team der Ludgerusschule hat kein Mitleid mit den Jungs von der Heckerschule. Dabei haben die forsch begonnen, möchten nach zwei Unentschieden nun mit einem Sieg den Einzug ins Finale festmachen. Doch Torwart Philip ist einfach nicht zu bezwingen. Was der Teufelskerl alles pariert… Die Heckerjungs beißen auf Granit, dann machen die Ludgeruskicker ernst und greifen ihrerseits an. Mit Erfolg, das Leder trudelt über die Linie. Es folgt das 2:0, dann zischt ein Weitschuss ins Netz. Nun brechen alle Dämme, noch ein viertes Gegentor muss der Gastgeber schlucken. Jetzt ist das Tor weit offen für die Konkurrenz, die es aber extrem spannend macht. Die Jacobsallee legt vor, ein Distanzschuss bringt die Führung, das 2:0 wird kunstvoll in die Ecke „gestreichelt“. Nach dem 1:2 durch einen Fischlaker Kopfball ist es wieder verdammt eng. Doch es reicht zum Finaleinzug. Bei den Mädchen zeichnet sich früh eine Endspielkonstellation ab. Weder die Fischlaker Amazonen noch ihre Nachbarinnen von der Heckerschule sind zu bremsen. Gegeneinander spielen sie remis, die anderen Partien werden souverän gewonnen. Also sieht frau sich im Finale wieder. Hier glänzen die Heckermädels in ihren weißen Shirts. Das 1:0, das 2:0, der Jubel ist groß. Der Ball klatscht vom Innenpfosten ins Tor, mit einem Weitschuss kommt Fischlaken wieder ein wenig heran, doch dann flutscht der Ball zum 4:1 durch die Beine der Torhüterin. Die Vorjahressiegerinnen konnten ihren Titel verteidigen, Trainer Sven feiert ausgelassen mit seinen Schützlingen. Sie haben etwas ganz Tolles geleistet, zum siebten Mal in Folge das Finale erreicht.


Die Null steht

Im Endspiel der Jungs steht hinten die Null. Auf beiden Seiten, denn der Keeper in Grün und sein Gegenüber in Orange sind Meister ihres Fachs. Torlos endet dieser Fußballkrimi, doch irgendwie muss der Sieger ermittelt werden. Dabei hatte der Coach kurz zuvor noch geunkt: „Alles, bloß kein Siebenmeterschießen…“ Es bleibt ihm nicht erspart. Hätte man sich aber denken können, denn bei der siebten Austragung fällt bei den Jungs zum sechsten Mal die Entscheidung vom Siebenmeterpunkt. Mit 3:1 behält die Ludgerusschule die Oberhand. Die Sieger rasten völlig aus, ihre Mädels stürmen von der Tribüne auf das Feld, um mitzufeiern. Während Coach Peter den Erfolg eher lässig annimmt. Man ist fast erinnert an den Kaiser: Beckenbauer, damals im Olympiastadion zu Rom. Auf der anderen Seite eilt Schulleiterin Petra Eickhoff herbei, um ihre Helden zu trösten. Sie haben Großes geleistet, das war nun halt Pech. Besonderen Trost benötigt der traurige Trainer Michael. Der vierte Sieg in Folge, das wäre es gewesen...

Dr. Albrecht sortiert seine Unterlagen, rechnet kurz nach und sagt dann mit großem Ernst: „2020 kommt unser zehntes Mal. Dann geht auch unser toller Hallenwart Mike Hautz in Rente. Das müssen wir dann größer aufziehen.“ Noch größer? Susanne Heidersdorf lacht: „Da sind wir auf jeden Fall mit von der Partie!“
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