Eine wunderbare Freundschaft

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Fantasievolles Schminken beim Spielmobil des Kinderschutzbundes an der Graf-Luckner-Höhe. Foto: Bangert
 
Najibulla Ahmadsadah ist Spielplatzpate an der Graf-Luckner-Höhe. Foto: privat

Sommerfest an der Graf-Luckner-Höhe: Spielplatzpate Najibulla Ahmadsadah gibt ein Beispiel


Die Mutter war Lehrerin, da liegt es nahe, dass ihr Sohn an die Kraft des Lernens glaubt. Seit er 1999 mit seiner Familie nach Deutschland floh, lautet sein Credo: „Es liegt in unserer Hand, dass wir mit Bildung alles schaffen.“ Er hat gelernt, ist integriert. Der ehemalige Flüchtling Najibulla Ahmadsadah ist angekommen.

Eine halbe Weltreise liegt hinter dem examinierten Gesundheits- und Altenpfleger. Seine Vita ist höchst international: Geboren im afghanischen Dschalalabad nahe der pakistanischen Grenze. Die Taliban zwangen die politisch sehr engagierte Familie zur Flucht. Seinen „Master of Sience“ erwarb Ahmadsadah an der Agrar-Universität in Dushanbe, Hauptstadt von Tadschikistan. Ehefrau Laila stammt aus Aserbaidschan, mit den Kindern Suleika und Nasib landeten sie als Asylbewerber in Deutschland. Alles hatten sie verloren, mussten bei null anfangen. Sohn Matin wurde in Höxter geboren, 2010 zogen die Ahmadsadahs nach Werden. In der Nachbarschaft wartete der Kinderspielplatz an der Graf-Luckner-Höhe noch sehnsüchtig auf einen Paten. Der Beginn einer wunderbaren Freundschaft…

Sportlich

Najibulla Ahmadsadah engagiert sich. Für die Grünen sitzt er in der Bezirksvertretung, mischt mit bei der Evangelischen Kirchengemeinde Werden und bei „Werden hilft“, erteilt Sprachunterricht für Flüchtlinge. Sport ist sein Hobby, Tischtennis, Volleyball. Daher hat „sein“ Spielplatz auch viel Sportliches zu bieten: Skate-Elemente, Klettergerüst, auf dem Fest darf eine Taekwondo-Show nicht fehlen: Markige Kampfschreie, aus den Boxen tönt fetzige Musik, geboten wird eine Präsentation verschiedener Techniken, Schläge, Tritte, schnell und dynamisch. Auch die Jüngsten können bereits erste Kombinationen vorstellen. Hinterher eine höfliche Verbeugung, es werden Fahnen geschwenkt. Nun wird deutlich: Nicht nur Alt und Jung, Männlein und Weiblein, auch verschiedenste Nationen sind hier im Sport vereint!

Freunde

Nebenan sausen die Bobbycars den Berg hinunter, Peter Maas schmeißt den Grill an und bietet zweierlei Fleisch an. Viele Mitstreiter aus der BV sind gekommen, Ulla Lötzer, Herbert Schermuly, auch die Kinder- und Jugendbeauftragten Tanja Schmitz und Daniela Rittkowski fühlen sich an der Graf-Luckner-Höhe wohl, Bezirksbürgermeister Dr. Michael Bonmann beißt beherzt in die Wurst. Eingeladen sind auch die Freunde aus dem Löwental. Im dortigen Flüchtlingsheim freute man sich auf den Ausflug den Viehauser Berg hinauf, kam mit Kind und Kegel, ist bester Laune und staunt, was „der Najib“ so alles auf die Beine gestellt hat. Mitgekommen sind auch die deutschen Paten, die sich im Löwental engagieren, auf Behördengänge begleiten, selbst eine dringend notwendige OP organisieren konnten.

Schmetterlinge

Die Musikschule Werden präsentiert ein Gitarrenduo, die Kinder nutzen das Spielmobil des Kinderschutzbundes: Pedalos, Stelzen, Hüpfburg, vieles mehr. Sie lassen sich fantasievoll schminken, danach flattert so mancher bunter Schmetterling übers Gelände. Es fluppt: Selbst das drohende Gewitter, manchmal gehen bange Blicke in den schiefergrauen Himmel, hat der gelernte Wasserbauer im Griff: Es bleibt trocken.
Ein tolles Fest. Doch Zurücklehnen kennt Najibulla Ahmadsadah nicht: „Wir haben soeben geklärt, dass der ungenutzte Spielzeug-Container aus der Urbachstraße hierhin kommt, damit die Kinder daran Freude haben können!“
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