Hemmschwellen überwunden

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Das Sommerfest rund ums Flüchtlingsheim führte die Menschen zusammen. Foto: Henschke
 
„Sitzt, passt, wackelt und hat Luft!“ Spektakuläre Hüte von der Kita Lummerland. Foto: Henschke

Das große Sommerfest rund ums Flüchtlingsheim im Löwental führte die Menschen zusammen



Das große Sommerfest im Löwental erinnerte bei seiner zweiten Auflage höchst eindrucksvoll an die kleinen und großen Erfolgsgeschichten rund ums Flüchtlingsheim, vergaß aber auch nicht die oft sehr traurige Lebenssituationen.

Die Hemmschwellen zwischen den Flüchtlingen und Werdenern zu überwinden, mit diesem Ziel war man angetreten. Sicherlich sind Sprachbarrieren ein Grund, auch der andere Kulturkreis spielt eine Rolle. Kleine Missverständnisse machen das alltägliche Leben schwer, fern von Diskussionen um Leitkultur, Burka und Integration. Denn eins ist sicher: Fehlende Berührungspunkte sorgen für fehlendes Verständnis, nur ein entspanntes Miteinander lässt Vertrauen wachsen. Auf diesem oft beschwerlichen Weg ist man im Löwental nach diesem gelungenen Fest wieder ein paar Schritte weiter gekommen. Denn wann mischen sich Deutsche und Flüchtlinge so leicht wie bei einem Fest mit sommerlich-verspieltem Flair?

Spektakuläre Hüte

Ein großes Programm wartete auf Alt und Jung, so präsentierte Monika Mathiszik vom Jubb die Zauber-Show, hier überraschten Amelie, Carlotta und Jannis mit verblüffenden Tricks. Da wurde der Zauberstab aus einem offensichtlich leeren Umschlag herbei gezaubert, aus zwei kurzen Seilen wurde durch „Zaubersalz“ ein langes, mit ihren Supernasen erschnupperten die Zauberlehrlinge, auf welchem Stuhl die Testperson gesessen hatte. Die Spray-Aktion lockte junge Künstler an, beim Spiel „Schnapp zu“ galt es, herabfallende Kuscheltiere noch in der Luft zu fangen. Hüpfburg, Torwand, Schminkstation und ganz besondere Kopfbedeckungen rundeten das Bild ab. Hier bastelte die Kita Lummerland: Aus zwei Blättern des Werden Kurier wurde eine Hutform dem Kopf angepasst, mit Kreppband fixiert, dann eine Krempe festgetackert. Nun konnte lustig mit Federn, Stickern oder bunten Bändern geschmückt werden, fertig war der „spektakuläre Hut“!
Das üppige Büffet bot Leckereien aus Albanien, Aserbaidschan, Guinea, Irak, Kosovo, Mazedonien, Syrien und Deutschland, oft stand als Warnung für sensible Zungen ein Kärtchen mit dem Wort „Chili“ daneben. Natürlich ging die Spendenbox herum, der komplette Erlös wird in Aktionen für Kinder aus dem Löwental investiert.

Afrikanische Rhythmen

Für die Trommelvorführung hatten die Kinder aus Jubb und Ludgerusschule eine Woche lang eifrig geübt. Mit ihren Trommeln brachten die Nachwuchsmusiker afrikanische Rhythmen ins Löwental.
Die vielfältigen Aktions-, Bastel- und Spielangebote betreuten die Bewohner selbst, zusammen mit anderen Helfern. Die kamen neben dem Jubb im Wesselswerth von Jugendamt, Caritasverband, Evangelischer Kirchengemeinde, Ludgerusschule, den Kitas des Bistums Essen, Lummerland, Budenzauber, dem Jugendwerk der AWO und last but not least von „Werden hilft“. Dessen Vorsitzende Ulla Lötzer konnte berichten, dass zumindest einige der Bewohner des nun bald aufgelösten Zeltdorfes am Volkswald in eine eigene Wohnung ziehen können und nicht in die nächste Notunterkunft wechseln müssen. Das gleiche gilt für eine junge Familie aus dem Kosovo, die sogar in Werden bleiben kann, von einer über den Fußball befreundeten deutschen Familie eine Wohnung vermietet bekommt. Gute Nachrichten. Direkt daneben standen allerdings mit bemüht fröhlicher, aber doch versteinerter Miene diejenigen, die demnächst abgeschoben werden. So eng liegen Freud und Leid auch bei den Flüchtlingen zusammen. Daher bemüht sich ein kleiner, aber höchst engagierter Kreis von Helfern, dass Leben im Flüchtlingsheim lebenswert zu machen.

Manege frei

Ein Beispiel? Barbara Schröder betreut als Ehrenamtliche im Löwental und berichtete von einem spannenden Ausflug: „Wir sind mit gleich 50 Leuten in den Zirkus gegangen!“ Zunächst wäre der Bus fast vorbei gefahren beim Anblick diverser Kinderwagen und eines Rollstuhls. Doch irgendwie stopften sich alle in das Gefährt und kamen dann wohlerhalten auf dem Kettwiger Gelände an. Die Bewohner des Flüchtlingsheims und einige ehrenamtliche Helfer erlebten im Zirkus Antoni einen sommerlichen Nachmittag mit Spannung und Staunen, Lachen und Mitmachen. Die Zirkusbesitzer machten der Gruppe einen Sonderpreis, nichts stand mehr einem erlebnisreichen Tag im Wege. Die Vorstellung begann mit den lustigen Clowns. Die Pony-Dressur war besonders bei den Kindern ein voller Erfolg, sie applaudieren kräftig. Feuerschlucker und tolle Akrobatik war zu bestaunen, die drei Generationen der Familie Antoni präsentierten ein Programm, welches Kindern und Erwachsenen viel Freude bereitete. Barbara Schröder: „Was für ein Tag. Ein wunderbares gemeinsames Erlebnis, viele sahen die Tiere zum ersten Mal live, und dann noch so hautnah…“
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