Keine Eintagsfliege! "Werden hilft!" wächst und wächst

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Najibulla Ahmadsadah, der aus Afghanistan flüchten musste.

„Wir sind das Volk!“ Anderswo sorgen Montagsdemonstrationen mit ungeklärtem Hintergrund für Unruhe, in Werden dagegen ticken die Uhren mal wieder anders: hier findet sich, allerdings auch immer montags, eine immer größer werdende Gemeinschaft von Bürgern, die „den Fremden“ helfen möchten.

Najibulla Ahmadsadah, afghanischer Flüchtling, der seit vielen Jahren in Deutschland „angekommen“ ist, sich als Spielplatzpate und nun sogar als Bezirksvertreter engagiert, brachte es auf den Punkt: „Mein Herz ist heute etwas gewachsen, wo ich hier so viele Menschen sehe, die ein so großes Herz zeigen, bevor eine Sache erst überhaupt los geht!”
Auch Initiator Andreas Brinck war heilfroh, dass die von ihm angestoßene „Sache“, die Hilfe fürs zukünftige Flüchtlingsheim in Fischlaken, keine „Eintagsfliege“ ist. Im Gegenteil, waren es beim ersten Treffen bereits stolze 70 Unterstützer, wollten diesmal sogar 100 Menschen anderen Menschen helfen.
Brinck war begeistert: „Toller Spirit! Danken wollen wir allen, die dabei waren, für einen tolles zweites Treffen von Werden hilft! Ein besonderer Dank geht an Frank Hahn von den Domstuben und an das Team von Sozialdezernent Peter Renzel für die Unterstützung, aber auch alle anderen, die sich so zahlreich eingebracht haben und mitmachen.“

Konkrete Schritte

Konkrete Schritte: Ein gemeinnütziger Verein soll gegründet werden, Voraussetzung zur Bescheinigung von Spenden für den guten Zweck. „Das Netzwerk ‘Werden hilft’ dient der Bündelung aller Hilfsangebote“, sagt Andreas Brinck. Immer greifbarer werden die verschiedenen Ideen und Denkanstöße, denen nun in Arbeitskreisen konkretes Leben eingehaucht werden soll. Es folgen erste Treffen dieser Arbeitskreise, die sich den Themen Warenhaus, Netzwerk, Kommunikation, Sprache, Spenden, eingetragener Verein und Integration widmen.
Bei der gut besuchten Veranstaltung in den Domstuben bot Hartmut Peltz von der Stadtverwaltung eine Vielzahl an Fakten:
Weltweit sind 50 Millionen Menschen auf der Flucht! Immer mehr Menschen flüchten sich zu uns, kommen aus Kriegsgebieten wie etwa Syrien.
Da die so genannte „Winterzuwanderung“ aus Serbien und Mazedonien anhält, sind die Heime, auch die in NRW, überfüllt. 1600 Flüchtlinge gibt es zurzeit in Essen, es werden mehr. Deswegen wird der Rat der Stadt in seiner März-Sitzung zusätzliche Standorte in Essen beschließen müssen, zum Beispiel an der Ruhrtalstraße neben dem Alten Bahnhof Kettwig.

Maximal drei Monate

Das Land NRW verfügt bisher nur über zwei Erstaufnahme-Einrichtungen, deutlich kleiner als die nun in Fischlaken geplante Einrichtung, die für bis zu 800 Personen, die maximal drei Monate dort bleiben, ausgelegt sein wird.
Ende des Jahres 2015 sollen die zehn Wohngebäude fertig sein, mit kleinen Zimmern für zwei oder vier Menschen.
Um eine bessere Frequenz des ÖPNV zu erreichen, laufen zurzeit Gespräche mit der EVAG. Das nächste Treffen von „Werden hilft!“ ist am 19. Januar um 20 Uhr in den Domstuben in Werden. Wieder montags…
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