Prinzenrat: Nach 23 Jahren ist Schluss mit dem Organisieren!

  Essen: Rathaus Kray | Sie ist richtig jeck: Brigitte Draganski, Geschäftsführerin des Prinzenrat Essen e.V., war zweimal Essens Stadtprinzessin und hat in 36 Sessionen allerhand erlebt. Nach Aschermittwoch will die Närrin aber Schluss machen. Und zwar mit dem Organisieren. Ihr Amt als Geschäftsführerin legt sie dann nieder. Wir trafen Brigitte Draganski beim festlichen Abend des Prinzenrates, der wieder im Rathaus Kray gefeiert wurde. Ein letztes Mal von Brigitte Draganski organisiert...
„Ja, wie bin ich zum Karneval gekommen?“, überlegt Brigitte Draganski und kommt zu dem Schluss, dass es ein einschneidendes Erlebnis für sie nicht gab. Bei zahlreichen Veranstaltungen hat die Krayerin Blut geleckt und ist schließlich 1975 der 1. RKG Gemütlichkeit Rellinghausen beigetreten. Nur Mitglied sein, das reichte ihr nicht. Denn: „Wer mit Leib und Seele Karnevalist ist, der möchte irgendwann auch mal Prinzessin sein“, sagt sie heute.
Und das wurde sie - zum ersten Mal - 1987. „Eigentlich macht man den Spaß einmal mit und dann ist auch gut“, lacht sie rückblickend. Doch für Brigitte Draganski kam alles ganz anders. Denn als sie als Ihre Tollität Prinzessin Assindia Brigitte II. von einer Veranstaltung zur nächsten hetzte, traf sie ihren Traumprinzen. Hans Draganski eroberte ihr Herz und konnte sie nur zwei Jahre später noch einmal überreden, die Stadtfarben als Prinzenpaar zu vertreten. „1989 bin ich nur für meinen Mann noch einmal Prinzessin geworden“, so Brigitte Draganski. „Ich hatte da natürlich den Vorteil, dass ich wusste, was auf mich zukommt.“ Viel haben die Zwei schon gemeinsam erlebt. Denn Hans Draganski war bis 2010 Hofmarschall des Stadtprinzenpaares. Brigitte Draganski rief 1989 u.a. mit Helmut Ebel den Prinzenrat der Stadt Essen e.V. ins Leben und agierte hier zunächst als Schatzmeisterin, später als Schriftführerin, bis sie vor elf Jahren den Porsten der Geschäftsführerin übernahm.
„Wir haben den Prinzenrat gegründet, damit die Stadtprinzenpaare nicht nach der Session in der Versenkung verschwinden. Diese Menschen haben die Stadt vertreten, auch auswärts, und finanziell viel investeiert. Alle Ehemaligen können eintreten, das ist aber kein Zwang. Zurzeit haben wir etwa 34 Mitglieder. Mit dem ‚Festlichen Abend‘ wollen wir einmal in der Session einen Abend ohne Stress bieten, bei dem die Karnevalisten gemütlich feiern können.“ Genießen, das möchte Brigitte Draganski ab Aschermittwoch nun auch endlich. Nach 23 Jahren räumt sie den Posten der Geschäftsführerin und macht Platz für den Nachwuchs. Ein bisschen zurückrudern müsse sie auch aus gesundheitlichen Gründen, gibt die 62-Jährige zu. „Nach 23 Jahren intensiven EInsatz ist nun Schluss“, sagt sie bestimmt. Ihrem Nachfolger wolle sie aber helfend zur Seite stehen. Und wer sie an diesem, letztmals von ihr organisierten Abend, rumspringen sieht, mag kaum glauben, dass Brigitte Draganski im nächsten Jahr wirklich nur noch zum Feiern kommt. „Doch, das kann sie“, beruhigt Hans-Joachim Draganski. Der 72-Jährige weiß, wovon er spricht, denn auch er ist heute „nur“ noch zum Feiern hier. Langweilig werden wird es der jecken Seniorin aber bestimmt nicht. Schließlich sind die Draganskis leidenschaftliche Kreuzfahrer und wissen sich auch mit anderen Aktivitäten einen schönen Lebensabend zu machen. Schon traditionell ist ihr bayrischer Abend, den sie im heimischen Garten mit vielen Freunden feiern. So ganz kann‘s Brigitte Draganski dann doch mit dem Organisieren nicht lassen.
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