Werden helau!

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Der Vorstand des neu gegründeten Fördervereins besteht aus Reinhard Viehausen, Margret Hebenstreit und Willi Hagemann. Foto: Henschke

Verein der Freunde und Förderer des Werdener Bollerwagenzuges gegründet



In den Domstuben fanden sich nun zur Gründung eines Fördervereines für den karnevalssonntäglichen Werdener Bollerwagenzuges rund 30 Gründungsmitglieder ein. Nach einigen vergeblichen Anläufen ist nun die Grundlage geschaffen, dass traditionelle Stelldichein in der Werdener Altstadt zu erhalten.

Nach einer längeren Funkstille erfand sich der Straßenkarneval im Abteistädtchen neu, ganz klein begann ein Bollerwagen-Umzüglein am Sonntagvormittag. Spontan und ohne feste Strukturen, der Umzug wurde immer beliebter. Inzwischen ist die Altstadt gerammelt voll, eine stattliche Zahl an bunt kostümierten Fußgruppen feiert ausgelassen, nimmt gerne auch Politisches auf die Schippe.

Sicherheitsauflagen

Doch generelle Sicherheitsauflagen, wie seit der Love-Parade-Katastrophe in Duisburg üblich, generieren Kosten: Sicherheitskonzepte, Straßensperren, Versicherungen. Nachdem erste Bemühungen zu seiner Rettung mangels Resonanz verpufft waren, schien der Bollerwagenzug bereits Geschichte. Doch viele Werdener wollten die liebgewordene Tradition beibehalten. Da aber die zuständigen Stellen der Stadt spätestens zwei Monate vor dem Termin den Genehmigungs-Antrag eines Veranstalters auf dem Tisch haben müssen, lief die Zeit davon. Zugpferd der Aktion ist nun eine kleine Gruppe von Freunden, die sich „Bollerwagenjecken“ nennt und seit 22 Jahren mit von der närrischen Partie ist. Anja Kirchhoff und Ulf Korten stellten den Antrag und stehen als Veranstalter dafür grade, dass die behördliche Genehmigung erfolgen kann. Sicherheitskonzept, Absperrungen, Schilder und Versicherung werden mit rund 3.000 Euro zu Buche schlagen, eventuell kann noch etwas gehandelt werden. Am Dienstag, 24. Januar, findet im Rathaus ein Stelldichein aller Ansprechpartner statt, welches letzte Fragen klären soll, dann stünden die endgültigen Pflichten und Kosten fest. Der zuständige Bezirksbeamte Polizeihauptkommissar Gregor Wieczorek, allgemein nur „Dorfsheriff“ gerufen, gab nähere Informationen: „Wir sind gehalten, zukünftig mehr personelle Präsenz bei Veranstaltungen wie dem Bollerwagenzug zu zeigen.“ Also könnten auch er und seine Kollegen die eine oder andere Sperrung übernehmen.

„Also gut, ich mach’s!“

Die Vereinsgründung fand breite Zustimmung, lief auch erfreulich glatt. Gregor Lauenburger hatte geladen, übernahm dann auch die von ihm bestens vorbereitete Versammlungsleitung. Die nach Rücksprache mit Fachleuten vorgeschlagene Satzung wurde diskutiert, ein paar Änderungen vorgenommen. Ein wesentlicher Punkt sind die Mitgliedsbeiträge. Jede natürliche, volljährige Person kann dem Verein beitreten, muss dann bis zum 30. Juni des Jahres einen Mindestbeitrag von elf Euro einzahlen. Darüber hinaus gehende freiwillige Leistungen sind willkommen. Die Leitung des Fördervereins soll streng von den Ausrichtern und damit auch haftbar Verantwortlichen getrennt sein, da war sich das Gremium einig. Gregor Lauenburger erklärte es so: „Der Förderverein einer Schule ist ja auch nicht für den Unterricht zuständig.“ Es dauerte ein wenig, bis sich Freiwillige fürs noble Ehrenamt fanden: „Also gut, ich mach’s!“, rief Reinhard Viehausen. Schnell war mit Willi Hagemann ein Stellvertreter gefunden, nach sorgfältigem Abwägen gab Margret Hebenstreit sich einen Ruck und kandidierte als Kassiererin. Auch hier gehen also die „Bollerwagenjecken“ vorweg. Da keine weiteren Personalvorschläge aufkamen, konnte offen abgestimmt werden. Einstimmig bei Enthaltungen in eigener Sache hatte der blutjunge Verein seinen Vorstand für die zunächst einmal nächsten zwei Jahre gefunden. Eintragung im Vereinsregister und eine eventuelle Gewährung der Gemeinnützigkeit sollen folgen, um forthin Spenden bescheinigen zu können. Durchaus wichtig, doch für diese Session in der Kürze der Zeit nicht mehr zu schaffen: „So was dauert. Für dieses Jahr sind wir darauf angewiesen, dass wir das Geld so zusammen bekommen.“

Klinken putzen

Die Narren wollen nun ausschwärmen und Klinken putzen. Entsprechende Spenden-Schweinderl wurden verteilt, erste Zuwendungen waren schnell gesammelt, die Zuversicht groß, die Kuh vom Eis bekommen zu haben. Die Bezirksvertretung könnte sich eventuell auch mit einem Zuschuss beteiligen, Gründungsmitglied Hans Joachim von Hesler-Wirtz deutete Zustimmung seiner BV-Kollegen an. Der neue Vorsitzende Reinhard Viehausen dankte für das Vertrauen: „Ich hoffe, dass wir nun den Werdener Bollerwagenzug auf Jahre gesichert haben!“

Verein der Freunde und Förderer des Werdener Bollerwagenzuges

1. Vorsitzender: Reinhard Viehausen
2. Vorsitzender: Willi Hagemann
Kassiererin: Margret Hebenstreit
Postanschrift: Domstuben, Brückstraße 81, 45239 Essen
Konto: Sparkasse Essen
DE34 3605 0105 0001 6127 79
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