Bezirksvertretung mahnt Einhaltung des Ratsbeschlusses an

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Beim Thema Grüne Harfe ging es wieder rund!

Die Beschluss-Vorlage unterstellte Harmonie: „Die Bezirksvertretung IX erhebt keine Bedenken“. Mitnichten, Herr Stadtdirektor Best! Die BV hat sehr wohl Bedenken gegen den vorgelegten B-Planentwurf für die Grüne Harfe!

Wer rechnen kann, ist im Vorteil. Denn „etwa 100“ sind nun mal keine 155! Gemeint sind Wohneinheiten. Diese Zahl geistert nun schon seit geraumer Zeit durch die Köpfe, denn die Anzahl der Wohneinheiten beeinflusst die Zahl der Autos und damit die zusätzlichen Belastung für den Werdener Verkehr.
Stadtplanerin Eva Fendel galoppierte durch die unkritischen Punkte der Vorlage, doch spätestens beim heiklen Teil des angedachten Bebauungsplans stockte die eloquente Fachfrau. Solch ein Bebauungsplan schränkt natürlich die Rechte der Eigentümer ein, doch eine gewisse „Baufreiheit“ sei zu garantieren und im Zuge einer „großzügigen, aufgelockerten Bebauung“ auch gewünscht.

"Anderswo geht es doch auch!"

Daher gebe es keine absolute Kontrolle, etwa der Wohneinheiten pro Haus. Eine Beschränkung auf maximal zwei, gut. Aber nicht: ein Haus, eine Wohneinheit. Rechtlich nicht machbar. Basta!
Nicht nur, dass gleich mehrere der Ortspolitiker ein Gegenbeispiel gefunden hatten: „In Wesel geht so etwas sehr wohl, warum nicht in Essen?“ - die Marschroute gefiel ihnen überhaupt nicht. „Hier wird nach Investorenwille, nicht nach Bürgerwille entschieden“, war noch eine der gelinderen Äußerungen.

Und der Bürgerwille?

Patrick Widmaier (CDU) brachte es gut rüber: „Wir sind enttäuscht, dass die sehr fruchtbaren Diskussionen am runden Tisch und der allgemeine Konsens jetzt doch nicht von allen Teilnehmern mitgetragen werden! So geht das definitiv nicht - da muss die Verwaltung sich nochmals hinsetzen und endlich ihre Hausaufgaben machen. Etwa 100 lautet der Ratsbeschluss, so soll es auch sein!“
Daniel Behmenburg (SPD) schlug in die gleiche Kerbe: „Ein Ratsbeschluss scheint für die Verwaltung ein unverbindlicher Vorschlag zu sein - ein mehr als laxer Umgang der Ämter mit politischen Entscheidungen!“
Peter Maas sagte an, dass die Grünen das Papier zurückwiesen, da es erhebliche Schönheitsfehler enthalte. Dr. Frank Roeser hatte immer gemahnt, sah sich endgültig bestätigt: „Es war eine Farce, zähneknirschend hatte ich dem Kompromiss zugestimmt. Jetzt zeigt Thyssen Krupp sein wahres Gesicht, zudem wurde die gesamte Fläche mit - angeblich schädlichen - Stoffen verfüllt. Meiner Meinung nach ist dies alles zutiefst illegal!“

Ins offene Messer gelaufen?

Gerald Janke (Linke) ließ sich auf keine Diskussion ein: „Kompromiss einhalten, schon aufgrund der großen Verkehrsprobleme in Werden!“
Selbst Bezirksbürgermeister Dr. Michael Bonmann stellte klar, dass der Beschluss für Politik, Verwaltung, Thyssen Krupp und die Bürgerinitiative bindend sei: „Oder haben uns die Verwaltungsleute ins offene Messer laufen lassen?“ Der Investor sei nicht auf die Bürger zugegangen. Ein Kardinalfehler, so Bonmann.
Nur die FDP stimmte der Vorlage zu. Dr. Klaus Wetter: „Wir haben jetzt genug rumgehampelt, langsam wird diese Diskussion unverständlich!“ Die Bezirksvertretung beschloss - bei zwei Gegenstimmen der FDP - der Stadtplanungsausschuss (ASP) solle den Konsens „etwa 100“ durchsetzen. Der spürbar aufgebrachte Dr. Bonmann schaute wild entschlossen: „So, jetzt hat der ASP den schwarzen Peter!“
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