Erfolgreiche Veranstaltung der grünen Ratsfraktion im Krayer Rathaus zu neuen Wohnbau - und Gewerbeflächen

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Hiltrud Schmutzler-Jäger, die Vorsitzende der grünen Ratsfraktion kennt als Steelenserin den Bezirk VII recht gut und will nicht leichtfertig verbliebene Natur- und Ackerflächen für theoretisch möglichen Bebauungsbedarf opfern.
 
Der planungspolitische Sprecher der grünen Ratsfraktion, Christoph Kerscht erinnert daran, dass der Großteil der jetzt wieder in die Debatte geworfenen Flächen bereits vor einigen Jahren der kritischen Prüfung verschiedener Ratsgremien wie der Bezirksvertretungen nicht Stand halten konnten.
Essen: Rathaus Kray | Rund 80 Personen informierten sich am 6. Mai bei einer von der grünen Ratsfraktion organisierten Veranstaltung im Krayer Rathaus über die von der Essener Planungsverwaltung vorgeschlagenen neuen Wohnbau- und Gewerbeflächen im Bezirk 7. Es stehen hier insgesamt 21,6 Hektar, was mehr als 30 Fußballfeldern entspricht, zur Debatte.
Ulrike Eitner vom Naturschutzbund Ruhr verdeutlichte dabei die wichtige Bedeutung dieser derzeitigen Freiflächen für den Natur- und Klimaschutz. Christoph Ridder, Vorsitzender der Kreisbauernschaft Ruhrgroßstädte und Landwirt aus Leithe, empörte sich über die geplante Versiegelung wertvoller landwirtschaftlicher Nutzflächen. Im Einzelnen wurde dabei folgende Bewertung abgegeben:

Mecklenbecks Wiese

Die rund 8 Hektar große, als Wohnfläche geplante Mecklenbecks Wiese ist eine wertvolle Acker- und Erholungsfläche. Sie ist wesentlicher Bestandteil eines innerstädtischen Grünzuges bis zum Bergmannsbusch. Eine Bebauung ist auch wegen historischer Bergbautätigkeit in diesem Gebiet hochproblematisch.

Ackerfläche am Reibenkamp

Die 5 Hektar große, für Wohnen vorgesehene Ackerfläche am Reibenkamp zeichnet sich durch eine hervorragende Bodenwertzahl aus. Sie ist für die Landwirtschaft unverzichtbar. Gleichzeitig ist die Fläche mit einem nachgewiesenen Vorkommen der gefährdeten Brutvögel Feldsperling, Goldammer und Dorngrasmücke ein wichtiger Lebensraum.

Otto- und Lahnbeckestraße

Auch die für Gewerbeansiedlung geplanten Flächen an der Ottostraße (3,4 Hektar) und Lahnbeckestraße (3,1 Hektar) sind landwirtschaftliche Nutzflächen auf Böden von höchster Güte. Sie stellen zudem eine für den Klimaschutz wichtig Frischluftschneise dar und sind Teil des gemeindeübergreifenden regionalen Grünzuges. An der Lahnbeckestraße wurde außerdem die Klappergrasmücke, ein seltener Brutvogel, nachgewiesen.

Alleestraße

Das Urteil über die als Wohnflächen vorgesehenen Flächen Alleestraße 14 (1,2 Hektar) und Alleestraße 11 (1 Hektar) fiel differenziert aus. Der Naturschutzbund weist diesen siedlungsnahen Wald- und Wiesenflächen eine wichtige Klima- und Erholungsfunktion zu. Für die Landwirtschaft sind diese Flächen hingegen von geringer wirtschaftlicher Bedeutung.

Planungsverwaltung konzept- und ideenlos

Die Fraktionsvorsitzende der grünen Ratsfraktion, Hiltrud Schmutzler-Jäger, kritisierte das Vorgehen der Planungsverwaltung als konzept- und ideenlos. Immerhin seien die Mecklenbecks Wiese und der Reibenkamp im Jahr 2008 bei der Aufstellung des regionalen Flächennutzungsplans parteiübergreifend wegen der erheblichen Eingriffe in Natur- und Landschaftsschutz und der Zerstörung wertvoller landwirtschaftlicher Flächen abgelehnt worden. Diese Ablehnungsgründe gelten für die Grünen noch heute.
Der planungspolitische Sprecher der grünen Ratsfraktion, Christoph Kerscht, kritisierte eine fehlerhafte Bedarfsberechnung, die zu einer viel zu hohen Inanspruchnahme von Freiflächen führe. Die Stadt Essen habe noch riesige Flächenpotentiale, die sich durch eine Reaktivierung von Brachflächen und eine vernünftige Innenraumverdichtung aktivieren ließen.
Auch Landwirt Christoph Ridder appellierte an die Verwaltung, die Baupläne auf nicht mehr benötigte Flächen durchzuforsten. So sollte man die vor Jahrzehnten im Bereich Bergmannsfeld/Alleestraße frei gehaltene Trasse für die vierspurige Kreisstraße K 12 für die Siedlungsplanung freigeben.“
So bleibt also absehbar, dass es sicher keinen Durchmarsch für die allzu großzügigen Flächenverbrauchspläne der essener Planungsverwaltung geben wird. Die Grüne Ratsfraktion, wie auch die Grüne Fraktion im Bezirk VII werden mithelfen, das eine oder andere Stoppschuld gegen unötigen Flächenfraß aufzustellen.
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