Jetzt doch Volkswald?

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Hier wäre genug Platz für die von Bezirksbürgermeister Bonmann propagierte „Neue Mitte Heidhausen“. Foto: Archiv
 
Die Zelte sollen schnellstens weg, dafür könnten am Volkswald feste Bauten für drei Jahre entstehen. Foto: Archiv

In der BV-Sitzung wurde über eine überraschende Wende bei den Heidhauser Asylunterkünften gesprochen


Bezirksbürgermeister Dr. Michael Bonmann äußerte seinen Unmut: „In der letzten Sitzung versprach Amtsleiter Hartmut Peltz, uns die fehlenden Informationen zum Sachstand bei der Unterbringung der Asylbewerber zukommen zu lassen. Auf meine Nachfrage erklärte man uns, wir müssten uns schon noch ein wenig gedulden. Das fanden wir schwer enttäuschend. Nun überrascht uns der Ratsentscheid pro Volkswald doch sehr.“

In der Ratssitzung beantragten SPD und CDU, dass in Heidhausen die Dauerunterkunft in massiver Bauweise für Flüchtlinge am Standort Barkhovenallee / Jacobsallee nicht gebaut werden soll. Stattdessen soll eine auf drei Jahre befristete mobile Flüchtlingsunterkunft mit einer Kapazität von rund 200 Plätzen am Standort des Zeltdorfes Am Volkswald errichtet werden. Bezirksbürgermeister Bonmann: „Dies ist eine alte Forderung unserer BV, denn wenn das Zeltdorf aufgelöst wird, passiert ja doch wieder nix mit dem Gelände. Dieselben Leute wie vorher werden wieder alles abblocken, der so dringend benötigter Jugendtreffpunkt zum Beispiel wird mit diesen Leuten nicht durchführbar sein. Die jetzige Entscheidung ist eine gute Entscheidung. Vielleicht wird in drei Jahren eine sinnvollere Anschluss-Verwendung für den Volkswald möglich sein?“ Die von der Verwaltung als Hemmnis angeführten höheren Kosten etwa für Entwässerung lasse er nicht gelten, sie träfen auch für die geplanten Grundstücke in Bredeney und Kettwig zu und seien daher nur vorgeschoben.

„Neue Mitte Heidhausen“

Bonmann sah eine interessante Perspektive für Heidhausen: „Das Grundstück Jacobsallee / Barkhovenallee wäre dann für eine städtebauliche Entwicklung frei. Die angedachte Erweiterung der Grundschule sowie der Bau einer Kita hätten genug Platz, zusätzlich könnten wir etwas für die Jugendlichen tun. Auch würde sozialer Wohnungsbau, speziell für junge Familien, ein für den Stadtteil sinnvolles und wichtiges Angebot bieten. Vielleicht noch Einkaufsmöglichkeiten? Das wäre dann die ‚Neue Mitte Heidhausen‘, lassen Sie uns diese Chance nutzen!“ Genervt gab der Bezirksbürgermeister zu Protokoll: „Diese ermüdenden Vorwürfe aus dem Essener Norden, der Süden würde sich nicht beteiligen, die Unterstellungen der Grünen, hier würden CDU und SPD Klientel-Politik betreiben, sind fehl am Platz. Es gibt in Essen nur wenige Stadtteile wie Heidhausen, die so viele Plätze für Flüchtlinge bieten!“

Vorbehalt

Hans Joachim von Hesler-Wirtz von der neu gegründeten Bürgerlich-Liberalen Fraktion mahnte jedoch: „Der Rat hat allerdings einen Vorbehalt beschlossen. Sollte der Volkswald nicht mit festen Modulen bebaut werden können, soll erneut auf das Gelände neben der Grundschule zugegriffen werden. Angesichts der Bedenken der Verwaltung weiß man doch, wie es laufen wird.“ Ähnliche Sorge hatte Ulla Lötzer: „Wir sind seit Jahren für den Volkswald eingetreten, bisher war Bebauung dort angeblich nicht möglich, daher ist es für mich ein eher merkwürdiger Beschluss. Soll hier etwa erreicht werden, dass keiner der beiden Standorte bebaut wird?“ Daniel Behmenburg relativierte: „Die neuen Möglichkeiten ergeben sich wohl dadurch, dass wir bisher nur wegen fester Bebauung angefragt hatten. Es soll sich ja hier um eine mobile Bauweise für nur drei Jahre handeln.“ Stefan Sülzer legte noch obendrauf: „Wenn jetzt offensichtlich die Kriterien geändert wurden, müssten eigentlich alle abgelehnten Objekte in Essen wieder auf den Prüfstand.“
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