Die Angst vor dem Tod nehmen: Christliches Hospiz Werden informiert

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Hospizgruppe informierte am Werdener Rathaus
 
Das christliche Hospiz Werden bietet sieben Menschen Platz, um in Würde zu sterben. Die Sterbebegleiter kommen auch nach Hause und hören dort einfach zu. (Foto: Christliches Hospiz Werden)
Der Tod- für viele Menschen ist das ein Tabuthema. Sie haben Angst davor, dass sie oder Nahestehende irgendwann einmal sterben. Doch, dass wir gehen müssen, das ist sicher- und die Angst vor der Endlichkeit nehmen und vor allem Hilfe, wenn das Ende in Sicht ist zu bieten, gibt es beim christlichen Hospizverein Werden. Auf dem Werdener Markt möchten die Mitglieder des Hospizvereins anlässlich des Welthospiztages durch ihre Präsenz und Ansprache den Menschen die Angst nehmen. „Oft möchte man sich nicht mit dem Thema beschäftigen, bis es schließlich in der Verwandschaft zu einem Todesfall kommt, meist ist das aber schon sehr spät“, erklärt Franz Löhr, Geschäftsführer des Hospiz Werden. Mit der Ansprache auf dem Markt möchten sie „den schwarzen Rand von der Traueranzeige wegnehmen.“ Seit 20 Jahren setzen sich über 300 ehrenamtliche Helfer für einen würdevollen Tod ein.
„Menschen, die vom Diesseits ins Jenseits treten, können in unserer stationären Einrichtung versorgt werden“, so Löhr. Hier finden derzeit maximal sieben Menschen in geräumigen Einzelzimmern Platz. „Die meisten Hospize sind klein, wir planen, unsere Kapazität auf neun Plätze zu erweitern, damit sind wir an der Grenze, dass auch die Pflegequalität noch akzeptabel bleibt.“ Größere Hospize bieten maximal Platz für zehn bis zwölf Menschen. „Es soll ja kein stationärer Betrieb, wie bei einer Pflegeeinrichtung werden. Wir möchten den Sterbenden hier gerecht werden, sie benötigen einfach wesentlich mehr Zuwendung als Kranke in einem Krankenhaus“. Daher sind die Menschen, die in das Hospiz an der Dudenstraße kommen auch Gäste und keine Patienten. „Sie werden nicht mehr kurativ behandelt, haben keine Therapien mehr, sondern erhalten nur noch eine Palliativmedizinisch-symptomatische Behandlung.“ Denn sie sollen keine Ängste und Schmerzen leiden müssen.
„Wir führen mit unseren Gästen viele Gespräche, betreiben Seelsorge und sie erfahren hier viel Zuwendung.“ In den großzügigen Einzelzimmern findet sich auch ausreichend Platz für persönliche Gegenstände, „sei es eine Standuhr, ein Ruhesessel und Bilder. Wir hatten hier auch schon Vögel und Papageien“, erklärt Löhr. „Hunde dürfen aber nur zu Besuch kommen.“
In das Hospiz werden Menschen aufgenommen, die so krank sind, dass ein Arzt bestätigen kann, dass der Tod absehbar ist. „Gottseidank können wir nicht bestimmen, wann genau das sein wird“, meist handelt es sich bei den Gästen um Tumorkranke. „Die Verweildauer geht von einem Tag bis zu 25 Tagen. Der längste Gast blieb sieben Monate.“ Viele Menschen, die in das Hospiz kommen, haben einen sehr schlechten Allgemeinzustand. „Oft leben sie dann auf, wenn sie hierher kommen. Denn im Hospiz erfahren sie eine Geborgenheit, die sie bisher so nicht kannten.“ Und nicht nur den Gästen tut das Hospiz gut, auch die Angehörigen haben wieder Möglichkeit zum aufzutatmen. „Denn sie müssen nun nicht mehr 24 Stunden am Tag für den Menschen da sein. Wenn man hört, wie der Andere hustet oder stöhnt, ist man ja doch immer wach.“ Eine erhebliche Belastung, die durch den Hospizaufenthalt nun wegfällt. Wer dennoch die Nähe sucht, darf auch eine Nacht im Zimmer des Sterbenden verbringen. „Wir machen fast alles möglich.“ Löhr weiß: „Sterben muss der Mensch alleine, wir machen alles, dass es ihm dabei gut geht.“
Die letzte Phase wird ihm im Hospiz so angenehm wie möglich gestaltet, kein Wunder, dass da die Warteliste lang ist. Doch auch ambulant gibt es viele ehrenamtliche und qualifizierte Helfer, die die Sterbenden in ihrer Wohnung und zu Hause begleiten. „90 Prozent der Menschen wünschen sich zu Hause zu sterben. De facto sterben 70 Prozent im Krankenhaus und in anderen Pflegeeinrichtungen. Da besteht zwischen Wunsch und Wirklichkeit ein großes Gefälle.“ Wenn die Sterbebegleiter nach Hause kommen, unterhalten sie sich, lesen etwas vor, spielen mit den Sterbenden und sind einfach für sie da. „Das bedeutet auch für die Angehörigen eine große Entlastung, denn dann können sie auch einfach mal eine Stunde einkaufen gehen ohne sich Sorgen machen zu müssen, dass zu Hause dem Anderen etwas zustößt.“

Info

Beide Formen zusammen werden zur christlichen Hospizarbeit Werden zusammengefasst: der gemeinnützige Förderverein der ambulanten Hilfe und die stationäre Einrichtung, die sich an der Dudenstraße 14 befindet. Hilfe gibt es unter 0201/ 320 350 00. Hier können Termine für ein persönliches Gespräch vereinbart werden. Für ambulante Belange gibt es die Rufnummer 0201/320 350 24
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