Das gute Pferd…

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Die SG Werden 80 mogelte sich als bester Gruppendritter durch. Foto: Bangert
 
Der 80er Patric Sondermann zieht ab. Foto: Bangert

Die Essener Stadtmeisterschaften im Hallenfußball

Die Werdener Farben werden bei der 23. Essener Hallenstadtmeisterschaft weiterhin gleich doppelt vertreten. Dem SC Werden-Heidhausen hatte man gegen Landes- und Bezirksligisten wenig zugetraut, auch die SG Werden 80 war keinesfalls Favorit.

Wieder konnte sich Trainer André Bausch ein Lächeln nicht verkneifen: „Wie ich bereits sagte, das gute Pferd springt nur so hoch, wie es muss. Meine Jungs hören offensichtlich auf mich und tun hier nur das, was unbedingt nötig ist.“ Im Löwental bot die Vorrunde keinerlei Fußball-Raffinessen. Eher war das Geschehen von ungeschickten Fouls und Unkenntnis der Regeln geprägt. Selbst die Referees ließen sich anstecken, wegen angeblichen Wechselfehlers gab es Freistoß gegen die 80er. An der Seitenlinie schäumte André Bausch: „Da muss man doch erst einmal nachzählen! Wir hatten zu dem Zeitpunkt nur drei Feldspieler auf dem Platz.“ Die Aufregung legte sich schnell wieder. Der Bezirksligist DJK Katernberg bot unattraktiven Sicherheitsfußball. Zunächst tat sich überhaupt nichts, nach verhaltenem Beginn fiel in der dritten Minute völlig überraschend die Katernberger Führung. In der Folgezeit mussten die 80er das Kommando übernehmen, Patric Sondermann scheiterte aus der Drehung am Torwart. Markus Dymala setzte das Leder von der Mittellinie an den Pfosten, die DJK stellte sich schlicht und einfach hinten rein, spielte provozierend immer wieder über den Keeper. Den Löwentalern fehlten offensichtlich die Mittel, hier schlägt der Abgang von Kreativkraft Marvin Baumeister zum Bezirksligisten Haarzopf durch.

Tür weit aufgestoßen

So ging es mit einer blöden 0:1 Auftaktniederlage ins zweite Match. Dort stand der SG mit dem FC Karnap ein nun wirklich schlagbarer Kontrahent gegenüber. Ein verdeckter Pass von Timm Lindemann landete beim am Pfosten postieren Denis Peter, dessen 1:0 nur noch Formsache war. Peter legte ab auf Marcel van Emmenes, der das Leder zum 2.0 in die Maschen jagte. Ein brandgefährlicher Karnaper Angriff nötigte Torwart Manuel Will alles ab, er warf sich tollkühn dazwischen und fischte sich den Ball. Wenig später hatte er Glück bei einem Pfostentreffer. Nach halber Spielzeit fiel die Entscheidung: Markus Dymala scheiterte noch am Schlussmann, doch Patric Sondermann hatte mitgedacht und schob zum 3:0 ein. Nach Foul an Dennis Peter musste Karnap in Unterzahl weitermachen. Die Werdener spielten ihre Überzahl eiskalt aus, exakt drei Sekunden vor Ablauf der Zeitstrafe machte ein Eigentor alles perfekt. Zwar durfte nun auch mal der FC treffen, Max Luxen traf noch den Pfosten, die 80er vertändelten noch etliche Möglichkeiten. Durch dieses 4:1 war die Tür zur nächsten Runde weit aufgestoßen.


Zu später Stunde

Zu später Stunde bestritten die 80er das letzte Spiel des Tages gegen SF Altenessen. Mit dem Blick auf die bisherigen Tabellenstände hatte Coach Bausch schnell das Minimalziel errechnet: „Wir dürfen nur nicht mit mehr als zwei Toren Differenz verlieren. Dann sind wir raus. Ansonsten kommen wir als Zweiter oder bester Gruppendritter weiter.“ Gesagt, getan. Mit einer 0:2 Punktlandung unterlag die SG den Sportfreunden. Hinterher raufte sich der Übungsleiter genervt die Haare: „Katastrophale Leistung! Aber es hat für die Reise zum Hallo gereicht…“

Locker durchgesetzt

Am Hallo in Stoppenberg wird in der Zwischenrunde der SC Werden-Heidhausen einer der Gegner sein. In einer kniffligen Vorrunde setzte sich der SC überraschend locker durch. Wieder rollte im fernen Bergeborbeck das Leder, zum Auftakt hatten es die Spieler von Trainer Danny Konietzko mit dem Bezirksligisten Mintard zu tun. Nicht wenige haben die Blau-Weissen zumindest als Außenseitertipp auf ihrem Zettel, doch zunächst dominierten die Löwentaler. Rückkehrer Christian Weiler brachte den SC in Führung, die Sandy Müller mit einem Doppelschlag sogar noch deutlich ausbauen konnte. Erst jetzt berappelte sich der nominelle Favorit, kam heran, verkürzte kurz vor dem Ende auf 2:3, hatte seine Schlussoffensive aber zu spät gestartet.
Dieser nicht unbedingt erwartete Sieg über die klassenhöheren Mintarder hievte die Werdener in eine bequeme Ausgangslage, zumal der nächste Kontrahent Fortuna Bredeney bei seinem ersten Auftritt mit 1:8 untergegangen war. Und wirklich, im Aufeinandertreffen zweier A-Ligisten konnten die Fortunen in keinster Weise mithalten. Sandy Müller traf zum 1:0, Yannick Bönte und Wolfgang Dymala legten nach. Das 4:0 durch Yannick Bönte kläre endgültig die Fronten. Der Bredeneyer Ehrentreffer kurz vor dem Abpfiff wurde noch von Heiko Wirtz beantwortet, der den alten Abstand wieder herstellte.

Nun Lokalderby

Zwei Spiele, zwei Siege. Die mitgereisten Fans rieben sich verwundert die Augen: Ihre Helden hatten es geschafft! Gegen den Landesligisten SF Niederwenigern, vor zwei Jahren Turniersieger, war dann aber bei den SC-Kickern offenkundig die Luft raus. Mit 0:5 ging die nur noch für die Statistik wichtige Begegnung verloren, Werden landete wie schon in der Vorwoche auf dem zweiten Rang. Neben dem mit Spannung erwarteten Lokalderby werden noch der bisher überragende SV Burgaltendorf und der SC Phönix eine höchst interessante Zwischenrunden-Gruppe abrunden.

So rollts Leder:

Sonntag, 22. Januar:
Halle „Am Hallo“
15.18 Uhr: SG Werden 80 gegen SC Werden-Heidhausen
16.12 Uhr: SC Werden-Heidhausen gegen SV Burgaltendorf
16.30 Uhr: SG Werden 80 gegen SC Phönix
17.24 Uhr: SC Werden-Heidhausen gegen SC Phönix
17.42 Uhr: SG Werden 80 gegen SV Burgaltendorf
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