Der Kapitän geht von Bord

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Sandy Müller (r.) wurde verabschiedet, Bruder Mike hängt noch mindestens ein Jährchen dran. Foto: Henschke
 
Florian Kleine-Beck und der SC Werden-Heidhausen gewannen gegen die ESG. Foto: Bangert

Langjähriger Spielführer Sandy Müller verabschiedet sich beim SC Werden-Heidhausen

Der SC Werden-Heidhausen verabschiedete zunächst seinen langjährigen Spielführer Sandy Müller, der in „Frührente“ geht. Ein ähnliches Schicksal könnte der SG Werden 80 drohen: Der B-Ligist muss sich ernsthaft fragen, ob es noch Sinn macht.

Vor der Partie gab es zunächst großen Bahnhof für eine scheidende Legende: Sandy Müller muss sich aus beruflichen Gründen verabschieden. Über lange Jahre hat er seine Knochen hingehalten für den Club, war zuletzt Kapitän des Teams: „Es war eine Ehre für mich, diese Amt beim SC Werden-Heidhausen zu bekleiden. Doch nun geht es nicht mehr.“ Stets ein kämpferisches Vorbild, war Sandy Müller zuletzt immer häufiger von Verletzungen geplagt. Von seinen Kameraden bekam der Mittelfeldstratege einen ungewöhnlichen Bilderrahmen mit signiertem Trikot und vor allem Kapitänsbinde überreicht. Bevor es zu sentimental wurde, nahm ihn sein Bruder Mike in den Arm und frotzelte: „Nun bin ich der einzige Müller beim SC. Aber keine Angst Brüderchen, ich halte die Familienehre hoch.“

Der erste Dreier

SC Werden-Heidhausen I gegen ESG 99/06 2:1
Aytekin, Kleine-Beck (65. Hicking), Ewert, Wirtz, Sonnenschein, Neef (72. Weber), Homberg, Hougardy, Waziri, Munsch (69. Schmidt), Bayar.
1:0 Bayar (7.), 2:0 Munsch (40.).
Auch ohne Sandy Müller gelang im ersten Heimspiel der erste Dreier. Allerdings musste das Team von Trainer Danny Konietzko bis zur allerletzten Minute hart arbeiten, um gegen immer stärker werdende Gäste den Sieg über die Zeit zu retten. Zunächst glänzte wieder ein Neuzugang: Youngster Khalid Waziri tankte sich auf links energisch durch, seine Flanke erreichte auf Umwegen Sükrü Bayar, der im zweiten Spiel zum zweiten Mal traf. Kurz vor dem Pausenpfiff stand Bayar wieder im Mittelpunkt, als er in die Mitte spielte, wo Sturmkollege Jason Munsch schon wartete und die Ruhe bewahrte. Mit diesem 2:0 ging es in die Pause. Nach dem Wechsel der Seiten änderte sich auch der Spielverlauf. Plötzlich „muckte“ die ESG auf! Ein Gästestürmer war frei durch, SC-Torhüter Ali Aytekin machte sich breit und parierte. Kurz darauf offenbarte Werden die nächste Lücke, diesmal flog Aytekin ins bedrohte Eck und lenkte das Leder bravourös über die Latte. Erst nach einer Stunde wurden die Gastgeber wieder stärker. Munsch zog aus der Distanz knapp vorbei, einen Freistoß von Sükrü Bayar musste der ESG-Schlussmann in höchster Not von der Linie kratzen. Dann fiel doch das 2:1 durch einen vehementen Schuss. Die Sekunden zerrannen zäh wie Sirup, die ESG hatte noch die ganz große Möglichkeit, doch wieder war Ali Aytekin Herr der Lage. Weiter geht es beim SV Leithe, dessen neuer Kunstrasen noch nicht zur Verfügung steht. Also muss Werden nochmals auf Asche ran.

Was wird mit den 80ern?

Heisinger SV II gegen SG Werden 80 13:0
Gehen die Lichter aus bei der SG Werden 80? An der Uhlenstraße lag die Mannschaft bereits nach 20 Minuten aussichtslos mit 0:6 hinten. Das mit ganz dünner Personaldecke angetretene Team um Spielertrainer Daniel Görbing hatte nie eine Chance. Immerhin, der Gegner lobte ausdrücklich die Letzten der Mohikaner: „Positiv zu erwähnen ist, dass Werden zu keiner Zeit aufgab und ein absolut faires Spiel zu Ende gebracht hat.“ Der nächste Kontrahent VfL Kupferdreh ist ebenfalls aus der Kreisliga A abgestiegen.

SC Werden-Heidhausen II gegen SV Burgaltendorf III 12:0
Fußball paradox im Löwental. Die SC-Reserve trat gegen Burgaltendorf an mit der Maßgabe, die peinliche Pleite der Vorwoche vergessen zu machen. Dies gelang: Ein sattes Dutzendmal klingelte es in des Gegners Kasten. Dessen Trainer mochte gar nicht mehr hinsehen und drohte Konsequenzen an. Mit genau elf Mann war der Gast angereist, lag schon nach einer Zeigerumdrehung zurück, Jonas Graf hatte getroffen. Moritz Schwan, Pascal Bartels und zweimal Marcel Schäfer legten bis zur Pause nach. Im zweiten Durchgang ging es munter weiter. Der Widerstand war endgültig gebrochen, Pascal Bartels, Tim Gärtner, Jonas Graf, Marcel Schäfer und zweimal Sebastian Hüsken erhöhten.

Der Trainer tobte

SC Werden-Heidhausen III gegen RSC Essen 7:2
Ein seltenes Bild. Trainer Jürgen Koch tobte an der Außenlinie: „Das glaube ich doch jetzt nicht. Das kann nicht euer Ernst sein, Jungs!“ Dabei hatte es verheißungsvoll begonnen im Löwental. Simon Freisenhaus traf, kurz darauf verwandelte Florian Kammann einen Eckstoß direkt. Dem 3:0 durch Florian Kammann ging ein genialer Steilpass von Daniel Rath voraus. Nun war’s der SC zufrieden und ließ die Gäste machen. Die bedankten sich nach einem kapitalen Abspielfehler und verkürzten. Nach dem Seitenwechsel wurde es dem engagierten Trainer endgültig zu bunt. Der RSC bekam einen Handelfmeter zugesprochen. Koch war entsetzt, nur ein wenig versöhnt, als Keeper Christoph Berger ersten Versuch und Nachschuss parieren konnte. Jetzt endlich rissen sich die Gastgeber am Riemen, überrannten den harmlosen Gast. Ein filigraner Ball von Dominik Petry perfekt durch die Schnittstelle fand Florian Kammann, der beim 4:1 keine Mühe hatte. Wenig später beim 5:1 war wieder Petry Passgeber, spielte uneigennützig auf den Torschützen Daniel Rath. Nun wollte auch Mittelstürmer Felix Beckmannshagen auf sich aufmerksam machen. Beim ersten Treffer drückte er den Ball mit vollem Einsatz über die Linie, der zweite fiel ihm deutlich leichter. Als schon keiner mehr hinschaute, kam Rüttenscheid zum zweiten Tor. Und Jupp Böhmer nahm seinen Trainerkollegen in (oder auf?) den Arm: „Da hättest du gar nicht so zu schimpfen brauchen, Jürgen…“

So rollts Leder

Sonntag, 3. September:
10.30 Uhr: Fortuna Bredeney III gegen SC Werden-Heidhausen III, Uhlenkrug.
11 Uhr: SC Werden-Heidhausen Damen gegen TuS Helene, Löwental.
12.45 Uhr: Fortuna Bredeney II gegen SC Werden-Heidhausen II, Uhlenkrug.
15 Uhr: SV Leithe gegen SC Werden-Heidhausen I, Wendelinstraße.
15 Uhr: SG Werden 80 gegen VfL Kupferdreh, Löwental.
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