Theo ist die Seele des Vereins

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Friedhelm „Theo“ Kalkhoff wurde von Ina Schirmacher und Markus Graf geehrt. Foto: Henschke
 
Die Bambini wurden in gleich drei Mannschaften eingeteilt. Foto: Henschke

Die Werdener Nachwuchskicker zeigten tollen Jugendfußball und ehrten ihren „Theo“ Kalkhoff

Gaanz gaanz selten: Beim SC Werden-Heidhausen stand ausnahmsweise mal nicht der Nachwuchs im Vordergrund. Im Rampenlicht stand diesmal ein 80-Jähriger.

An zwei Turniertagen jagten die jungen Kicker mit Feuereifer dem runden Leder nach. Das Turnier der U13 Mädchen war gerade beendet, Jugendleiter Markus Graf bat zur Siegerehrung und rief ins Mikro: „Ihr spielt hier beim Theo-Kalkhoff-Turnier. Aber wisst ihr überhaupt, wer dieser Theo ist?“ Viele Mienen spiegelten Fragezeichen wider: „Theo wer?“ Kein Problem für den Werdener Jugendchef: „Ich stelle euch den Mann mal vor.“

72 Jahre Vereinstreue

Friedhelm Kalkhoff, seit Urzeiten nur „Theo“ gerufen, ist ein ganz besonders Mitglied des SC Werden-Heidhausen. Markus Graf brachte es kurz auf einen Nenner: „Theo, Du bist die Seele des Vereins!“ Zugegeben, als sich vor 130 Jahren sportbegeisterte Männer trafen, um in Werden-Land einen Turnverein zu gründen, Volksschullehrer Franz Bach als Vorsitzenden und als Vereinslokal die Gaststätte Th. Unterbarnscheidt wählten, da war er noch nicht geboren. Erst 1936 erblickte Friedhelm Kalkhoff das Licht der Welt. Der 2. Weltkrieg war kaum vorbei, das schloss er sich als Achtjähriger dem „Turn- und Spielverein Essen-Heidhausen 1887“ an. Nur zehn Jahre dauerte die Karriere als Aktiver, denn schon mit 18 übernahm Kalkhoff das Amt des Jugendleiters, welches er bis 1966 innehatte. Seitdem ist Friedhelm Kalkhoff als Geschäftsführer im Vorstand tätig. Darüber hinaus stellt er sich an zwei Tagen zur Verfügung, verkauft in der Cafeteria Getränke und Süßes an Alt und Jung. Auch dem DFB ist das unermüdliche Schaffen des Fußballfunktionärs nicht entgangen, Ehrennadeln folgten. Im WM-Jahr 2006 war er eingeladen, an der großen Ehrenamtsgala teilzunehmen. Kalkhoff bekam das offizielle Maskottchen der Weltmeisterschaft geschenkt, dazu durfte er sich mit dem echten FIFA-Weltpokal fotografieren lassen. Nun eine weitere Ehrung, die den Senior emotional packte: Orgachefin Ina Schirmacher und Jugendleiter Markus Graf nahmen ihren Theo in die Mitte, überreichten zum 72. Vereinsjubiläum eine Glastrophäe.

Wetter trübte die Stimmung

Bei den Mädchen trübte eigentlich nur das miese Wetter die Stimmung. Die Löwentaler Auswahlen der U13 und der U15 zeigten feinen Fußball, ohne jedoch den ganz großen Wurf landen zu können. Dafür waren die Werdener Kickerinnen vor dem gegnerischen Tor leider noch ein wenig zu harmlos. Besser machten dies die Mintarder U13 Mädchen, die knapp vor Werden die Nase vorn hatten. Ähnlich war es bei den U15 Mädchen, die dem FC Kray den Vortritt lassen mussten. Der nächste Morgen schien freundlicher zu werden, ließ aber später doch kräftige Güsse auf die Jugendkicker prasseln. Bei den Bambini hat der SC Werden-Heidhausen ein riesiges Reservoir an talentierten Nachwuchshoffnungen, so wurden gleich drei Mannschaften gestellt. Besonders die vereinsinternen Duelle waren heiß umkämpft. Parallel spielten auf dem großen Feld die D-Junioren, Werden stellte hier zwei Mannschaften. Hier wollte es der Zufall, dass der Spielplan die besten Teams erst zum Schluss aufeinandertreffen ließ. Die D1 des Gastgebers und der TuSEM hatten bis dato alle Spiele gewonnen, Werden im Torverhältnis einen kleinen Vorteil. Doch die Revanche für das deutlich verlorene Pokalspiel gelang nicht, wieder hatten die Gäste das bessere Ende für sich, diesmal allerdings nur hauchdünn.

„Zufrieden mit der Mannschaft“

Im Rahmen der Turniere fand auch das dritte Qualifikationsspiel der C-Junioren zur Niederrheinliga statt. Der Topfavorit SC Velbert gastierte im Löwental, tat sich extrem schwer gegen mutig eingestellte Werdener. Zur Pause noch torlos, endete die Partie mit 0:2 Toren. Trainer Pascal Duisken ärgerte sich trotz des ehrenvollen Ergebnisses: „Da wäre sogar noch mehr drin gewesen. Wir haben klasse dagegen gehalten, dem 0:1 kurz nach der Pause war so ein Gewurschtel voraus. Dann haben wir die Riesenmöglichkeit, zögern aber zu lange. Das wäre es gewesen. Der zweite Velberter Treffer war gut herausgespielt, das muss man ihnen lassen. Ich bin sehr zufrieden mit meiner Mannschaft.“ Insgesamt fiel das Fazit des Übungsleiters durchaus positiv aus: „Einmal gut mitgehalten, einmal absolut auf Augenhöhe, das war schon erfreulich. Nur in Uerdingen waren wir ein Totalausfall. Warum auch immer.“ Über die neue Saison in der Leistungsklasse hat sich der Coach noch keine intensivere Gedanken gemacht: „Erst einmal schauen, was uns erwartet. Zunächst einmal ist unser Ziel wie immer der Klassenerhalt.“
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