Die Erfüllung naht...

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Begegnungen von Bernhard Laß mit drei Menschen im Hospiz sind in der Ausstellung "Letzte Tage" zu sehen. (Foto: Gohl / West Anzeiger Essen)
 
Bis zum 13. April ist die Ausstellung der Werke von Bernhard Laß im Frohnhauser Kunstraum Notkirche zu sehen. (Foto: Gohl / West Anzeiger Essen)

Bernhard Laß hat nicht den Anspruch Künstler zu sein. Seine Fotografien möchte er als Dokumentation verstanden wissen. Dennoch stellt der Pfarrer und ehemalige Dozent des Pädagogischen Instituts der Evangelischen Kirche von Westfalen bis 13. April im Frohnhauser Kunstraum Notkirche aus: "Letzte Tage" heißt die nachdenklich stimmende Ausstellung in der Passionszeit.

Die Passionszeit umfasst die Zeitspanne von vierzig Tagen vor dem Osterfest, die mit dem Aschermittwoch beginnt. "In der evangelischen Kirche findet diese Zeit leider nur noch wenig Beachtung", bedauert Pfarrer Werner Sonnenberg, Kurator des Kunstraums Notkirche. "Besondere Passions-Gottesdienste finden nur wenige Besucher. Umso mehr freue ich mich über die Ausstellung von Bernhard Laß und die zahlreichen interessierten Besucher zur Eröffnung."
Mit Passion (lat: passio = Leiden) wird die Leidensgeschichte Jesu beschrieben, wie sie in den Evangelien geschildert wird. In ihr geht es um die Frage, warum Jesus sterben musste.
In der Ausstellung "Letzte Tage" werden augenscheinlich ganz unterschiedliche Themen aufgegriffen, die dennoch eine Verbindung miteinander haben.
"Drei Fotos greifen meine Begegnungen mit Menschen im Hospiz auf, die über ihre letzten Tage berichten: Wie fühlen und denken Menschen, die sich ernsthaft und ganz persönlich mit den letzten Tagen ihres eigenen Lebens auseinander setzen müssen?", erklärt Bernhard Laß.
Im Kontrast dazu ein anderer Blick auf die Wahrnehmung und Wertschätzung dessen, was Menschen wichtig ist: Shoppen. Wer nicht zugreift, verpasst am Ende die Chance seines Lebens: Last Days. Schlussverkauf.
Bernhard Laß: "Das Wahre im Leben liegt als Ware im Kaufhaus, suggeriert uns die Werbung. Es gilt, im richtigen Augenblick zuzupacken. Und: Fragt man Menschen, was ihre Hobbies sind, wird in den letzten Jahren immer häufiger Shoppen genannt. Was ist das für ein Hobby?"
"Die zweite Ausstellung nach unserem 100. Jubiläum seit 1989 ist ein Fotostreifzug durch Einkaufsstraßen in verschiedenen Städten und die Begegnung mit Menschen an der Grenze des Lebens", fasst Pfarrer Werner Sonnenberg zusammen.
Und so sind dem Künstler, der "nur" Dokumentator sein möchte, Foto-Motive von Preis-Schildern in Kreuz-Form, von prägnaten Werbe-Slogans wie "Thank God - I'm a woman" (Danke Gott, dass ich eine Frau bin) oder biblische Szenen, die dem Besitzer des neuen Sakkos göttliche Kräfte vermitteln sollen, vor die Linse gekommen.
Eine gewagte und zugleich interessante Betrachtung "Letzter Tage", die auf den ersten Blick so ganz unterschiedlich sind und dennoch in Verbindung miteinander stehen.

Hintergrund

Die Ausstellung „Letzte Tage“ mit Fotografien von Bernhard Laß ist bis bis 13. April im Kunstraum Notkirche, Mülheimer Straße 70, geöffnet.

Besichtigungen sind dienstags bis donnerstags von 10 bis 17 Uhr, freitags und samstags von 10 bis 13 Uhr, sonntags von 12 bis 13 Uhr sowie nach vorheriger Vereinbarung mit Werner Sonnenberg, Telefon 740788, möglich. Durch eine Förderung der Allbau-Stiftung ist der Eintritt frei.
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Bodo Kannacher aus Essen-Süd | 13.03.2017 | 23:04  
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