Durch die Jahrhunderte: Historisches in Frohnhausen und Altendorf

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Anhand der Kate Distelkamp am Poststreitweg 133 lassen sich die bäuerlichen Ursprünge Frohnhausens erkennen. Fotos: Essener Streifzüge
 
Diese Arbeit an der Kölner Straße 25 wurde vor über 100 Jahren in Auftrag gegeben. Fotos: Essener Streifzüge
Kürzlich zeigte der Historische Verein für Stadt und Stift Essen in Kooperation mit der Stadt Essen im Haus der Essener Geschichte die zweite Folge der „Essener Streifzüge“ (Wir berichteten auf www.lokalkompass.de/671966). Autor Robert Welzel präsentiert auf knapp 200 reich bebilderten Seiten 58 Wohnhäuser und Wohnhausgruppen aus neun Jahrhunderten und allen 50 Stadtteilen.

Ausgewählte Beispiele der Essener Wohnkultur geben Einblick in die Lebenswirklichkeit der Essener Bevölkerung und berühren die prägenden Themen der Essener Stadtgeschichte: die Abtei Werden, das Essener Frauenstift, den Bergbau, die Tuchfabrikation und die Firma Krupp. Die Bandbreite reicht vom romanischen Steinbau über das mittelalterliche Handwerkerhaus, den Fachwerkkotten, die Mietskaserne der Gründerzeit, das Stahl-Fertigbauhaus der 1920er Jahre bis zum Niedrig-Energie-Haus der Gegenwart.

Dabei gibt es für Einheimische und Gäste viel Überraschendes und Sehenswertes zu entdecken, auch abseits der gängigen touristischen Routen.
Vorgestellt wird z.B. das Wohnhaus Röntgenstraße 55 in Altendorf, das um 1898 errichtet und wie viele weitere Häuser im Umfeld von der Familie Rullich an Tagelöhner, Fabrikarbeiter und Bergleute vermietet wurde. Rein äußerlich wohnten die Arbeiterfamilien hier in wahren Palästen: Als Beletage (schönes Geschoss) ist das erste Obergeschoss mit Fensterverdachungen in Giebelform dekoriert.
Die spektakulären Jugendstilreliefs zur Prometheus-Sage, die Hans Weßling 1904 für sein Wohnhaus Kölner Straße 25 in Frohnhausen in Auftrag gab, gehen weit über die reine Dekorationsfreude hinaus und verbinden antike Mythologie und Industrialisierung zu einem komplexen Bildprogramm. Weßling betrieb auf dem Hof eine Schmiede, im Vorderhaus wohnten u.a. seine Mitarbeiter mit ihren Familien.
Als Beispiel für eine bäuerliche Wohnform ist der Kotten Distelkamp am Postreitweg 133 im Buch vertreten. Errichtet 1797 am Rande des Frohnhauser Holzes, eines früher ausgedehnten Waldgebietes, liegt das Gebäude direkt am früheren Hellweg, der unterhalb des Kottens den Borbecker Mühlenbach überquerte. Der Kotten ist deutlich in einen Wirtschaftsteil mit Pferdestall, Milchkammer und Tenne, und in einen zweigeschossigen Wohnbereich unterteilt. Bis 1930 gab es noch eine Scheune, die zur Verbreiterung der Hamburger Straße abgerissen wurde.

Zum Buch


Gestaltet hat das Buch Anke Hansen vom Amt für Geoinformation, Vermessung und Kataster, als Ideengeber für den Historischen Verein haben Michael Imberg und Klaus Kaiser mitgewirkt. Die GENO BANK ESSEN ermöglichte mit ihrer Unterstützung den günstigen Verkaufspreis.
Wesentliche Informationen bieten die „Essener Streifzüge“ auch in englischer, niederländischer und türkischer Sprache.
Für 9,95 Euro sind die „Essener Streifzüge 2. Von Haus zu Haus durch neun Jahrhunderte“ ab sofort im Buchhandel und in der Touristikzentrale erhältlich. Die ersten „Essener Streifzüge“ können noch über den Historischen Verein bezogen werden (www.hv-essen.de).
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