Elektro-Pop auf die Straße gebracht

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Der Performancekünstler auf seiner Bühne, der Straße.
Essen: Galerie Clowns & Pferde |

Die Anwohner in Frohnhausen staunten am vergangenen Montag nicht schlecht, als sie im Abendlicht die Frankfurter Straße entlang liefen: Auf der Straße tanzte eine weiße Figur mit blauem, glitzerndem Gesicht.

Wer stehen blieb und einen Blick durch die Fenster der Galerie Clowns & Pferde warf, konnte feststellen, dass der Grund ein Konzert von Joscha Hendrix Ende (Gesang und Performance), Mr Maribel (Bass) und Stefan Kirchhoff (Mandoline, WC-Kette und Elektroboard) war. Die kleine Gruppe gab ein Gastspiel in den Räumen von Galeristin Bianca Wickinghoff. "Wir möchten die Menschen für Neues öffnen", erzählte der Sänger vor seinem Auftritt, während er in der Garderobe das auffällige Kostum anlegte. Mit Elektro-Impro-Performance-Musik sollten Gäste uns Passanten "die Freude am Anderssein genießen." Anders, das war der Auftritt ganz sicher. Die Musik schallte, dank immenser Boxen, über die Frankfurter Straße. Das Thema an diesem Abend lautete Ordnung, Politik, Feuer, in Anlehnung an die derzeitige Ausstellung in der Galerie mit dem Titel Kissed by fire (Vom Feuer geküsst). "Ich erlebe junge Menschen, die sich den Klangwelten der modernen Zeit stellen", stellt Frankie Machine, selbst Künstler, begeistert fest," ES werden Gerätschaften kombiniert, ich sehe ein Radio, eine WC-Kette, einen Bass und einen Laptop. In Rüttenscheid fehlen Möglichkeiten für junge Menschen, sich auf diese Weise vor Publikum ausprobieren zu können." Ein Lob für die Galeristin, die den drei Musikern diese Chance in deren Heimatstadtteil Frohnhausen ermöglicht hat. Passant Marianpellei Jayabalan ist fasziniert:" Der Sänger sieht aus wie Joker, aus dem Film." Er kam mit seiner Frau nur zufällig vorbei und schoß gleich eine Reihe von Handyfotos. Stefy P. aus Essen erwartete noch vor der Veranstaltung garnichts, meinte jedoch: "Ich freue mich über alles". Nach wenigen Minuten wurde die Band dann auch bereits krätig angefeuert.
Bereits seit 5 Jahren sind die Künstler aktiv und treten in Kürze auch im Apo-Jugendhaus, geich um die Ecke auf. Wer den ungewöhnlichen Auftritt unter freiem Himmel verpasst hat, bekommt dann eine neue Chance sich von den ungewöhnlichen Klängen, dem mehr oder weniger wildem Tanzen und dem teils fast verstörenden Gesang beeindrucken zu lassen.
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Bodo Kannacher aus Essen-Süd | 17.04.2017 | 03:59  
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