Literarische Rundreise durch Essen und Umgebung

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Frankie Machine hat es sich für Lesung bereits vor seinen Werken bequem gemacht.
Essen: Galerie Clowns & Pferde |

Gemütliches Licht, knallbunte Pop Art-Kunstwerke und Möbel im Stil der 70er Jahre kreiieren aktuell eine ganz besondere Atmosphäre in der Galerie Clowns und Pferde in Frohnhausen. Mittendrin liest der Essener Künstler Frankie Machine aus seinem bewegten Leben.

Bis das Licht passt, dauert es einen Augenblick, doch Galeristin Bianca Wickinghoff ist sehr bemüht, es dem heutigen Künstler so angenehm wie möglich zu machen, bevor er seine Lesung beginnt. "Wie die Mona Lisa ihr Lächeln verlor" heißt die Geschichte, mit der der selbsternannte "professionelle Paradiesvogel" einen Einblick in sein Leben in Essen und Umgebung gibt. Einige der Zuhörer waren selbst dabei, als Frankie Machine im Essener Mudia Art und Mülheimer Schifferhaus die Nacht zum Tag machte. Überhaupt wird die Geschichte von vielen "Ahs" und "Ohs" und auch einigen Lachern begleitet, obwohl der Inhalt durchaus "nicht Ohne ist", findet der Künstler selbst. Im Gegensatz dazu stehen die knallbunten Materialcollagen und Bilder, die das "Zirkuspferd des Strukturwandels" ebenfalls eine vom Künstler selbst gewählte Beschreibung seiner Selbst, aktuell in der Galerie ausstellt. "Wir wechseln alle vier bis fünf Wochen die Ausstellung", erzählt Wikinghoff, die viel Zeit damit verbringt neue Talente der umliegenden Kunstakademien zu entdecken, aber auch immer wieder etablierten Künstlern wie Frankie Machine eine Plattform bietet. "Kunst ist für mich eine Form mich auszudrücken, zu kommunizieren", beschreibt der Mann, der einst die Lederjacken von Milli Vanilli entwarf, sein Verhältnis zu seinem Beruf. Mit dem Untergehen der Sonne endet auch die Geschichte der Mona Lisa und Zuhörer Udo Marx bringt seine Gefühle auf den Punkt: "Schön! Sehr gut! Ich kenne ja viele der Orte und verbinde sie mit meinem eigenen Leben." Auch er war früher im Schifferhaus feiern und da er nicht der Einzige aus der Runde ist, der dort seine Freizeit verbrachte, entspinnt sich schnell eine Diskussion darum, ob man sich damals vielleicht schon einmal begegnet ist. Auch die Margarethenhöhe, Holsterhausen und der Baldeneysee finden in der Kurzgeschichte Beachtung und lassen Bilder der Stadt Essen vor knapp 20 Jahren vor dem inneren Auge der Zuhörer entstehen. Umgeben von seinen Freunden und einigen Gästen aus dem Stadtteil liest Frankie Machine nach einer kurzen Pause noch eine weitere Geschichte, während Passanten neugierig durch die Scheibe blicken und sich fragen, was dort Inhalt sein mag. Wen die Neugierde gepackt hat, der ist eingeladen am kommenden Samstag, 1. April, ab 18 Uhr einem weiteren Leseabend des Ausnahmekünstlers beizuwohnen. Darüber hinaus läuft die Ausstellung in der kleinen Galerie ebenfalls noch bis zum 1. April, geöffnet ist donnerstags von 18 bis 20 Uhr sowie samstags 11 bis 13 Uhr und nach Absprache.
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