"Nichts ist so spannend wie Menschen!"

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Über die gelungene Ausstellung freuen sich (von links): Finanzamtsvorsteher Ulrich Hartmann, Künstlerin Hannelore Brandt und deren Tochter Cornelia Brandt.
 
Absolut ausdrucksstark sind Brandts Bilder.
Faszinierendes in 3-D-Optik, Menschen und Tiere: Vielfältig ist die Ausstellung von Hannelore Brandt im Finanzamt Essen-Süd. Auf fünf Etagen zeigt die Künstlerin noch bis zum 26. August ihre Werke unter dem Motto „Von Augentäuschung bis Zebrastreifen“ und gibt damit einen Einblick und Querschnitt in Arbeiten aus den letzten zehn Jahren.

Die Moerser Künstlerin, die schon von Geburt an die Kunst im Blut hatte, erinnert sich: „Mein Vater hat immer schon gemalt. Ölbilder. Ich habe dann angefangen mit dem Bleistift zu zeichnen, da war ich noch sehr jung.“
Später folgen viele VHS Kurse neben der Arbeit, und seit über neun Jahren hat sich Brandt komplett der Kunst verschrieben.
Im Allgäu und auf Ibiza holt sie sich Inspiration im täglichen Leben und hat früh gemerkt: „Acrylmalerei ist mein Medium.“
Lieblingsthema ihrer Arbeiten sind immer wieder die Menschen. Die Menschen wie sie leben, Brandt versucht besonders, die einzelnen Stimmungen der Personen einzufangen. „In der Ausstellung gibt es zum Beispiel das Bild eines alten Pärchens. Der Mann küsst die Frau liebevoll auf die Wange, doch ihr scheint das nicht so ganz zu gefallen“, berichtet die Künstlerin. Und tatsächlich! Der Betrachter spürt förmlich wie die Alte denkt: Lass das sein!
Besonders gerne malt Brandt jedoch fröhliche Menschen und möchte dem Betrachter ihrer Bilder genau diese Fröhlichkeit und Heiterkeit mit auf den Weg geben. Auch der Tanz hat es ihr angetan: Brandt, die selber gerne tanzt, möchte das Feuer und das Temperament, was einigen Tänzen innewohnt, vermitteln und tut dies beispielsweise mit einem Flamenco tanzenden Paar. Hier springen die Emotionen nur so auf den Zuschauer über.
Überhaupt sind die Werke der Moerser Künstlerin sehr vielfältig. Nicht nur Menschen sind ihr Steckenpferd, auch die Tiere hält sie immer wieder gerne auf Leinwand fest.
Auch hier verschwimmen die Themen, denn es sind besonders die Affen, die es Brandt angetan haben, eben weil sie „viele menschliche Züge haben.“
In der Regel fotografiert die Künstlerin ihre Motive und fertigt nach diesen Fotos die Werke an. „Das kann schonmal etwas dauern, je nach Schaffensphase“, betont sie. „Oft male ich zum Beispiel auch an mehreren Bildern gleichzeitig.“
Ein Werk wird Brandt aber sicher immer in Erinnerung bleiben: „Auf Ibiza habe ich eine nette ältere Dame beobachtet, wie sie die Straße herunterlief und sich mit zwei anderen Damen auf der Strandpromenade auf einer Bank unterhalten hat. Ich habe die Damen gefragt, ob ich ein Foto davon schießen könnte, um sie zu malen. Nach der Zustimmung habe ich das Bild gemalt, das ist auf jeden Fall ein Highlight für mich!“
Ein Highlight, das ist die 38. Ausstellung auch für Ulrich Hartmann, Finanzamtsvorsteher. Er ist begeistert von den Werken, weil sie so „fotorealistisch sind.“ Und weiter meint er: „Man könnte auf den ersten Blick glauben, dass man sich in einer Fotoausstellung befindet. Ihre Bilder sind mal wieder etwas ganz anderes in unserer Ausstellungsreihe.“
Genau hinschauen sollte man jedenfalls in der 4. Etage. Denn hier spielt die Künstlerin mit dem räumlichen Sehen der Menschen.
Der Betrachter kommt sich zum Beispiel bei einem Werk so vor, als stünde er direkt in einem Flur, von dem zwei weitere abgehen.
Wer jetzt neugierig geworden ist, der kann sich im Finanzamt selber von den Werken der Künstlerin überzeugen oder einfach auf ihre Homepage: www.hannelorebrandt.de schauen.

Fotos: Markus Decker
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1 Kommentar
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Hermann Schmidt aus Essen-West | 21.08.2013 | 16:46  
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