Regionale Motive aus neuer Perspektive entdecken

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Fiona McLardy nimmt letzte Veränderungen an der Ausstellung vor.
 
Schon von außen ziehen die Bilder den Blick an.
Essen: Galerie Clowns & Pferde |

Viele Essener kennen ihn: Den kleinen Flughafen in Mülheim an der Ruhr. Bekannt ist er für seinen Zeppelin, die Zepplinhalle und die Segelflieger. Und jetzt auch für sein „Terminal“. Der Grund? Die aktuelle Ausstellung in der Galerie Clowns & Pferde in Frohnhausen.

„Luftraum“ heißt die Ausstellung und gleichzeitig ist es auch der Name eines der ausgestellten Bilder. Die Essener Künstlerin Fiona McLardy zeigt verschiedene Arbeiten der letzten Jahre. Dabei spielt Architektur eine große Rolle. So finden sich auch der Frohnhauser Markt, verschiedene Ladenlokale aus Essener Stadtteilen und der Innenstadt sowie das Wohnheim des Klinikums Essen auf den Leinwänden. Dabei fällt auf, dass die Künstlerin besonders gerne großformatig malt. „Die ganz große Leinwand passt so gerade noch in das Auto von meinem Mann. Danach richte ich mich“, erzählt sie und berichtet weiter: „Allerdings bin ich vor Kurzem mit meinem Atelier umgezogen und habe es nun auf dem Dachboden. Ich baue die Leinwände selbst zusammen und bespanne sie. Nachdem das erste Bild fertig war, merkte ich, dass ich es nicht durch den Flur nach unten bekomme. Aber meine Motive passen nicht auf kleine Bilder. Nun nehme ich die Bilder nach der Fertigstellung wieder auseinander und spanne sie nach dem Heruntertragen neu.“ Ein Nervenkitzel, denn bei dem erneuten Bespannen kommt es auf Zentimeter an, damit das Bild wieder so wirkt, wie zuvor. McLardys Werke eröffnen eine optische Tiefe, die an einen 3D-Effekt erinnert. Oft können die Motive aus verschiedenen Winkeln betrachtet werden und bieten jeweils neue Effekte für aufmerksamen Beobachter. Diese Effekte erzielt die Künstlerin durch ihre Maltechnik. Dabei verwendet sie hauptsächlich Ölfarben und Eitempera, es sind jedoch auch Bilder aus Kohle und Kaffee oder Öl dabei.
Eine ganz andere Seite ihrer Kunst zeigt die gebürtige Londonerin durch die Holzschnitte, die ebenfalls in der Galerie zu sehen sind. Hier war insbesondere die Herstellung des Druckstocks eine Herausforderung und zeitintensiv, denn das Motiv wurde in sehr kleinteiliger Arbeit in das Holz geschnitzt. Das Ergebnis ist ebenfalls in der Galerie zu sehen und faszinierte schon bei der Ausstellungseröffnung. Diese war sehr gut besucht, sodass McLardy gleich mehrere Kurzführungen durch die kleinen Räume anbot und Hintergrundinformationen zu ihren Bildern gab. Dabei stellte sie fest, dass nicht jeder Betrachter wissen möchte, welches Motiv zu sehen ist. „Manche Besucher haben ihre eigene Interpretation, dass finde ich spannend“, sagt die Künstlerin. Sie selbst hat eine enge Beziehung zu ihren Werken und verbindet mit den Motiven oft nicht-sichtbare Erinnerungen, Eindrücke und Emotionen. „Für mich sind sie geografische Markierungen. Fast wie die Zielmarkierungen bei Google Maps“, lacht McLardy.
Im Rahmen der Eröffnung fand Bianca Wickinghoff, die Galeristin von Clowns und Pferde, einmal mehr die richtigen Worte um Werk und Wirken der Künstlerin zu würdigen und die dreiwöchige Ausstellung einzuleiten. McLardy mag den spielerischen Umgang mit ihren Bildern und sieht Kunst als ein Angebot für jedermann, das weiß auch die Galeristin und hofft daher auf viele Besucher. Noch bis zum 23. September sind die Bilder von Fiona McLardy nun in Frohnhausen zu sehen. Geöffnet ist die Galerie donnerstags von 18 bis 20 Uhr sowie samstags von 11 bis 13 Uhr sowie nach Vereinbarung.
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Udo Marx aus Essen-West | 20.09.2017 | 07:37  
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