Rigoletto als Kindergeburtstag

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Erstmals am Aalto-Theater zu Gast ist die junge rumänische Sopranistin Cristina Pasaroiu. (Foto: Matthias Jung)

Der kräftige Applaus am Ende des Abends zeigte deutlich: Dem Essener Publikum gefällt die jüngste Opern-Inszenierung am Aalto-Musiktheater: Rigoletto - Oper in drei Aufzügen von Giuseppe Verdi, in italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln.

Dennoch hat die Fassung von Regisseur Frank Hilbrich rund um den buckligen Hofnarren Rigoletto und den tragischen Tod seiner Tochter Gilda einige Schwächen.
Während nach der Pause das Bühnenbild (Volker Thiele) einige originelle Ideen zu bieten hat, ist im ersten Akt Kindergeburtstag angesagt: Bunte Luftballons hüpfen über die Bühne, die schwarzen Drehtüren nerven enorm, zumal sich die Scheinwerfer ständig im Klavierlack spiegeln und die Zuschauer blenden.
"Rigoletto ist die Geschichte eines Desasters", so Frank Hilbrich und versucht, die zwischenmenschliche Katastrophe, die Zerreißproben der Figuren in Bilder umzusetzen. Ob Horror-Clowns im Stile von Stephen King (Kostüme Gabriele Rupprecht) nun eine wirklich geniale Idee sind, ist wahrlich Geschmackssache.
Musikalisch liefern die Sänger Luca Grassi (Rigoletto), Cristina Pasarolu (Gilda), Carlos Cardoso (Herzog von Matua) sowie das Orchester unter der Leitung von Matteo Beltrami solide Kost, wenngleich keine Weltklasse erreicht wird.
Unterm Strich: Es gibt aktuell sehenswertere Opern am Aalto Musiktheater (zum Beispiel "Die Liebe zu den drei Orangen" oder "Norma"), doch wer Verdi mag und tragische Clowns zugleich, dem sei Rigoletto empfohlen.

Weitere Vorstellungen: 25., 27. Januar; 4., 9., 19. Februar; 16., 25., 30. März; 20., 26., 28. Mai
Karten: 02 01 81 22-200 In der Titelpartie des Rigoletto ist der aus San Marino stammende Bariton Luca Grassi zu erleben.
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