Und weiter geht's... 100 Ausstellungen im Kunstraum Notkirche

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Mit einem runden Tisch zum Thema "Migration und Flüchtlinge" wurde die gleichnamige Rauminstallation eröffnet, die noch bis zum 5. November im Kunstraum Notkirche zu sehen ist, dienstags bis freitag von 10 bis 17 Uhr, samstags von 10 bis 13 Uhr, sonntags von 11.30 bis 13 Uhr. (Foto: Renate Debus-Gohl)
 
Für die musikalische Gestaltung des Jubiläumstages sorgte u. a. Norbert Hotz (Kontrabass) mit Rhythm & Blues, klassischem Jazz und gelegentlichen Perlen der Popmusik. Rechts: Pfarrer Werner Sonnenberg. (Foto: Renate Debus-Gohl)

Großes Händeschütteln für Pfarrer Werner Sonnenberg, Kurator im Frohnhauser Kunstraum Notkirche: Seit 1989 verbindet er Kunst und Kirche, präsentiert mit der Rauminstallation "Der Runde Tisch" des Kölner Künstlers Holger Hagedorn die 101. Ausstellung, die noch bis zum 5. November zu sehen ist.

Rund 60.000 Menschen haben die Ausstellungen im Kunstraum Notkirche besucht: Bilder, Skupturen, Installationen und Performances waren zu sehen.
Pfarrer Werner Sonnenberg freut sich über das rege Interesse an dem Kunstfest, mit dem auf 100 Ausstellungen zurückgeblickt wird, und über das jüngste Werk: Der Runde Tisch.
"Kunst bewegt Menschen der unterschiedlichsten Art und Prägungen", so Pfarrer Sonnenberg. "Der Kunstraum ist zu einer Schule des kreativen, spontanen und lebendigen Lernens geworden."
Nach 100 Ausstellungen soll aber lange noch nicht Schluss sein. So trägt der Katalog mit der Dokumentation der 51. bis 100. Ausstellung auch den Titel "Bei 100 nicht aufgehört".
Den Anfang macht mit der Nr. 101 nun "Der Runde Tisch". Zur Vernissage nahmen daran zwölf Personen Platz, eingeladene Gäste und eine Person aus dem Auditorium. Es ging um das aktuelle Thema "Migration und Flüchtlinge".
Anschaulich wurde das Thema durch die Geschichte und die Zukunftswünsche einer syrischen Flüchtlings-Familie deutlich, die in der evangelischen Kirchengemeinde Frohnhausen vor wenigen Monaten eine neue Heimat gefunden hat.
Pedro de Castro, Leiter des Kinderflüchtlings-Chores des Zeltdorfes an der Hamburger Straße, sorgte gemeinsam mit dem jungen Chor für musikalische Akzente der Veranstaltung.
Thomas Römer, Teilnehmer des Runden Tisches, vom Amt für Soziales und Wohnen der Stadt Essen nannte Zahlen: "Uns ist es gelungen, 8.000 Flüchtlinge in Essen aufzunehmen, 6.000 davon in zehn Zeltdörfern. Wichtig dabei waren auch die vielen Ehrenamtlichen der Runden Tische in den Stadtteilen. Nun verändert sich die Situation: Die Zeltdörfer können abgebaut werden, pro Monat werden rund 400 Menschen in Wohnungen vermittelt. Es wäre gut, wenn das Engagement der Runden Tische sich nun verstärkt auf die in den Stadtteilen lebenden Flüchtlinge richten würde, die weiterhin dringend Hilfe zur Integration benötigen."
Pfarrerin Dagmar Kunellis, Beauftragte für Flüchtlingsarbeit der Evangelischen Kirche in Essen, warnte: "Ein Problem ist die zur Zeit geltende Residenzpflicht der Flüchtlinge und der durch politische Entscheidungen verhinderte Familiennachzug. So leben Familien zum Teil verstreut in verschiedenen Städten unseres Landes oder junge Flüchtlinge sitzen alleine in ihren Unterkünften. Dadurch besteht eine gewisse Gefahr der Radikalisierung durch Frust."
Pedro de Castro kritisierte auch die fehlenden Arbeitsgenehmigungen für Flüchtlinge. "Was sollen die denn den ganzen Tag machen. Sie möchten doch arbeiten und sich selbst versorgen."
Der gegründete Kinderflüchtlings-Chor wird auch nach der Auflösung des Flüchtlingsdorfes an der Hamburger Straße weiter bestehen: "Vier Nationen machen dabei mit. Sie werden vermutlich gemeinsam eine neue Unterkunft an der Münchener Straße finden, so dass die Kinder, die ja inzwischen hier Schulen besuchen, nicht schon wieder auseinander gerissen werden."

Buchprojekt
"Von Fluchten und Wiederfluchten" - unter diesem Titel soll in den nächsten Monaten eine Anthologie entstehen, in denen Geschichten gesammelt werden über die Fluchten gestern und heute und die Erfahrungen, die dabei gemacht wurden. Buchautor Dr. Artur Nickel: "Wir möchten Vergleichsmöglichkeiten schaffen, die sonst so nicht gegeben sind. Die Einsichten, die dabei zu erwarten sind, dürften sicherlich interessant sein."
Teilnehmen kann jeder, dem dieses Thema am Herzen liegt, Mindestalter 16 Jahre. Die Wahl der Gattung ist frei.
Mehr Infos unter: www.grend.de und bei Dr. Artur Nickel, Telefon 02327 974246.
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