Adieu, Andrea- Gemeindereferentin verlässt nach 31 Jahren St. Antonius

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Besonders Kinder liegen Andrea Kemmer am Herzen. Viele hat sie in ihrer Zeit bei der Gemeinde St. Antonius aufwachsen sehen.
 
Verlässt die Gemeinde St. Antonius mit einem lachenden und einem weinenden Auge: Gemeindereferentin Andrea Kemmer.

Niemals geht man so ganz: auch nicht Andrea Kemmer. Die langjährige Gemeindereferentin von St. Antonius hat ab dem 1. Juni einen neuen Wirkungskreis.

Sie ist die gute Seele, Ansprechpartnerin in allen Lebenslagen und immer für ihre Gemeindemitglieder da! Andrea Kemmer liegen die Menschen am Herzen, die sie während ihrer Arbeit für die Gemeinde getroffen hat, denen sie begegnet ist. 31 Jahre lang ist die gebürtige Gladbeckerin als Gemeinderefentin nun schon in Frohnhausen tätig. Ab Juni ändert sich ihr Wirkungskreis. Dann geht es für Kemmer beruflich nach Borbeck.
Zu ihrem Beruf kam Andrea Kemmer wie die Jungfrau zum Kinde. „Ich habe die Schule auf ganz klassischem Weg abgeschlossen und mich dann zuerst für ein Studium in Geografie in Münster entschieden“, so Kemmer. Das hieß für sie, zu Hause auszuziehen und die Eltern richteten ihr eine eigene Wohnung in Münster ein. Als ihre Freundin dann die Ausbildung begonnen hatte beim Essener Seminar für Gemeindereferentinnen und Kemmer davon berichtete, war schnell klar: „Das war eigentlich das, was ich immer machen wollte. In der Kirche, der Gemeinde mit den Menschen arbeiten“, gibt Kemmer zu. Sie war sich sicher ihre Berufung gefunden zu haben, folgte ihrem Herzen und brach das Studium ab. „Das war ein Schritt, der mich viel Mut gekostet hat. Aber es war für mich der richtige Weg“, ist sich Kemmer sicher. Und vielleicht war das Schwärmen der Freundin von ihrem Beruf wie ein Fingerzeig Gottes.
„Dann habe ich die Ausbildung begonnen und nach dem praktischen Jahr in St. Mariä Geburt angefangen bis ich schließlich nach St. Antonius kam. Da wusste ich schon, das ist keine Arbeit für mich, das ist Berufung.“
Vielseitig ist ihre Arbeit! Neben der Vorbereitung von Gottesdiensten, der Vorbereitung der Kinder auf die Erstkommunion, der Arbeit im Gemeinderat u.v.m. gibt sie damals Religion als Schulfach an der Diergardtschule.
Religion als Fach ist für Kemmer ganzheitlich, genau auf die Bedürfnisse der Kinder abgestimmt: „Religion spricht nicht nur die Seele und den Verstand an, sondern deckt ein großes Spektrum ab. Sie ist Bewegung, alle Sinne werden von ihr angesprochen.“
Die Arbeit mit Kindern gibt Kemmer oft viel Wärme zurück. „Man sieht Kinder aufwachsen, die man zur Kommunion begleitet hat, die wiederum ihre Kinder zur Kommunion anmelden.“
Kemmer war die Arbeit im Stadtteil immer das Wichtigste: „zur Kirche muss man nicht nur einmal die Woche zum Gottesdienst kommen, wir haben darauf geachtet, dass Kirche auch in dem Stadtteil offensiv ist, Menschen auf dem Weg zu ihrem Glauben begleitet.“ Überhaupt findet sie Frohn­hausen sehr lebenswert. „Wir wohnen hier gerne mein Mann Andreas, meine drei Söhne Jonas, Raphael und David, ohne die ich das Ganze niemals hätte meistern können. Sie haben zurückgesteckt, denn ich habe Arbeitszeiten, wenn andere feiern.“ So konnte Andrea Kemmer sonntags nie bei den Fußballspielen der Jungs sein, da zu der Zeit Gottesdienst war. „Ich habe oft die Arbeit über die Familie gestellt. Ich danke meiner Familie sehr, dass sie dafür imer Verständnis hatten.“ An große und kleine Dinge wird Kemmer immer mit viel Freude und Wärme zurückdenken und sie nie vergessen.
„Da sind zum Beispiel die Nächte der offenen Kirche in den Jahren 2005, 2007 und 2010 in St. Antonius. Daran denke ich sehr gerne zurück. Denn auch wenn der Kirchenraum viele Geister scheidet, konnte dort gezeigt werden, welche Möglichkeiten er bietet.“
2010 wurde unter dem Motto „Glut, Gold, Glaube“ in der Nacht der Kirche die Geschichte des Ruhrgebiets thematisiert. „Da haben wir einen richtigen Stollen mit Bauzaun usw. aufgestellt und jeder, der zu Besuch kam, musste zuerst mit Helm durch diesen Stollen.“ So sollte an die vielen Arbeiter in den Kohlekraftwerken erinnert werden, die ihre schwere Arbeit unter Tage verrichteten. Auch die Bergleute hatten einen tief verwurzelten Glauben an Gott. Der Stollen war so konzipiert, dass er sich in Richtung Altar öffnete, der wie ein Hochofen angestrahlt in rot und orange erstrahlte.
„Wir haben in dieser Nacht den Altar bewusst verwandelt, denn auch Brot und Wein verwandeln sich für uns in das Leib und Blut Christi“, so Kemmer. „Dieses Bild, überhaupt diese Veranstaltungen werde ich nie vergessen.“
Aber es sind auch die kleinen Dinge, an die Kemmer immer mit Dankbarkeit zurückdenken wird. An eine Woche religiöse Kinderfreizeit, bei der mit den Kleinen über den Galuben gesprochen wurde und sie erkannte mit wieviel Eifer die Kinder dabei waren, erinnert sie sich gerne.
Kemmer ist sich sicher: „ich verlasse nicht meinen Arbeitsplatz, ich verlasse meine Heimat.“ In Frohnhausen wird sie zwar wohnen bleiben, aber ihren neuen Wirkungskreis findet sie in St. Dyonisius in Borbeck. Bei gutem Wetter wird man Kemmer dann mit ihrem Rad auf der Trasse zur Arbeitsstelle fahren sehen.
Derzeit verschenkt sie viele Dinge, lässt sie in der Gemeinde zurück. Dies ist für Kemmer eine Art von Verabschiedung, eine Aufbruchsstimmung hat von ihr Besitz ergriffen. Aber manchmal braucht das Leben auch Veränderungen!
Freundschaften wird sie weiter pflegen, der Abschied von der Gemeinde ist langsam und mit bedacht. So wird Kemmer den Abschlußgottesdienst des Kindergartens noch mitverantstalten. Doch dann bricht für sie ein neuer Lebensabschnitt an. „Es ist Zeit für Veränderung. Wenn nicht mit 54 Jahren, wann dann?“, fragt die Gemeindereferentin optimistisch. Eines ist jedenfalls klar: Sie geht mit einem lachenden und einem weinenden Auge...
Fotos: Gohl
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1 Kommentar
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Lydia Sommer aus Essen-West | 22.05.2015 | 17:03  
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