Ausnahmekünstler motzen Markt auf

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An Marktskulpturen von Prof. a. d. Johannes Brus "fraß" der Zahn der Zeit. Besessene Frohnhauser Strickmonster kleideten die verblassten Kunstwerke ein. Jetzt stehen sie bei Minusgraden aber wieder nackt! Warum? Eine spannende "Handarbeit" von Weltkünstlern geht in Erfüllung. Foto: Armin Thieme
 
Am 2. Februar, bei eisiger Kälte, beginnt mit starkem Händedruck ein supergeiler Pakt auf dem Frohnhauser Markt! v. re. Gigo, Jutta Pentoch Ratsfrau, Prof. a.D. Johannes Bruns, Werner Sonnenberg Pfarrer. Foto: Schattberg

Ex-Boys-Schüler Brus mit Gigo legen Hand an fast 30-jähriger Skulptur!

Treffpunkt Frohnhauser Markt. Minusgrade. Jutta Pentoch zittert. Nicht nur vor Kälte. Aufgeregt ist die Ratsfrau. Immer wieder fliegt ihr Blick zu den fast 30-jährigen Skulpturen neben ihr – schwer witterungsgeschädigt. Die „flehen“ quasi vor Verfall dringend um ein kleines „Markt-Wunder“. Und – passiert es denn...

Ein Wagen hält. Augenleuchten bei Pentoch und Pfarrer Werner Sonnenberg. Weltkünstler Prof. a. D. Johannes Brus steigt aus. Herzliches Händedrücken Brus und Gigo, ein nicht nur in Essen gefragter Künstler. Man spürt, die Chemie stimmt. Muss, es eilt!

Jutta Pentoch rückblickend: „Lange suchte ich nach einer Möglichkeit, wie man die – für den Marktplatz und natürlich Frohnhausen historischen Kunstobjekte wieder „schön machen“ kann. Im Frühjahr 17 nahm ich Kontakt auf mit dem Künstler Johannes Brus ob er eine Möglichkeit sieht das Kunst-Werk auf dem Marktplatz zu restaurieren. Spontane Zusage, auch die Kosten hierfür sollten sich im Rahmen halten. Er benötige aber Unterstützung, da er mittlerweile über 70 Jahre wäre; nicht mehr ganz so gerne auf ein Gerüst steigt!“

Zeit zog ins Land. Die Ratsfrau blieb hartnäckig. Endlich - erstes Beschnuppern vor kurzem auf dem Frohnhauser Markt: Brus, Pentoch, Sonnenberg. Schnell wurde ein neues Treffen ausgemacht, 9.2., ob eventuell Gigo die vorbereitenden Arbeiten bei der Restaurierung ausführt.
Stets ein Ohr – besser zwei Hände für den Markt hat ebenfalls Ute Jonetat. Auch ihr fielen die wettergeschädigten Skulpturen auf. „Wir stricken seit 2015 „rund um den Markt“. Die Idee, die Skulpturen „einzukleiden“, wurde bei Park Fiktion geboren, als Frohnhauser aufgerufen wurden ihre Wünsche an Wunschbäume zu hängen. Wir Strickguerillas fielen auf. Machten unbeschwert mit Wollwerken den Stadtteil bunter – auch die Markt-Figuren. Immer mit Freude, wenn Vorbeigehende staunten, fröhlich grinsten oder uns gar dafür lobten.“
Jonetat ist sehr stadtteilfreundlich. „Da das Kunstwerk wieder in den Originalzustand zurück versetzt wird, freuen wir uns drauf. Haben unsere Verschönerung wieder entfernt.“
Zurück zum Treffen Karnevalsfreitag. Pfarrer Werner Sonnenberg bekennt: „Ich interessiere mich für die Skulptur-Arbeiten, dass die schnell und vernünftig realisiert - in den ursprünglichen Zustand gebracht werden. Ich habe den Eindruck, dass die Bürgerschaft starkes Interesse daran hat, damit nicht nur Markt sondern das Zentrum aufgewertet ist. Garantiert werden sich auch Besuchergruppen das ansehen wollen.“

Wann wird Hand angelegt an den Skulpturen?„Bis das Wetter beständiger wird. Die Skulpturen müssen gut durchgetrocknet sein. Temperaturen mindestens 10 Grad, Frühling – März. Vorher mit einer Kupferdrahtbürste Moos, Verdreckung wegschrubben. Erst Vorstreichen mit farbloser Mineralfarbe. 2-3-fach glasieren. Anstrich drüber. Mal schauen, was mit der Bürste abgeht“, fächern Johannes Brus mit Gigo auf.
Brus möchte nicht die Werke Nashorn, Fliehkraftregler, Vase, Kugel, Melone – Gurke, Pferd beschädigen. „Statt Bürste vielleicht doch eher mit Schwamm und Lauge säubern, damit man überall rankommt...“
Gigo hat „Draht“ zur Gerüstleihfirma. „Was ist mit den Säulen? Mit Hochdruckreiniger?“
Kosten? „Fakt, die Bezirksvertretung III muss ihr Einverständnis vorher erteilen, da es sich um Kunstobjekte im öffentlichen Raum handelt. Dafür muss es eine Vorlage für die Märzsitzung geben“, bilanziert Jutta Pentoch. „Ich bleibe unter 1000 Euro“, folgt prompt von Brus. Gigos Arbeiten sind aufwändiger.“

Wir klopften bei Bezirksbürgermeister Klaus Persch an. Er sieht keine Schwierigkeiten. „Das kriegen wir hin. Zumal wir noch den Denkmalverein haben.“
Tipp: Vielleicht ist preislich auch ein Schild drin mit der Skulpturen-Geschichte...?

Die Frohnhauser Bürgerinnen und Bürger können sich an der Restaurierung der Kunstwerke auf dem Frohnhauser Markt mit ihrer Spende beteiligen. Bitte schreiben Sie Ihre Adresse auf den Kontoauszug, dann geht Ihnen automatisch eine Spendbescheinigung zu:
Frohnhauser Denkmäler- und Kulturwerte e.V.
Sparkasse Essen
IBAN: DE23 3605 0105 0003 2062 99
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1 Kommentar
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Sabine Hegemann aus Essen-Steele | 12.02.2018 | 11:52  
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