Bodelschwingschule setzte Burka Grenzen

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Burka-Trägerinnen sind in der Bodelschwingh-Grundschule, Essen, nicht erwünscht. Foto: Privat
Große Aufregung verursachte 2014 eine Burka-Person in der Essen-Altendorfer Grundschule – was ist jetzt?

Der Schrecken war riesig an der Bodelschwinghschule im Herbst 2014, als eine Person vollverschleiert das Schulgebäude betrat. Kinder weinten, hatten Angst vor dem „schwarzen Mann“. Rückblickend verdeutlicht Rektorin Hannelore Herz-Höhnke, dass eine Mutter in Vollverschleierung erschien. Der Schulfrieden war enorm gestört, da sie zu Ängsten, zu einem nicht zu tolerierendem Schulbild führte. Folge: Entweder Burka ab beim Schuleintritt. Oder Stopp vor dem Tor? Was machte die Burkaträgerin? Ein Gespräch mit der Rektorin.

Stadtspiegel: Wie verlief das Gespräch?
„Ich versuchte der Mutter in einem aufklärenden zu vermitteln, dass ein verschleiertes Gesicht nicht zu unseren demokratischen Vorstellungen des Miteinanders in der Schule gehört. Erklärte ihr, wie fremd uns ihre Verschleierung vorkommt, wie viel Unbehagen es auslöst und wie wichtig uns das gestikulierende Gesicht mit der entsprechenden Mimik bei jedem Menschen in unserem Haus erscheint. Auch, wie unfair die Verschleierung auf ein offenes Gesicht wirken würde. Abschließend erklärten wir der Mutter, dass in einer so bunten Schule (94% Migrationsanteil) feststehende Rituale, Regeln, Verhaltensweisen das gute, friedliche Zusammenspiel in unserer Schule ausmache. Die Gesichtsverschleierung sei kontraproduktiv und allen anderen nichtverschleierten Menschen an unserer Schule fremd und nicht gewollt.“

Kam die Frau danach ohne Vollverschleierung?
„Nein. Sie hält sich an die „Spielregeln; bringt ihr Kind - bleibt hinter dem Tor.“

Was schießt da einer Schulleiterin durch den Kopf?
„Man könnte meinen, die Verschleierten nutzen die demokratischen Freiheiten, für die viele Frauen in Europa gekämpft haben, um die Freiheit wieder abzuschaffen. Diese Verhaltensweise fühlt sich sehr rückständig an.“

Sie mussten im vergangenen Jahr sehr viel aushalten, erhielten negative Kritik, jedoch auch viele unterstützende Kommentare – sowie viele Fürsprecher…?
„Ja, die Zeit war nicht einfach. Ich kam mir oft als Einzelkämpferin vor. Viele tolle Briefe, Anrufe, Kommentare aus ganz Deutschland unterstützten mich in meiner Haltung.“

Würden Sie wieder so handeln? Oder teilen Sie heute eine andere Meinung?
„Ja, ich würde wieder so handeln, weil ich in erster Linie aus Sicherheitsgründen das gemacht habe. Von vielen traumatisierten Kindern und Eltern habe ich furchtbare Geschichten gehört, die dazu führten, so wie beschrieben zu agieren. Als Schulleiterin gehe ich mit der Sicherheit unserer Schulkinder sehr sorgsam um.“
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3 Kommentare
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Sabine Hegemann aus Essen-Steele | 21.10.2015 | 17:46  
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Thorsten Ottofrickenstein aus Menden (Sauerland) | 21.10.2015 | 22:34  
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Bernhard Ternes aus Marl | 23.10.2015 | 15:58  
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