Bombiges Versprechen vom Dezernenten

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Altendorfer Fest im Höhenrausch: Fliegende Kinder, Insekten-Haus, Zusage für Zugabe 2014!

Schulhof Bockmühle, 13 Uhr. Das 3. Altendorfer Kultur- und Jugendfest wird „gegongt“ durch Kulturdezernent Andreas Bomheuer. Zettel raus – ablesen? Dazu kommt er nicht. Denn Clown Bobori macht den Part nicht förmlich sondern fröhlich: „Darf ich Andreas sagen?“ „Klar!“ In Null Komma nix kennt Klein und Groß durch fixe Fragen, flotte Sprüche Boss Bomheuer ‚in- und auswendig‘. Brausender Beifall nach seinem wiederholten Versprechen – kein Versprecher - für das nächste Altendorfer Kultur-Fest. Und das wäre…

„Du lebst in einem großen, gläsernen Haus?“ will Clown Bobori wissen. „Ich arbeite dort“, so Bomheuer. „Im Gildehof Center mit dem Mercedes Stern auf dem Dach? In der 13. Etage? Da kannst du ja bis nach Altendorf gucken?“ „Ich kann noch viel weiter gucken!“ kontert der Dezernent. Schlag auf Schlag legen beide drauf. Lob von Bomheuer an die Bürger, „was die Tolles auf die Beine bringen. Die Arbeit hat sich gelohnt beim 3. Altendorfer Kultur- und Dorffest. Aller guten Dinge sind drei. Und wenn es gute Dinge sind, dann folgen noch mal drei und weitere drei und…“ Der Kulturboss ist berauscht von den vielen verschiedenen Gruppierungen beim Fest, der phänomenalen Bühne mit den unterschiedlichen Vereinen…Absolut, sein Herz schlägt für Altendorf. In der Drügeshofstraße wohnte er; mit Großeltern, Eltern in einer 3½-Raum Wohnung. „Es zieht mich häufig in meine alte Heimat.“

Altendorf zieht. Auch Rolf-Dieter Liebeskind. Der stellvertretende Bezirksbürgermeister und Gattin Gisela unterbrechen den Kurzurlaub am Niederrhein, um beim Fest mitzufeiern. „Diese Altendorfer Kombination zwischen Dorf- und Kulturfest hier ist spitze“, lobt Liebeskind. „Im ‚Dorf‘ kauft man ein, geht spazieren, hat dort seine Grundschule, Kirche, auch manchmal seine kleine Moschee. Man geht zu seinem Verein, in seine Kneipe. In der Stadt geht man zum Amt, ins Einkaufszentrum, zur weiterführenden Schule, zur VHS, ins Kino… Alles groß, unpersönlich. Im Dorf ist es heimelig, man trifft Freunde, Bekannte, man fühlt sich wohl. Im Dorf ist man zu Hause. Genau das macht für mich das „Dorffest“ aus.“ Er plaudert aus dem Nähkästchen, dass seine Gisela, Ex-Kinderbeauftragte BV III, ihn bei seinen Aufgaben unterstützt. Sie kennen sich in- und auswendig, nach 45 Ehejahren…

Ach guck mal: Trotz Schwüle – strotzt strammes, knackiges Bürgersteiggemüse - in hübschen Kästen - am Stand von Ute Leman, Vanessa Sauer, Thomas Poschmann, Studenten Uni Dortmund; den Altendorfern bereits bestens bekannt durch mehrere Workshops. Neuer Treffpunkt: 15.6., 10-14 Uhr, Ehrenzeller Platz. Thema „Monokultur oder Vielfalt?“ Highlight: Ein Insekten-Hotel! Alles was kreucht und fleucht, fliegt und flattert. Ferner, am 29 Juni, 11-15 Uhr, Ehrenzeller Platz „Tag der Architektur“ – Gemüse und der Umbau des Platzes werden vorgestellt. Näheres: buergersteiggemuese@gmx.de

Nicht nur die jungen Pflanzen begeistern André Fabritz, EBB Essener Bürger Bündnis, sondern das Gewimmel auf der Bühne mit Kindergärten, Schulen, Vereinen – veranstaltet vom Kulturbüro der Stadt Essen, ausgeführt vom Bürgerschützenverein Altendorf 1760 und dem DJK Altendorf 09. „Tolles Erlebnis für Altendorf!“

Leuchtende Augen bei Thomas Kufen, CDU, 1. Vorsitzender, „dass alle Menschen einbezogen werden für den Stadtteil. Mitmachen. Zusammen an einem Strick ziehen; Kinder, Jugendliche im Mittelpunkt stehen.“

Happy ist Jeanne El Chakif vom Stadtteilprojekt Altendorf: „Wetter gut, Arbeit sehr gut. Auszeichnung für die vielen Akteure, die sich bei diesem Fest beteiligen. Auch neue sind dabei wie Islamic Relief und ein Ehrenamt-Laden aus Afrika.“

Als Meister im "Hochstapeln" erweist sich der Arbeitskreis Alianza von St. Mariä Himmelfahrt. Mit Karton-Aufbau! Soweit die Kinder-Hände reichen. Aber auch die Kinderspiele Tick Tack Toe und mehr ziehen die Lütten an.
Ach ja: Alianza ist spanisch und heißt Partnerschaft. Karin Hartmann, Mechthild Hemmler, Marcelo Almeida und Gabi Groß besuchten vom 13.2. bis 1.3. 2013 ihre Partnergemeinde „Espiritu Santo“ in Ecuador; schwärmen noch immer davon; unterstützten sie groß. Nächste Feier: Gemeindefest, 7.7.2013, St. Mariä Himmelfahrt, nach dem Gottesdienst wird die Ehrenzeller Straße rappel voll sein. Hoffen sie...

Mit offenem Mund werden "fliegende Kinder" mit Doppel-Saltos auf der Bühne bestaunt, bejubelt. Olympiareif. „Sie schaffen Sprünge über Tisch und Bänke“, übertreibt keinesfalls Hubert Röser, DJK Altendorf 09. Nachmachen? Telefon Röser 0157/85715800.

Zwar springt Detlef Diel nicht über alles, was nicht Niet- und Nagel fest ist, sondern der Vorsitzende Bürgerschützenverein Altendorf 1760 e.V. treibt es stundenlang mit dem Bierzapfen. Hitze macht durstig. Wasser, Cola, Biere - wechseln von Flaschen in Gläser. Zapfer Diel verspricht: „Nächstes Jahr wollen wir wieder vor dem Kulturfest einen Tag Dorffest machen in alter, bewährter Form. Unsere Schützen sind heute beim Rü-Fest mit Laser-Schießen. Ergab sich so.“ Ach ja, wenn die Rüttenscheider so arm sind…

Apropos Rü-Fest. In tollem Fahrrad-Outfit, sexy Höschen, Beine wie Marlene Dietrich, fiel glatt Bert Gille, Ex-Verwaltungsbeauftrager, auf. Mit dem Rennrad sauste er aus dem Essener Süden nach Altendorf. „Die Entscheidung fiel mir nicht schwer – Rü-oder Altendorfer Fest? Ich will alte Bekannte sehen. Freue mich, dass die mich auch so erkennen…“

Klar doch, auch erkannt am Würstchenstand wird natürlich Angelika Negraszus, Leiterin Kulturbüro – seit einem halben Jahr in Altersteilzeit. Sabine Howaldt, Leiterin Kita Ohmstraße, musste sie nicht lange überreden, zu kommen. „Ich freue mich, dass das Fest wieder so prima auf die Beine gestellt wurde. Dass so viele aus dem Stadtteil mitmachen.“

17 Uhr: Den Abschluss krönt die griechische Folklore-Gruppe. Riesenapplaus. Dauerklatschen für viel Engagement, Spaß. Mit einem klasse-Clown, der stundenlang Akteure, Ankommende mit Hochspannung anheizt.
Ach ja, mit dabei ist natürlich der ASB Arbeiter Samariter Bund. Gott sei Dank bleiben Marah Paschke und Thorben Kurbjuhn „arbeitslos“. Nicht so ganz. Mit ihren Augen haben sie alle im Blick. „Ein Junge hatte einen Rad-Schaden.“ Sie reparierten das Fahrrad flugs…

Erfolgsrezept des Altendorfer Festes
Brigitte Liesner, Stadt Essen, Büro Stadtentwicklung:

„Dass den Netzwerkpartnern vor Ort der Stadtteil Altendorf und seine Bewohner/-innen – ob jung oder alt – wirklich am Herzen liegen. Dazu sind die Kooperationspartner auch handfest und umsetzungsstark. Da wird nicht lange nachgedacht, ob man zuständig ist, sondern dieses Fest ist eine eingeführte Marke! Da arbeiten alle daran, es immer wieder auf die Füße. Ist ja auch gelungen“, Brigitte Liesner, Stadt Essen, Büro Stadtentwicklung.

Foto: Michael Gohl / West Anzeiger

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Hermann Schmidt aus Essen-West | 13.06.2013 | 08:47  
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