Der dreisteste Diebstahl

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Fotos: Schattberg
„Waffe“: Abgebrühtes am frühen Morgen im belebten Essener Stadtviertel!

Tatort, Donnerstag, 2. Oktober - Berliner Straße. Schon früh rauscht hier der Verkehr, Kinder trippeln zur Schule, Erwachsene zieht’s in die Läden für ihr Frühstück. Eine Langschläferin ist auch nicht die 82-jährige Johanna T.* (Name von der Redaktion geändert). Sie wohnt mitten im Gewusel. Neben Post, Supermarkt. Vor 8 Uhr. Johanna fühlt sich in ihrem Haus seit 46 Jahren sicher. Minuten später – ihr Leben wird abrupt unsicher. Sie hat Angst.

Die Frohnhauserin wohnt zwar Parterre, bedeutet aber 33 Stufen hoch. Trotzdem, in dem umgebauten ehemaligen „Krupp-Konsum“ lebt sie gerne, mit netten Nachbarn. Heute ist ihr Putztag. Hausflur reinigen. Also 33 Stufen runter. Sie ist eine vom alten „Kaliber“. Ordnung muss ein. Um auch den Haus-Eingang zu säubern, öffnet sie die Tür, ebenfalls die Seiten-Metalltür zur Hofeinfahrt. Auch hier schrubbt sie regelmäßig die Außentreppe „weil die häufig nach Urin stinkt….“

8.10 Uhr. Die rüstige 82-Jährige ist mit der Putzarbeit fertig, geht die Stufen hoch zu ihrer Wohnung. Auf dem oberen Teil begegnet ihr ein junger Mann, ruft freundlich „Auf Wiedersehen! Weg. „Dunkler Typ, circa 1.80 m groß, schlank, dunkelhaarig, dunkle Kappe, schwarze Jacke, dunkle Hose. Ich dachte noch, bei welchem Nachbarn hat der denn übernachtet.“ Denn jeder kennt sich im Haus seit Jahren.

Wie der „junge Mann“ weiter verschwand grenzt an nervenstarker Abgebrühtheit. Eine Post-Mitarbeiterin will mit ihrem Pkw auf den Hof. Der etwa 20-Jährige begegnet ihr, weist sie höflich ein. Husch. Fort.

Doch jetzt spult einer der schrecklichsten Augenblicke im Leben der rüstigen Witwe ab. „Der Dielenschrank ist aufgebrochen. Die darin befindliche Kassette weg. Schmuck samt Rente, abgeholt von der Sparkasse vor einem Tag. Die große Mappe liegt auf dem Sofa. Im Wohnzimmer stehen alle oberen Fächer offen.“

Stunden später, nach Spurensicherung von der Kripo, nach dem die 82-Jährige sich etwas von dem Riesenschrecken beruhig hat, informiert sie den West Anzeiger. „Ich möchte andere Menschen warnen. Passt auf. Auch beim Geldabholen, denn ob ich da beobachtet wurde? Der Kerl war jedenfalls mit allen Wassern gewaschen. Noch bin ich fix und fertig. Doch noch hatte ich Glück im Unglück: Was wäre passiert, wenn ich früher in die Wohnung gekommen wäre?“

Sachdienliche Hinweise, Polizei Telefon 8290.
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Hermann Schmidt aus Essen-West | 06.10.2014 | 19:05  
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