Der Markt vor dem Kollaps...

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"Der Markt braucht dringend neue Wege. Es wäre zu schade, ihm beim Untergang zuzuschauen. Folglich müssen sich alle Beteiligten am Riemen reißen, sonst ist die Existenz für alle gefährdet..." Todernste Worte von Siegfried Brandenburg, Ratsherr (Mitte). Obmann Wolfgang Dotten, rechts, vermisst seit über einem Jahr Obleute-Versammlungen. Andreas Koch, li., 2. Landesverbandsvorsitzender Markt und Schausteller, beklagt, wenig Hilfe der Bezirksvertretung III. "Alles dauert, zu langatmig." Fotos: Schattberg
  Stadt Essen ist dringend gefragt – ein Manager muss schnellstens her!

Die Kulisse am ältesten Essener Markt ist idyllisch: Jugendstilhäuser, West-Park, Kindergarten, Tanz-, Balletschule…Doch der 104-jährige Frohnhauser Markt kränkelt arg. Zwei Jahre „Erlebnismarkt Dienstag“ mit vielen Attraktionen – unterm Strich - kürzlich Aus. Jetzt steht der Jahrhundert-Markt gar auf der Kippe, ändert sich nichts Grundlegendes. Denn es geht auch anders. Hier eine bedenkliche Auflistung…

Von Ingrid Schattberg
Wenn Siegfried Brandenburg, Ratsherr und Mitglied im Ausschuss für öffentliche Ordnung, Personal und Organisation, eilig zum Markt nach Frohnhausen düst, riecht das nach Brand! An seiner Seite Andreas Koch, 2. Landesverbands-Vorsitzender Markt und Schausteller und Wolfgang Dotten, Markt-Obmann. Einig sind sich alle: Hier muss sich schnellstens was bewegen.

Brandenburg bilanziert: „Wer einen Wochenmarkt im Stadtteil hat, soll froh darüber sein. 26 gibt es in Essen. So kämpfte der Stadtteil Essen-Frintrop jahrelang, um überhaupt einen Markt zu bekommen. Vor zwei Monaten klappte es. Durch den Initiativkreis Frintrop, IHK und EVB Danke! Alle sind happy!“ Er fächert ferner auf: „In Oberhausen, Bottrop, Gelsenkirchen, Bochum florieren die Märkte - mit privaten Veranstaltern.“

Ist Frohnhausen denn Markt-satt? Fakt, er hinkt auf der Strecke, fällt zurück. „Da fehlen Energien, Ideen von zusätzlichen Aktivitäten.“ Der Ratsherr empfiehlt das Motto: Saisonbedingte Wochenmärke. Fantasie, Ideen sind ein Muss. Wie in anderen Stadtteilen Spargel-, Erdbeeren-, Kürbis-, Kuchen-Markt…Sein Vorschlag: „So könnten Kinder aus dem Schwedenheim jede Woche den Markt besuchen, Bohnen schnibbeln, Äpfel schälen. Die Tanz-, Balletschule grenzt am Markt – der wiederum eine kostenlose Präsenz-Bühne bietet. Aber, es macht leider keiner mit! Wenn andere Städte das packen, wir hier aber nicht, hat das was mit Vielfalt und Qualität zu tun. Zur Lebensqualität zählen nicht nur die Händler, dazu gehören Einzelhändler, Werbering, Vereine, Verbände, Politiker. Nicht nur Qualität, auch das Einkaufs-Erlebnis muss stimmig sein.“

Andreas Koch ergänzend: „Auch die Bezirksvertretung III könnte uns mehr zur Seite stehen. So wurden Sitzgelegenheiten für den Wochenmarkt seit langem genehmigt. Aber noch immer nicht umgesetzt. Alles dauert, ist zu langatmig.“

Brandenburg hebt ein Markt-Plus hoch: „So kauft jemand nicht nur fünf Kilo Kartoffeln bei Wolfgang Dotten. Nein, er „kauft“ auch Dotten mit – das Gespräch; im Gegensatz zu Discountern.“

Fakt, der immer fröhlich-freundliche Wolfgang Dotten ist mittlerweile Zündungs-reif. Ärgerlich führt er an: „Seit über einem Jahr gibt es keine Obleute-Versammlung. Dadurch keinen Ansprechpartner. Früher 3 x im Jahr, um unsere Sorgen, Nöte vorzubringen. Was ist beispielsweise mit dem jährlichen Schul-Schmücken und Tannenkauf vor Weihnachten, wer macht das?“ Tja, der engagierte Andreas Koch ist nicht mehr Markthändler. Was nun?

Brandenburg fordert: „Es muss für jeden Markt ein Konzept erstellt werden, das passgenau ist; also einzeln und ein Gesamtkonzept. Dazu gehört ein Markt-Manager, der frische Ideen und mehr einbringt. Der Markt in Frohnhausen benötigt neue Wege. Es wäre zu schade, ihm beim Untergang zuzuschauen. Folglich müssen sich alle Beteiligten am Riemen reißen, sonst ist die Existenz für alle gefährdet!“

Einig ist sich das Trio: „Normalerweise ist es Aufgabe der Stadt, des Markt-Sachgebietsleiter, das alles zu regeln bzw. sich vor Ort öfter sehen zu lassen, mit den Händlern zu sprechen.“
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6 Kommentare
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Sabine Hegemann aus Essen-Steele | 06.10.2016 | 21:10  
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Sabine Hegemann aus Essen-Steele | 06.10.2016 | 21:13  
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Ingrid Schattberg aus Essen-West | 06.10.2016 | 21:55  
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Gertrud Maetz-Winterscheidt aus Essen-Nord | 08.10.2016 | 14:16  
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Uwe Oberste-Hetbleck aus Essen-West | 28.11.2016 | 11:12  
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Uwe Oberste-Hetbleck aus Essen-West | 29.11.2016 | 13:12  
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