Emschergenossenschaft plant Mammutprojekt - wann Startschuss...

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Geplante Größe des Hochwasserrückhaltebeckens der Emschergenossenschaft - seit weit über zwei Jahren schlummern die Pläne bei der Bezirksregierung Düsseldorf. Luftbild Emschergen.
 
Es war einmal! Einst städt. Kleingartenanlage Böhmerstraße, mit 40 Parzellen...Fotos: Schattberg
Doch Bezirksregierung Düsseldorf ruht still!


Die Emschergenossenschaft hat in Essen was Großartiges vor. Grund? Die schnurgerade „Köttelbecke“, Essen-Frohnhausen, schwappt bei immer häufigeren Regenfluten extrem hoch; Exkremente landeten bis 2016 in angrenzende städtische Kleingärten. Vorbei! Denn die stinkende Kloake soll in eine idyllische Flusslandschaft Stück für Stück verwandelt werden. Milliarden-Mammut-Projekt! Doch die Bezirksregierung Düsseldorf lässt sich so viel Zeit....

Rückblick: Nach Stilllegung von über 40 Parzellen in der städtischen Kleingartenanlage Böhmerstraße mit Abfindung – kaufte die Emschergenossenschaft die Anlagen „Böhmerstraße“sowie Breilsrand“, um dort mit Hilfe neuer Rückhaltebecken den Hochwasserschutz entlang des Gewässers zu verbessern. (Wir berichteten).

Wahrlich, die Laubenpieper sollten nicht im Haurückverfahren fluchtartig ihre Parzellen verlassen. Bis zur endgültigen Inanspruchnahme durch die Emschergenossenaft durften die Kleingärten weiterhin pachtfrei von den "Erdwühlern" bewirtschaftet werden." Tolle Idee! Denkste...

Die Tatsache? Grauenvoll! Vermehrt verließen plötzlich die Gärtner ihre Parzelle. Sodann machten sich Vandalismus in ungeahnter Größe breit; und Ratten! Die Emschergenossenschaft schritt schnell ein. Hohe Bauzäune hinderten Vandalen weiter zu wüten. Der Kleingartenverband bat die Emschergenossenschaft, die „vermüllten“ Gärten zu übernehmen und zurückzubauen…

Flugs wurden die Arbeiten an ein Gartenbauunternehmen vergeben. Klartext: Ab Januar wurde aus den veschandelten Kleingärten Kleinholz. Bagger bissen sich durch Unrat, Beton, Mauerwerk, Holz.; danach nach Material gehäufelt. Und wiederum vom Gartenbauunternehmen abtransportiert.
"Anschließend werden die Flächen eingesät. Die Zufahrt zu den Anlagen erfolgt über die Böhmerstraße und den Breilsrand“, so Ilias Abawi, Pressesprecher Emschergenossenschaft.

Wie geht’s aber weiter? Wieviele Euro verschlingt das Projekt?Fragen, die sich leider nicht konkret beantworten lassen.
„Die Emschergenossenschaft plant zwar ein Hochwasserrückhaltebecken; Volumen des Beckens beträgt zirka 20.000 Kubikmeter, im Bereich der Böhmerstraße. Doch der Planungsentwurf befindet sich immer noch in der Genehmigungsphase. Die Unterlagen liegen derzeit bei der Bezirksregierung in Düsseldorf. Erst wenn wir die Genehmigung haben, können wir ausschreiben und nach der Auftragsvergabe ließe sich auch etwas zu den Kosten sagen.“

Seit wann befindet sich der Plan bei der Bezirksregierung Düsseldorf? „Seit Anfang 2014!“

Wow, welche Zeit! Gemach! Moderate Antwort des Pressesprechers: "Die Überprüfung des Antrags braucht sicherlich seine Zeit, zumal wir ja auch noch das Problem mit der seltenen Wasserralle in dem Bereich haben… das heißt, selbst mit Baugenehmigung könnten wir dort noch nicht loslegen, zumal es in den vergangenen Jahren auch eine inhaltliche Debatte rund um die Zuflüsse aus den Regenbecken in das Gewässer gab…"

Ach ja, die Wasserralle durchflutete vor längerer Zeit kurz die Medien. Sie verrät sich oft nur durch die lauten, abfallenden «quiik-quiik»-Rufe, die stark an das Quieken eines Ferkels erinnern. Keiner hatte sie gesehen. Aber einer sie angeblich gehört...
Trotzdem, eine Wasserralle macht noch keine Hochzeitsnacht! Gehören doch eigentlich immer zwei Vögel dazu!
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2 Kommentare
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Norbert Rittmann aus Essen-West | 14.02.2017 | 14:02  
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Sabine Hegemann aus Essen-Steele | 14.02.2017 | 18:21  
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