"Fehlt dem größten Essener Stadtteil die Lobby?!"

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Verkaufsoffener Sonntag in Frohnhausen Gemeinschaftsaktion Startrooper Germany (Foto), der Essener Elterninitiative zur Unterstützung krebskranker Kinder und der Mommsen-Apotheke. Foto: Gohl
2017: Acht von 33 offenen Sonntagen stehen auf der Kippe – auch Frohnhausen!

Verkaufsoffene Sonntage – lohnt sich der Aufwand? Die Meinungen sind geteilt. Noch 2016 müssen Werbering-Vorsitzende ihre Veranstaltungen für 2017 nennen. Unterm Strich: Nach Auffassung des Ordnungsamtes stehen von 33 gemeldeten acht auf der Kippe. Bedroht davon ist auch Frohnhausen, Laternenfest, 5. November…



Macht hoch die Tore, öffnet weit die Geschäftstüren am Verkaufssonntag – tja, das genügt dem Ordnungsamt der Stadt Essen nicht. Sondern es muss immer einen hieb-, sticht-festen Anlass dazu geben, um die Öffnung zu rechtfertigen. Das ist seit längerem bekannt, nach einem Urteil des Bundesverwaltungsgerichtes Ende 2015. (Wir berichteten). Das Gericht stellte nämlich fortan hohe Hürden für den verkaufsoffenen Sonntag. Also keine Pseudoanlässe! Düster sieht demnach das Essener Amt das Frohnhauser Laternenfest 2017. Geht Frohnhausen bald das Licht aus…

Wie sieht der Fachhandel den verkaufsoffenen Sonntag in Frohnhausen? Werberingvorsitzende Martina Löbbert verspricht fest: „Der bevölkerungsreiche Stadtteil, Frohnhausen, kämpft für den einzigen verkaufsoffenen Sonntag, 5. November 2017.

Ursula und Erich Grafflage, Schöne Dinge, Mülheimer Straße, dagegen hegen Bedenken beim vorgesehenen Laternenfest auf dem Gervinusplatz. „Wenn es dort gezielt ein Laternenfest geben würde, dürften wir eventuell nicht am Sonntag öffnen, weil unser Geschäft zu weit entfernt liegt vom Geschehen. Jedenfalls eine zweideutige Sache.“

Claudia Prehn, Bioladen, Mülheimer Straße, spontan: „Eine überfällige Einrichtung. Man muss nicht noch am 7. Tag der Woche einkaufen…“

Norbert Weiss EP: Weiss, Frohnhauser Straße, resümiert, „der Aufwand für den offenen Sonntag ist immer sehr hoch. Auf der anderen Seite eine einmalige Möglichkeit im Jahr, sich in Ruhe, ohne Hektik, zu präsentieren.“

„Ich bin vom eventuellen „Aus“ bestürzt, weil ich glaube, es ist der einzige verkaufsoffene Sonntag in nächsten Jahr“, beklagt Waltraud Schöne, Goldschmiede Schöne, Frohnhauser Straße. „Fehlt Frohnhausen die Lobby? Bei Negativ-Bescheiden, Kürzungen, muss immer wieder der größte Essener Stadtteil bluten.“

Frank Walterschen, Bürobedarf, Frohnhauser Straße, sieht den offenen Sonntag aus zweierlei Sicht. „Der Fachhandel kämpft auch gegen den Internethandel, da der sonntags, feiertags geöffnet hat, also 24 Stunden. Dagegen muss man was tun. Auf der anderen Seite: Der Kunde hat nur diesen sprichwörtlichen „ein Euro“, den er ausgeben kann. Wenn ich dem Kunden jetzt zusätzlich den offenen Sonntag anbiete, kommt er am Sonntag, aber Montag nicht. Alles nur eine Umsatzverschiebung. Außerdem hörte ich von vielen Kunden, dass die mittlerweile ihn nicht mehr wollen. Dagegen einen verlängerten Tag innerhalb der Woche halte ich für wesentlich sinnvoller.“
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4 Kommentare
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Sabine Hegemann aus Essen-Steele | 21.11.2016 | 14:13  
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Sabine Hegemann aus Essen-Steele | 21.11.2016 | 14:13  
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Sabine Hegemann aus Essen-Steele | 21.11.2016 | 14:15  
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Sabine Hegemann aus Essen-Steele | 21.11.2016 | 23:06  
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