Gemeinsam Frühstücken - gemeinsam leben

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Manuela Hartjes, Ina Jeromin, Nils Eisel und Thorsten Hellwig - das Frühstückteam.
 
Manuela Hartjes und Ina Jeromin freuen sich auf die Gäste.

„Hier gibt es keine Berührungsängste und es wird unbefangen damit umgegangen. Echte Inklusion ist eben dann, wenn man nicht darüber nachdenkt“, erzählt Thorsten Hellwig, stellvertretender Leiter der Wohneinrichtung der Diakonie, für Menschen mit Behinderung, in Altendorf. Zusammen mit Nils Eisel, stellvertretender Leiter der GSE Werkstatt Holsterhausen wurde das Frühstückscafé am Stadtteilbüro an der Kopernikusstraße 8 erneut auf die Beine gestellt. Neben Käse und Kaffee geht es hier vor allem um Teilhabe von Menschen mit Behinderung und dem persönlichen Kontakt zum Kunden.

Inklusion und damit gesellschaftliche Teilhabe ist in aller Munde - doch wie kann diese gewährleistet und umgesetzt werden? Darüber macht auch Thorsten Hellwig sich immer wieder Gedanken und hatte die Idee, das Frühstückskaffee zu neuem Leben zu erwecken. „Die Bewohner aus unserer Wohneinrichtung der Diakonie in Altendorf hätten dies alleine nicht gewährleisten können und so haben wir die GSE Werkstatt Holsterhausen angesprochen“, erzählt der stellvertretende Leiter. „Eigentlich sind die Diakonie und die GSE Konkurrenten, doch dieses Mal kooperieren wir in guter Sache.“ Seither gibt es bei beiden Einrichtungen jeweils ein Pool an Servicekräften, die regelmäßig am Freitagmorgen um 10 Uhr das Frühstückscafé eröffnen und die Gäste betreuen.

Seit gut drei Monaten läuft das Projekt der beiden Einrichtungen. „Zu Anfang gab es einen Probelauf. Wir mussten erst mal alles rund um die Hygienebestimmungen prüfen, ob es organisatorisch passt und ob es eventuell Berührungsängste gibt.“ Außerdem sei es zu Beginn wichtig gewesen, die Kommunikation mit den Gästen zu schulen und den Service zu erlernen.
Ina Jeromin ist seit Beginn dabei. „Als ich das erste Mal einen Gast angesprochen habe, war ich sehr nervös. Mittlerweile macht es total Spaß und ich habe keine Angst mehr, einen Gast anzusprechen.“ Berührungsängste gäbe es hier keine und beide Seiten sowohl Gäste als auch die Mitarbeiter seien unbefangen im Umgang miteinander. „Die Besucher sind immer zufrieden und glücklich. Die Meisten kennen uns schon mit Namen“, sagt Manuela Hartjes, auch sie ist seit Projektbeginn dabei. Nils Eisel ist stolz auf die Mitarbeiter und erzählt: „Man sieht hier, welche Fähigkeiten sich plötzliche entwickeln.“

Nachdem die Salzmannschule vor zwei Jahren geschlossen wurde blieb auch das wöchentliche Frühstück aus. Der Neustart ist auch Irmgad Feser und ihrer Damengruppe zu verdanken. Die acht Frauen kamen schon vor der ersten Schließung regelmäßig und haben immer wieder nachgefragt, wann das Frühstückscafé wieder eröffnet wird. Die Finanzierung sei schwierig und momentan würden rote Zahlen geschrieben werden. „Wir sind dankbar, dass die Sparda Bank dieses Projekt unterstützt. Mit der Spende ist das Frühstückcafé für ein bis zwei Jahre gesichert,“ erzählt Thorsten Hellwig. „So einen Service und so ein Frühstück bekommt man für das Geld nirgends. Wir hoffen, dass bald mehr Gäste kommen und es nicht wieder abgesetzt wird“, sagt Irmgad Feser.
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