"jamtruck": Andere Kultur - andere Hautfarbe - andere Sprache? Egal!

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Andreas Bonheuer am Schlagzeug - hat er von seinem Sohn abgeguckt!
Essen: Gesamtschule Bockmühle |

Er ist groß, knallbunt und ganz schön laut - der „jamtruck“, der seit Beginn des Schuljahres auch an der Gesamtschule Bockmühle regelmäßig Station macht. An Bord unter anderem jede Menge Technik, Instrumente und Fachmann Ralf Chmarowski und David Blazkowski- ihres Zeichens Musiker (Gitarre unter anderem) und Tontechniker. Ein Mal in der Woche helfen sie den Jugendlichen hier auf die Sprünge - rein musikalisch natürlich.

Der "jamtruck", das gemeinsames Projekt der Stiftung Mercator und der Folkwang Musikschule, möchte ein kreativer Ort zur Integration Jugendlicher verschiedener Nationalitäten sein. Bereits seit 2008 besucht er abwechselnd verschiedene Standorte in ganz Essen - in diesem Schuljahr auch die Gesamtschule Bockmühle in Altendorf. Die Schüler der „Seiteneinsteigerklasse“ (einer Klasse für Jugendliche ohne oder mit nur sehr wenig Deutschkenntnissen) haben hier ein Mal in der Woche die Gelegenheit, mit professioneller Unterstützung eine eigene Band zu gründen und vor allen Dingen „eigene Musik selber“ zu machen.
„Ein wirklich tolles Projekt“, findet auch Andreas Bomheuer, Geschäftsbereichsvorstand für Kultur, Integration und Sport - aber auch Vater!. „Jugendliche können sich hier in ganz anderen Bereichen beweisen, Erfolge haben, Selbstbewusstsein tanken und Schule einfach mal anders erleben. Und das Ergebnis kann sich sehen lassen. .Alle haben einen anderen kulturellen Hintergrund - auch musikalisch - und können diese Einflüsse einbringen. Ich finde das sehr spannend. Außerdem bekommen die Schüler so ganz nebenbei auch Kontakt zu Berufen im kulturellen Umfeld - wer weiß - vielleicht ist ja etwas für die Zukunft dabei?“
Mehrere Schülerbands, bestehend aus Jugendlichen verschiedener Nationalitäten -teils auch mit Flüchtlingsstatus - sind bislang innerhalb des Projektes entstanden! Sie erarbeiten mit Unterstützung von Ralf Chmarowski und David Blazkowski- ihre eigenen Songs. Das inhaltliche Konzept des „jamtrucks“ bietet ihnen sowohl Freiraum für die eigene kreative Entfaltung, als auch für die Kommunikation und Verständigung mit Jugendlichen aus anderen Kulturkreisen. „Am Anfang ist das nicht immer ganz einfach. Besonders schwer wird es in der Regel, einen Sänger zu finden, der am besten auch noch die Texte schreibt. Möglichst in Deutsch - ein bisschen die Sprache zu üben, kann ja nicht schaden - oder in der Muttersprache! Für viele ist das schwierig - man gibt viel von sich Preis vor den anderen - Gefühle - das ist nicht so einfach!“
Bei der nigerianisch-italienisch-portugiesisch-kosovarisch-afghanische jamtruck-Band „Gruppo Pazzesco“ („Verrückte Band") hatte sich das allerdings schnell geklärt. „Die Sängerin hat sich das Mikro geschnappt und losgelegt - ihre Muttersprache ist Englisch. Hört sich doch schon gut an!“
Ein eigenes Mischpult hat der Truck natürlich auch - und so entsteht hier am Ende des Projektes für jede Band eine CD - die natürlich mitgenommen und der Familie und Freunden präsentiert werden kann. „Und wer weiß - vielleicht findet ja auch der eine oder andere den Weg zur Musikschule, um weiter zu machen“, hofft Andreas Bomheuer. „Und wenn nicht, dann wissen die Schüler jetzt zumindest, dass man Musik selber machen kann - und sie nicht nur aus dem Smart-Phone dudelt!“



Fotos:
Jamtruck 1:
Jamtruck 2:
Jamtruck 3:

FOTOS: Colmsee
3
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1 Kommentar
46.002
Anastasia-Ana Tell aus Essen-Ruhr | 16.02.2016 | 21:26  
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