Kleine Ärzte und gesundes Pausenbrot

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Das Team des Kindergesundheitsmobils freut sich über jedes Kind, das vorbeischaut: (v.li.) Timo Müller (Sozialpädagoge), Nadine Sladek (Pädagogin), Martha Spallek (Projektleitung) und Marvin Markus (FSJ).
 
Wie beweglich bin ich: Lilo (5) macht vor, wie es geht.

Hand aufs Herz: Wer weiß genau, wie man sich richtig die Hände wäscht? Oder wer hat sich schon einmal selbst mit dem Stethoskop abgehört? Nicht die große Mehrzahl bleibt zu vermuten. An jedem Tag in der Woche ist der große grünen Truck an einem anderen Standort im Stadtteil finden; an jedem Dienstag steht er auf dem Ehrenzeller Platz und wartet auf neugierige Interessenten.

„Vor drei Jahren haben wir mit dem Projekt Kindergesundheitsmobil begonnen und es wird überall sehr gut angenommen“, erklärt die Leiterin des Projektes, Martha Spallek. „Gestartet sind wir mit zwei Pädagogen und von 15-18 Uhr am jeweiligen Tag drehen sich die Angebote rund um den Kindergesundheitspass. Das Kindergesundheitsmobil ist der Versuch, einen Brücke zum Regelsystem der Stadt Essen zu schlagen, die Angebote sind kostenlos und anonym. Hier geht es uns vor allem um Früherkennung, also wenn uns auffällt, dass ein Kind zum Beispiel einen schlechten Gang hat, und um Vorbeugung, sprich den Kindern zu zeigen, wie man sich richtig die Zähne putzt.“ Wer nun genau das spannend findet und das und andere interessante Sachen einmal gemacht haben will, der ist beim Kindergesundheitsmobil genau richtig.
Als Kooperationsprojekt der Stadt Essen, des Deutschen Kinderschutzbundes und der Mc Donald's Kinderhilfe Stiftung eignet sich der grüne große LKW hervorragend als Lockmittel: Zuerst sehen ihn die Kinder, dann werden die Eltern mit dahin gezogen. Aber es lohnt sich. Wer von der Größe nicht schon beeindruckt ist, wird es von er Innenausstattung sein: Ein voll ausgestatteter Wohnbereich mit Sitzmöglichkeiten, einer kleinen Küche, vielen Spielmöglichkeiten und alles rund um das Thema Gesundheit, sowie ein kleiner Arztraum erwartet die Kinder.
„Um den Kleinen und Großen das umfangreiche Thema Gesundheit altersgerecht nahe bringen zu können, bekommt jedes Kind von uns einen grünen Kindergesundheitspass. Dabei werden den Kindern in interaktiven und kindergerechten Aktionen die vier Hauptbereiche Gesundheitsinformationen, Bewegung, Ernährung und Wahrnehmung vermittelt.
„Mitunter ist es wichtig zu betonen, dass wir keinen Arztbesuch ersetzen. Wir versuchen die Stärken und vielleicht auch Schwächen eines jeden Kindes herauszustellen, helfen Eltern und Erziehungsberechtigten die richtigen Anlaufstellen zu finden und vermitteln an Kinderärzte und Sportvereine“, so Spallek weiter.
Insgesamt sind im Pass 16 Aktionen verzeichnet, die absolviert werden müssen. Wer sich alle Stempel geschnappt hat, bekommt neben einer Überraschung auch eine Medaille und eine Urkunde. Das Kapitel Gesundheitsinformation umfasst zum Beispiel Hygiene. Hier wird den Kinder unter fluoreszierendem Licht beigebracht, wie man sich richtig die Hände wäscht, an welchen Stellen sich besonders gerne Keime verstecken und wo sich Keime vor allem ansammeln. Auch der Check des Impfpasses ist mit dabei. Im Kapitel Bewegung werden die Themen Gleichgewicht und Balance, Ausdauer und Kondition, sowie Koordination und Körpergewandtheit angesprochen. Hierbei kommt ein großer Bewegungsparcours mit Slackline und Pedalo zum Einsatz. Beim Kapitel Ernährung wird den Kindern die Ernährungspyramide gezeigt, es gibt eine Lebensmittelkunde und die Thematik Zucker spielt eine große Rolle. Hierfür wird zum Beispiel zum Abschluss eines jeden Tages zusammen etwas Gesundes zubereitet. Bei der Wahrnehmung geht es um Sinneswahrnehmungen, die Sprache oder das Sozialverhalten. Hierbei werden verschiedene Spiele gespielt, die die einzelnen Aufgaben abdecken.
„Ich bin sehr gerne hier“, erklärt Josy (11). „Zwar nicht regelmäßig, aber bei meinem Pass bin ich schon gut voran gekommen. Hygiene, Ausdauer und Handgeschicklichkeit habe ich schon gemacht. Jetzt will ich für die anderen auch noch einen Stempel haben.“
Aber das Kindergesundheitsmobil ist nicht nur auf diese Weise im Stadtteil tätig. Auch bietet es ein Programm für Kitas an und fährt, nach Vereinbarung, in die Übergangsheime, um nach den dort untergebrachten Kindern zu sehen.
„Das Beste wäre, wenn wir es schaffen, dass sich das Modell unserer fahrenden Arztpraxis auch auf andere Städte und Kommunen überträgt. Das hier ist eine sehr dankbare Arbeit und mit den Kindern, sowie mit den Eltern erleben wir ein schönes Miteinander. Wir bieten so gesehen ein kleines Rundumpaket und kommen direkt vor die Tür gefahren. Da muss man dann einfach nur noch einsteigen“, schließt die Projektleiterin.
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