Lobes-Salven prasselten auf die Apostelkirche

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  100 Jährige steht jetzt stramm ins zweite Jahrhundert mit heißem Halleluja und Händedruck!

Der „Augen“-Blick sagte alles: Pfarrer Werner Sonnenberg strahlte – von innen und außen. Der Apostelkirch-Hausherr war glücklich und stolz. „Dass ich den 100. Geburtstag mit unserer Gemeinde aber auch mit den Bürgern unseres Stadtteils feiern kann. Denn wir leben an diesem Zentrum die Partnerschaft zwischen Christen und Bürgergemeinde.“ Tja, und wie das so ist, gibt es natürlich Beschenkte und Geschenke. Und da hat der pfiffige Pfarrer zu diesem Jubelfest sich was ganz Besonderes, quasi Ewiges, einfallen lassen…

Mmmh! Beim Öffnen der Seiten duftet es nach Frische, Neuem, Einmaligem, Interessantem. Eben ein Buch der Gunst und Güteklasse: 100 Jahre Apostelkirche – 50 Jahre Markuskirche. Ein Gemeindebuch für die Öffentlichkeit. Mächtig. 166 Seiten stark; mit Text und farbigen Bildern, auf umweltfreundlichem Papier, mattglänzend, sehr stabil mit Fadenheftung. Tatsächlich ein Jahrhundertwerk…!

Sonnenberg rückblickend: „Als ich vor 25 Jahren hier hin kam, war das Apostelzentrum in einem fragwürdigen Zustand. In den Jahren hat sich der immer weiter zum Positiven entwickelt.“ Er hofft, „dass in der Zukunft Gottes Segen weiter auf diesem Hause liegt. Denn all unser Tun und Lassen steht unter der Schutzmacht Gottes. Hier hat sich sehr viel in den letzten Jahren von außen wie innen in der Kirche geändert – nur zum Guten.“ Gott sei Dank!

Zum Jahrhundert-Tag sind Festgottesdienst, feierliche Reden, festliche Gesichter das Leuchtfeuer der Stunden. Da wird gelobt, nicht gelästert.

Hier ein Stimmen-Geburtstags-Reigen:
Professor Gerhard Gerstenberger,einer der großen Vorgänger (1965-1975) von Werner Sonnenberg, jetzt Bestseller-Schreiber: „Die Apostelkirche ist eine besondere Kirche in Essen, die 1913, vor dem Ersten Weltkrieg, im Jugendstil gebaut wurde: Breit schwungvoll, offen für die Gemeinde. Ein revolutionäres Gebäude. Ein Experiment in Essen. Die Neugotik war bis dahin verpflichtend für alle bisherigen evangelischen Kirchen. Die Apostelkirche ist sehr schön, hier fühlt man sich wohl. Ein wunderbarer Kunstraum ist entstanden für die ganze Stadt über die Jahre durch Werner Sonnenberg.“

Horst Burchardt, Ex-Apo-Jugendhausleiter: „Festlich, festlich, festlich! Nur die Kinder der Gemeinde fehlten.“

Petra Hinz, Bundestagsabgeordnete: „In den letzten Jahren hat sich der Platz rund um die Apostelkirche zu einem wundervollen Kleinod im Essener Westen entwickelt. Nach der Lutherkirche, Christuskirche, ist sie die dritte evangelische Kirche der Gemeinde und blickt auf eine erlebnisreiche 100-jährige Geschichte zurück. Infolge des Zweiten Weltkrieges erlitt die Kirche schwere Zerstörungen. 1949 wurde daraufhin die „Notkirche“ auf den ehemaligen Fundamenten des Gemeindehauses durch überwiegend freiwilliger Hilfe der Gemeindemit-glieder errichtet und bis zum Wiederaufbau der Apostelkirche 1958 genutzt…“ Zum Gottesdienst: „Skriba Pfarrerin Marion Greve hielt eine großartige Predigt. Im Mittelpunkt standen der Mensch und das gesprochene Wort. Dass jeder von uns die Aufgabe hat, den anderen Menschen zu stützen und zu unterstützen und ihn durch den Alltag zu begleiten...“

Ellen Schröder, Werbering: „Eine hervorragende Predigt, in der immer wieder Frohnhausen erwähnt, integriert wurde. Ebenfalls der Vortrag von Robert Welzel über die Apostelkirche war sehr informativ.“
Reinhard Ruppe, Arzt: „Die festen Mauern der Apostelkirche waren und sind immer ein wichtiger Ort in meinem Leben und Arbeiten in Frohnhausen.“

Martin Steinmann, Pfarrer von 1983-1988 an der Apostelkirche, der in Abständen immer wieder die Gemeinde besucht: „Ich bin jetzt Bauer. Der Beruf passt besser zu mir. Es tut mir nicht leid, dass ich den Schritt gemacht habe.“

Monika Kloß, Gemeindeglied: „Ein festlicher, emotionaler Gottesdienst, umrahmt durch Posaunenchor und den Gesamt-Chor. Gefühlvoller, nahegehender gemeinsamer Gesang der Lieder. Das Abendmahl in Form von Brot und Weintrauben fand ich sehr gut. Schade, dass kaum junge Leute im Gottesdienst waren.“

Ludger Blasius, Pfarrer der Großgemeinde St. Antonius: „Das Jubiläum unserer Brüder und Schwestern an der Apostelkirche ist Anlass zur Freude, da wir miteinander die Botschaft Jesu Christi bezeugen mit unterschiedlichem Profil.“

Achim Bronner, Leiter des Apo-Jugendhauses und Jörg Bendl, Presbyter: „100 Jahre - ein sehr würdiger Anlass, da diese Kirche im Zweiten Weltkrieg zerstört wurde - aus den Trümmern wurde die Notkirche errichtet. Wir finden es einfach toll, dass die Frohnhauser Gemeinde so zu ihrer Kirche steht, die eine große Tradition hat.“

Peter Gerold, Neue Arbeit der Diakonie: „Die Apostelgemeinde und wir arbeiten seit fast 15 Jahren zusammen. Hoffen, dass wir die gemeinsame Arbeit für langzeitarbeitslose Menschen solange fortsetzen werden, wie wir gebraucht werden.“

Martina Sonnenberg, hauptamtlich im Markuskirch-Zentrum, in der Apostelkirche ehrenamtlich tätig und – Ehefrau von Werner: „10 Jahre Kinderkunstkirche verbindet mich mit diesem Raum, dem Kunstraum Notkirche. Hier haben wir als Mitarbeitende mit Kindern und Eltern viel erleben dürfen. Begegnungen, Führungen durch die Ausstellungen, Gespräche, Workshops fanden mit Künstlern und dem zuständigen Pfarrer und Kurator statt, mit dem Ergebnis, dass unsere Einrichtung heute eine Kita mit Kulturprofil ist. 100 Jahre Leben in dieser Kirchengemeinde: Leben mit Höhen und Tiefen. Wir wünschen für heute hundertfaches Entdecken, Staunen, hundertfache Begegnungen. Und, dass weitere Träume und Visionen wahr werden…“

Fotos: Michael Gohl / West Anzeiger Essen + privat
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2 Kommentare
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Renate Sültz aus Lünen | 08.11.2013 | 14:33  
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Hermann Schmidt aus Essen-West | 08.11.2013 | 15:36  
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