Mathe-Genie - plus mehr

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Mathewettbewerbe ohne Ende - na und? Der 13-jährige Essener Alfred Krupp Schüler Lukas Finn Groß nimmt und packt alles mit Leichtigkeit. 1. Preis für den Gymnasiaten bei der Landesrunde NRW der 54. deutschen Mathe-Olympiade am 21.2.2015 in Wuppertal. In der 1. Runde nahmen 13927 Schüler von 616 Schulen aus NRW teil. Fotos: Debus-Gohl
 
Lukas Finn Groß macht seinem Namen alle Ehre. Er ist nicht nur ein Mathe-Genie sondern auch Schwimm-Ass beim Polizei-Sportverein 1922 e.V.. Hier seine Beute mit Medaillen-Regen.
13-jähriger Essener Schüler gibt Gesprächsstoff über Deutschlands Grenzen!

Diesen Termin habe ich mir total anders vorgestellt. Konkret: den Schüler des Essen-Wester Gymnasiums AKS. Denn wer bei Mathe-Wettbewerben ewig gewinnt, muss ein Streber Hoch 3 sein; nur Augen für Zahlen; kein Interesse an seine Umwelt. Vielleicht ein dünnes Bürschchen mit gebeugtem Gang? Mensch, der 13-Jährige hat ‚nen Model-Körper, holt damit Medaillen. Und mit seinem Köpfchen Preise…

Sein Vorname ist etwas ungewöhnlich: Lukas Finn. Ohne Bindestrich. So wird er auch von seinen Mitschülern gerufen. Nicht Luki, nicht Finni. Nachname Groß. Passt wie die Faust aufs Auge.

Sein Zuhause liegt in Altendorf. Also, schellen - schwupp steht Lukas Finn vor mir. Sportlich gekleidet, mit T-Shirt. Wow! Woher hat der Knabe so muskulöse Arme? Muckibude? Falsch!

Klar, bei unserem Gespräch ist seine Mutter dabei. Schließlich hat ihr Sohn erst 13 Lenze auf seinen breiten Schultern. Sandra Groß kennt schon den Blick. „Er ist Sportler. Leistungs-Schwimmer beim Polizei-Sportverein 1922 e.V. „Wollen sie mal sein Zimmer sehen?“ Eine Wand-Ecke gleicht einem Vorhang mit zig Medaillen. Dreimal wöchentlich Training!

Gemach. Thema ist ja Mathematik. Wann wurde sein Talent erkannt? „Die Lehrerin an der Heinrich Strunk-Grundschule hatte die Zeugnisse geschrieben. Ihr Mann las Korrektur. Darin stand, dass ich bereits im Tausendzahlenbereich rechne. Er stutzte.“ Und? „Die anderen im Hundertbereich. Ich war in der ersten Klasse.“

Sandra Groß blickt zurück: „Lukas war zwei Jahre, saß im Kinderwagen, hielt im Arm ein Stofftier. Die Kassiererin im Supermarkt wollte wissen, wie das Tier heißt. Er hatte den Schnuller im Mund, sprach deshalb etwas undeutlich. Die Kassiererin hakte nach. Der Kleine nahm den Schnuller raus, buchstabierte W I L L I.“

Tja, die Eltern, Sandra und Michael Groß, sind Diplom Mathematiker. „Doch immer war Lukas wissbegierig. Fragte uns Löcher in den Bauch. Er ist in allen Fächern gut.“
Stark untertrieben. Sehr gut! Bescheiden wirft Lukas ein: „Ich hatte damals nicht den Eindruck, dass ich übermäßig begabt war. Doch meine Lehrer waren sehr engagiert bezüglich Wettbewerbe.“ Seine Mutter zeigt mir einige Zeugnisse. Richtig langweilig. Stets „sehr gut“. Oder? „Ein bisschen schwach bin ich in Kunst!“ Aha! Welche Zensur? „Zwei. Mir wurde oft angeboten, eine Klasse zu überspringen. Will ich nicht.“

Nun bin ich aber gespannt auf seine Wettbewerbe. Abwarten.


Mit dabei ist er im Deutschland-Finale in Cottbus 14.-17 Juni – 14 insgesamt aus NRW.

Mehrmals nahm er an Vorbereitungs-Wochenenden in Bonn und Köln teil. Aufgenommen wurde der Altendorfer bereits in der hochbegabten Gruppe. Folglich flattert monatlich ein Korrespondenzbrief in den Briefkasten „Jugend trainiert Mahematik“, den das Mathe-Ass bearbeitet, einschickt. Korrigiert landet der Umschlag mit Ergebnissen und Punkten im Altendorfer Briefkasten. „Daran beteilige ich mich seit 2014.“

Vom 5.-8. Juni folgt Einladung ins Trainingslager Magdeburg „Jugend trainiert Mathematik“.

„Das ist aber noch nicht alles“. so Mutter Sandra. „Vom 18.-21.6. ist in der Schweiz ein Zusatzwettbewerb für die drei Besten der Jahrgangsstufen 7 und 8 „Känguru-Wettbewerb Mathematik 2015“:
Bei DATCH – Kürzel für Deutschland, Österreich, Schweiz – treten also drei Länder gegeneinander an. In Deutschland durchgeführt für die drei Besten der Jahrgangsstufen 7 und 8. Über 850000 Schüler aus Deutschland nahmen beim Vorentscheid, 19.3., in der ersten Runde teil; insgesamt 6 Mio. Schüler aus 60 Ländern!

Mir schwirren Zahlen wirr im Kopf. Ende? Nö! „Am 13. Juni ist für NRW in Köln das Mathe-Finale – gleichzeitig in Deutschland noch an sechs anderen Orten.“

Wie packt ein 13-Jähriger so viele Kämpfe ohne zu vereinsamen? Was sagen seine Mitschüler? „Och, es gibt schon mal kleine Sticheleien. Die meisten sind aber auch stolz, wenn die Lehrer vorlesen, wo ich gewonnen habe. Klar unterstütze ich gerne Mitschüler, wenn die Mathe-Probleme haben.“ Die Eltern, quasi Termin-Manager, Chauffeur, ergänzen: „Seit der 6. Klasse zieht’s außerdem unseren Sohn alle zwei Wochen nachmittags zur Uni in den Mathe-Zirkel. Er muss sehr wenig für die Schule üben. Für Englisch, Latein fast nichts. Nur vor Klassen-Arbeiten mal Vokabeln abhören. Er hat ein sehr gutes Gedächtnis. Ist jetzt schon besser, als wir beide waren.“

Ach ja, mit gespitzten Ohren liegt zu seinen Füßen der West Highland Terrier „Balou“. Das sechs-jährige Wuschelknäuel wartet auf Gassi gehen.

Die Eltern über ihren Sohn: „Ein sehr lieber Karl, zurückhaltend, bescheiden. Er geht mit seinem Können nicht hausieren.“
Tolle Familie, die Groß. Ich kam mir nachher sehr klein vor.
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2 Kommentare
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Hermann Schmidt aus Essen-West | 02.06.2015 | 07:14  
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Ingrid Geßen aus Essen-West | 08.06.2015 | 09:40  
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