Millionär gesucht - Bewegung kommt in Bärendelle

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  Treffen mit Bürgern, Politikern. Ein Bärendelle-Treffer…?
DIE LINKE reagiert prompt mit Anfrage an den Vorsitzenden des Ausschusses für Stadtentwicklung und Stadtplanung!

Wenn sie nicht den im Koma liegenden Bärendelle-Bau geschüttelt hätten, wäre er weiter stocksteif... Gemeint sind die Rüttler, Besetzer. Und jetzt die Bärendelle-Bürger-Initiative. Just war Treffen in der Apostelkirche. Gesprochen wurde viel. Herausgekommen ist eine schnelle an die Stadt. Unter’m Strich: Langer Atem…

Die Apostelkirche war voll. Ein buntes Publikum aller Generationen nahm sich Zeit, zog rein zum Kirchgang. Pralle Politik. Neben der AUF Bündnis für alternative, unabhängige und fortschrittliche Kommunalpolitik und der EBB, Vertreter aller Fraktionen der BV III, Ratsvertreter. Sowie Vertreter des Kulturbeirates und „unser von allen geschätzter „Dorfsheriff“, wie wir ihn liebevoll nennen, Winfried Gabriel“, freute sich Sabrina Dörr, BI. Glückwunsch, alle sprachen der BI Respekt aus, wollen ihre Tätigkeit unterstützen.

Aber wie sieht die aus? Denn mittlerweile machen die Renovierungskosten der Bärendelle Wahnsinns-Höhenflüge. Zum Ersten lautete die Zahl: Vier Million Euro. Jetzt schwirren gar Schocker himmelhoch: 17 Mio. Euro! Doch Zahlen lassen Tucholski nicht in die Luft gehen: „Die Brost-Stiftung jongliert!“

Letztendlich das Ergebnis ein Treffer?
Arndt Sauer, Leiter Mehrgenerationenhaus St. Anna: „ Es herrschte schöne Stimmung im Raum, Gemeinschaftsgefühl. Doch ist alles realisierbar? Wegen der hohen Kosten kaum machbar. Es wäre wunderschön, wenn sich die Stadt ein solch vorgestelltes Zentrum leisten würde; somit ein starkes Stadt-Zeichen für soziokulturelle Arbeit. Letztendlich ist nichts Konkretes herausgekommen. Wie immer, Politiker haben viel gesagt, aber nicht wirklich was. Ich vermute, die Bärendelle bleibt Ewigkeitsbaustelle. Zeit für Tätigkeit war bislang genug…“
Fotos: Markus Decker

Die Linken machten deutlich, "dass es dem Ansehen der Stadt gut täte, sich nicht quer zu stellen und dass DIE BESETZER „nur“ auf e i n Problem der Stadt aufmerksam machen wollten...." Wolfgang Freye, Ratsherr Linke, resümierte, „mir ist kein offizieller Auftrag der Stadt Essen bekannt, dass das Gebäude Bärendelle veräußert werden soll. Ich wundere mich sehr, wo die Verwaltung den Auftrag her hat.“

Lothar Föhse, CDU Fraktionssprecher BV III, forderte gar politische Konsequenzen, „wenn die Immobilienwirtschaft der Stadt Essen es in fünf Jahren nicht geschafft hat, das Gebäude zu vermarkten.“

Bürger stellten „einen langsamen Verfall des Stadtteils fest. Nach der Schließung des Jugendhauses Papestraße bemühe sich die Stadt trotz Versprechens nicht um Ersatz.“

„Wir wollen kein neues Jugendzentrum, sondern einen Ort der Begegnung, der Entfaltung und des Austauschs für Jedermann, egal welchen Alters, welcher Herkunft, welcher Religion oder privaten wirtschaftlichen Verhältnisse. Ein Zentrum für ALLE“, verdeutlichte Sabrina Dörr.

Beifall, Lob für Ideen, Arbeit, Engagement sprudelten – auch an Mitinitiator, Anwohner und Pädagoge Stauer, der das Konzept eines sozio-kulturellen Zentrums detailiert skizzierte.

Kritik von Bezirksbürgermeister Klaus Persch: „Die Bürgerversammlung war für mich sehr enttäuschend. Es meldeten sich leider viel zu wenige Bürger zu Wort. Linke Parteien haben versucht, sich als die Heilsbringer für die Bärendelle zu profilieren. Zum vorgestellten Konzept der BI zur Bärendelle bleibt zu sagen, dass man alles, was Vorgeschlagen wurde, sich in der Bärendelle vorstellen kann.“

Ja, wann kommt endlich der Millionär? Versprochen, die Bürgerinitiative Bärendelle bleibt knallhart am „Ball“. Schritt für Schritt…


DIE LINKE reagiert. Mit einer Anfrage an den Vorsitzenden des Ausschusses für Stadtentwicklung und Stadtplanung

1. Welche Instandhaltungs- und Instandsetzungsmaßnahmen wurden seit 1994 an der ehemaligen Hauptschule Bärendelle durchgeführt, insbesondere zum Erhalt des Denkmalschutzes? Wurden hierzu Fördermittel des Bundes oder des Landes beantragt bzw. ausgeschöpft?
2. Gibt es bei der Stadt Rückstellungen für den Erhalt denkmalgeschützter Gebäude wie der Bärendelle?
3. Gibt es Vorgaben der Bezirksregierung Düsseldorf bzw. der Stadtverwaltung Essen aus Gründen der Haushaltskonsolidierung den Erhalt von Baudenkmälern – wie der Bärendelle – zu vernachlässigen?
4. Auf welcher politischen Beschlussgrundlage bemüht sich die Verwaltung nach Presseberichten um einen Verkauf der Bärendelle? Welche Interessenten gibt es und wie ist der Stand der Gespräche/Verhandlungen?
5. Hat die Verwaltung einen Umzug der angemieteten Räume in der Freytagstraße (BV III, Bürgeramt usw.) und in der Sybelstraße (Stadtteilbibliothek) in die Bärendelle geprüft, was ist ggfs. das Ergebnis und welche Mietzahlungen leistet die Stadt für die genannten Räume? In welchem Zeitraum würde sich ein Umzug rechnen, wenn die Stadt Essen als Eigentümerin die Bärendelle Instand setzt und anschließend für städtische Einrichtungen nutzt?

Begründung:
Offenbar wurde die Instandhaltung des denkmalgeschützten Gebäudes durch die Stadt Essen als Eigentümerin vernachlässigt (akute Einsturzgefahr von Decken wurde als Begründung für die Räumung der Besetzer/innen angeführt). Die in der Öffentlichkeit kursierenden Angaben über den aktuellen Sanierungsbedarf sind widersprüchlich – von 5 bzw. 7 Mio. Euro ist die Rede.

Analog zum Badehaus der Zeche Carl soll geprüft werden, inwieweit eine Nutzung der Bärendelle durch die Stadt (anstelle eines Verkaufs) langfristig wirtschaftlicher sein könnte.
Wolfgang Freye Dieter Stodiek Hans Peter Leymann-Kurtz
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1 Kommentar
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Hermann Schmidt aus Essen-West | 18.09.2013 | 11:53  
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