Pastor Gerhard Welp: Er hätte auch Schauspieler werden können

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Ein Foto als Erinnerung an das 20-jährige Ortsjubiläum von Gerhard Welp (re. außen).
 
Kleine Zeitreise gefällig?- Gerhard Welp als "junger Hüpfer" in seiner Anfangszeit. (Foto: privat)
Pastor Gerhard Welp feiert 20-jähriges Ortsjubiläum



Die Kirche platzte aus allen Nähten. Es mussten sogar zusätzliche Stühle geholt werden, dass alle Gläubigen einen Sitzplatz ergattern konnten. Was sich anhört wie der Besuch eines hohen Geistlichen aus dem Vatikan, war in Wahrheit ein (fast) normaler Sonntagsgottesdienst. Und daher umso schöner.

Die Ehre gebührt an diesem Tag dem Gemeindepfarrer Gerhard Welp. Dieser hat nämlich sein 20-jähriges Ortsjubiläum zu feiern, wobei scheinbar der ganze Stadtteil anwesend ist. Im Anschluss an die Messe um 11.15 Uhr ist ein lockeres Miteinander geplant, mit Würstchen und Getränken, musikalisch begleitet von dem Blasensemble Melodia Brass und der Gruppe "The New Voice" unter der Leitung von Julius Wermter.
Unterhält man sich mich den Anwesenden, kann man an jeder Ecke hören, wie zufrieden die Gläubigen mit ihrem Pfarrer sind. Diese Meinung ist vertreten bei Alt und Jung sowie Menschen, deren Wurzeln nicht in Essen zu finden sind.

Sohn einer Bäckerdynastie

Dabei würde man, kennt man Welps Familiengeschichte, nicht unbedingt sofort darauf kommen, dass er den Beruf des Priesters ins Auge fassen würde. Im Jahr 1959 wird Gerhard Welp in Essen-Bergerhausen geboren. Seine Eltern, wie auch seine Groß- und Urgroßeltern sind Bäcker und haben ein eigenes Geschäft, das bis heute im Stadtteil bekannt ist. „Meine Eltern sind bodenständige Christen, aber mit im Herzen Bäcker. Das hat man immer wieder gesehen, wenn sie mit den Kunden Kontakt hatten und sehr glücklich mit ihrer Arbeit waren“, so der Pfarrer. Dennoch wird schnell klar, dass sich Welp für eine Sache stark interessiert: Er ist Messdiener und hat von da an seine Liebe zur Kirche entdeckt. Sehr prägend erlebt er auch die Kinder- und Jugendarbeit, die er als großartig empfindet, allen voran mehrere Kapläne, die sich sehr für die Jugendlichen einsetzen . Mit dem Wunsch, das auch an die nachfolgenden Generationen weiterzugeben, steht schon vor seinem Abitur der Entschluss fest: Gerhard Welp will Pastor werden.
Nach dem bestandenen Abitur beginnt er sein Theologiestudium in Bochum und bleibt dort bis zu seinem Vordiplom. Im Anschluss verbringt er zwei Semester in Luzern in der Schweiz und ein Semester in Würzburg, um anschließend wieder ins Ruhrgebiet zu kommen, um in Werden seine Priesterausbildung zu machen. „Was meinen Entschluss angeht, bin ich meinen Eltern unglaublich dankbar“, erinnert sich Gerhard Welp. „Sie haben mich in meiner Entscheidung von Anfang an unterstützt, aber auch verstanden, wenn ich mich doch falsch entschieden hätte. Ich weiß noch, als ich mein Studium abgeschlossen habe, kam meine Mutter zu mir und fragte mich, ob ich mir in meiner Berufswahl noch immer so sicher sei, wie am Anfang. Denn Meinungen ändern sich im Laufe der Zeit. Wenn dies der Fall wäre, sollte ich mir keine Sorgen machen, sie würden mir eine weitere Ausbildung finanzieren. Da ich aber schon von klein an wusste, dass Priester zu sein mein Traumberuf ist, konnte ich das Angebot dankend ablehnen.“

Zum Pastor berufen


Und glücklicherweise hat er das getan. „Der Pastor ist ungemein kreativ bei der Gestaltung des Gottesdienstes“, bestätigt Schwester Monthy. „Er schafft es, diesen immer sehr lebendig zu gestalten, ist freundlich, hilfsbereit und hat ein sehr angenehmes Wesen. Ist man bei ihm im Gottesdienst, nimmt man als Gläubiger das, was er gesagt hat mit nach Hause und zehrt davon mindestens für eine Woche, also bis zum nächsten Sonntagsgottesdienst. Persönlich gefällt mir weiter, dass er Respekt vor allen Menschen hat, egal aus welchem Land sie kommen. Er macht da keinen Unterschied, alle sind in seinen Augen gleich.“
Viele der Anwesenden kennen ihn auch noch aus der Zeit, in der er Kaplan war, die Tochter oder den Sohn getauft oder verheiratet hat. „Herr Welp reißt Leute mit, er hätte auch Schauspieler werden können“, ergänzt Brigitte Henkel. „Er ist selbst stets mit einer Begeisterung dabei, die Seinesgleichen sucht. Er hat zu seinen Gemeindemitgliedern einen sehr guten Draht und kümmert sich. Er schafft es auch die Jugend anzusprechen, was heute gar nicht mehr so einfach ist. Und wenn etwas ist, lässt er auch mal Fünfe gerade sein, das schätzen viele seiner Gemeindemitglieder. Wir gehen sehr gerne zu ihm in die Messe, aber nicht weil wir müssen.“ Sehr hervorgehoben wird zudem seine tolle Sprech- und Singstimme.
Mittlerweile hat sich Welp auch umgezogen und mischt sich unter sein Völkchen. Wie eine kleine Biene zieht er von Blume zu Blume und hält mit jedem ein kurzes Gespräch, bis sich der Kreis langsam auflöst. Und nun heißt es plötzlich wieder: Auf die kommenden 20 Jahre!
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