Schleppender offener Sonntag

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Malik Pullen, Goldcenter Frohnhausen, zum offenen Sonntag: "Die Leute drehen ihre Runden. Mehr nicht. Der offene Sonntag lohnt sich eigentlich nicht. Lediglich vor Weihnachten, dann aber am Monatsanfang." Fotos: Gohl
Sechs Essener Verkaufsoffene: „Zu viel“ – Gervinusplatz-Stände zu wenig!

Verkaufsoffene Sonntage sorgen immer für Überraschungen. Mal spielt das Wetter nicht mit, mal sorgt Petrus von oben, dass es unten richtig rammel voll ist. Diesmal? Wetter stimmt! Besucher trudeln ein – da die Frohnhauser Schützen ihr 175. feiern; Königsparade auf der Berliner Straße. Klasse! Danach auf den Gervinusplatz? Hier vermisste Fakten…

Ein Tag vorher - zwei Stand-Absagen. Danach locken Sonntag nur noch vier auf dem Gervinusplatz. Nach der Schützen-Königsparade kommentiert Anne Bogisch den Aufmarsch: „Sehr farbenprächtig. Die haben sich viel Mühe gegeben.“ Zum offenen Sonntag: „Von den Kaufleuten vermisse ich mehr Präsenz. Lange Dienstage finde ich besser!“

Verlass ist aber immer auf „acht Freunde für Achilles“. Heidi und Olaf Eickmeier fächern auf: „Ab 9 Uhr Stand-Bau.“ Beginn 11 bis 18 Uhr. Wahrlich, die Stofftier-Berge sind so süß, „dass viele Kinder ihr letztes Taschengeld zusammenkratzen, um Hund, Katze, Maus und Co. zu ergattern.“ Karin Schmitz verschmitzt: „Den lieben Blicken können wir oft nicht wiederstehen, wenn die Euro nicht stimmten.“ Was ist das? Gerda Thegtmeier zückt ‚nen Schein. „Für Achilles Förderverein, Apo-Haus, kommt Kindern zugute.“

Eine Dame ist so verliebt in Teddys, kauft auf einen Schlag fast alle weg. Ihr Mann ist dagegen in eine Löwin verknallt. Weg, vom Fleck…Beifall von Jürgen Sander auf die „Achter“. „Ich freue mich über die Aktivität, den Einsatz dieser Ehrenamtlichen. Schade, dass sich bei so einem Fest zu wenig hier engagieren.“

Am Stand von Frank Walterschen ein Hin und Her. Folien-Luftballons locken im Wind. „Die werden gut angenommen.“ Darunter plusterten sich witzige Kissen. Husch, gekauft!

Kuchenstand von Achilles. „Superfrisch!“ lockt Lydia Sommer, Bezirksmitglied BV III. Quasi stundenjung. „Noch morgens Spiegeleier-Pfirsichkuchen, Erd-, Rhabarberkuchen gebacken!“ Ellen Schröder, Werberingvorstand, listet auf: „Der Zulauf ist gut. Leider zu wenige Stände. Den Grund weiß ich nicht, doch das bestärkt uns, mehr lange Dienstage, weniger offene Sonntage zu machen.“

Diplomatisch Achilles-Kassierer Hans-Joachim Müller-Ehlers: „Heute haben wir viel Zeit, mit den Menschen zu reden – über Achilles, das Apostel Jugendhaus, den Sparkassen-Wettbewerb …“ Renate Stangl-Mackenberg lobt zurück: „Ich find es toll, dass die Helfer ihre Freizeit opfern.“

Doris Eisenmenger, stellv. Bezirksbürgermeisterin, findet „das Schützenfest in Verbindung mit dem verkaufsoffenen Sonntag eine glückliche Entscheidung. Da treffen sich Alt und Jung für Gespräche.“

Michael Empacher wendet Riesenkrakauer, Nackensteaks, Bauernfrikadellen und mehr. Er strahlt: „Glück mit dem Wetter.“

Frische Kartöffelkes? Nö, heute hat Wolfgang Dotten, Markt-Obmann, frei. Kommentar zum Fest? „Sehr bescheiden für Frohnhausen. Sehr enttäuschend.“ Seine Frau Uschi beipflichtend: „Geschäftsleute bemühen sich, aber die Bevölkerung zieht nicht mit.“

„Für Kinder fehlen Stände. Wo sind denn hier Aktionen?“ bemängelt nicht nur Vanessa Keller. Die acht-jährige Nela vermisst „Karussells, Hüpfburg“; Alina, 11, ergänzt, „kein Schminkstand!“

Tja, und die Großen? Sascha Keller mit Mike Hrabanek wie aus einem Mund: „Hier fehlen Getränkestände, für Erwachsene wie für Kinder.“

Wie klappt’s denn in den Geschäften? Malik Pullen, Goldcenter Frohnhausen, kritisiert: „Die Leute drehen ihre Runde. Mehr nicht. Der offene Sonntag lohnt sich eigentlich nicht. Lediglich vor Weihnachten, dann aber am Monatsanfang.“

„Glück hatten wir mit dem Wetter. Deshalb wurden unsere Angebote und die Bowle gut angenommen“, so Waltraud Schöne, Goldschmiede Schöne.
Fetzige Musik bei Morina, Hair – Dreams – Studio. Maria Falsone freut sich: „Läuft gut, nette Kunden – jung bis älter…“

Ingrid Walterschen, Bürobedarf, schüttelt den Kopf: „Sechs verkaufsoffene Sonntage in Essen an einem Tag sind zu viel!“

Jubiläum 80 Jahre bei Mode Engels. Werner Engels zeigt sich zufrieden, bemängelt aber ebenfalls die Veranstaltungsvielzahl an einem Tag in Essen. „Das bringt große Probleme. Die Politik legt die offenen Sonntage fest. Sind es zu viel, wird es für den einzelnen Stadtteil schwierig, zumal am Montagsletzten.“

16 Uhr: EP: Weiß, Inhaber Norbert Weiss, zeigt aus dem Schaufenster. „Ein Blick genügt.“ Auf dem Gervinusplatz, den Straßen, herrscht gähnende Leere.
Volle Bestätigung von Ursula und Erich Grafflage, „Schöne Dinge“, Mülheimer Straße: „Wir sind das einzige Geschäft, das hier geöffnet hat. Der Besuch ist minimal.“
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Sabine Hegemann aus Essen-Steele | 30.05.2016 | 23:11  
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