Toleranz hat Vorfahrt

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Auch beim Flomarkt hatten Groß und Klein viel Spass. (Foto: "fotos: michael gohl / west anzeiger essen")
 
Der Kickerkasten scheint eine lohnenswerte Investition zu sein: Große Duelle werden dort ausgefochten. (Foto: fotos: michael gohl / west anzeiger essen)
Bei mehr als perfektem Wetter sind am vergangenen Sonntag wieder zahlreiche Bürgerinnen und Bürger rund um die Apostelkirche in Frohnhausen zusammengekommen, um das alljährliche Gemeinde- und Bürgerfest zu begehen.
Unter dem Motto „Ein Fest für Toleranz-Nehmt einander an!“ trafen sich Menschen verschiedener Länder, um zusammen den Tag zu genießen.
„Das Motto haben wir erstmals vor zwei Jahren zum 100. Geburtstag der Apostelkirche gewählt“, so Pfarrer Werner Sonnenberg. „Der zweite Teil ist das Motto der evangelischen Kirche in diesem Jahr. Wir finden, dass diese Aussagen immer aktuell sind und gerade jetzt mehr als hervorstechen sollten. Wenn man mitbekommt, wie viele Flüchtlinge schon ums Leben gekommen sind und dass dann denen, die es hierher schaffen noch Gewalt entgegenschlägt, ist das in meinen Augen eine absolute Schande.“
Begonnen hat das Fest mit einem Familiengottesdienst um 10:45 Uhr. Darin wurde die Botschaft nochmals herausgehoben, indem jedem Buchstaben des Wortes „Toleranz“ ein eigenes Wort zugeteilt wurde. „T“ etwa stand für Taten, die geschehen müssen, um Toleranz zu verbreiten, „O“ stand für Offenheit und „R“ für Respekt untereinander.
Nach dem Gottesdienst fand auch wieder die traditionelle Turmbesteigung mit Robert Welzel statt. „Man muss sagen, dass man, wenn man das Ziel hoch oben erreicht hat, einen wunderbaren Ausblick über den gesamten Stadtteil hat. Da sieht man nicht nur die Dächer der Stadt, sondern auch viele Garten- und Grünanlagen“, so Uwe Roth, zuständig für den Kulturbereich des Aposteljugendhauses. Ab 13 Uhr gab es auch ein offenes Singen in der Apostel-Notkirche und um 14 Uhr war die Studio-Bühne Essen mit ihrem Theaterstück „Noah und der große Regen“ vertreten. Heiß her ging es im Anschluss in der Apostelkirche, wo Lydia Kellermanns „Apo Girls“ mit heißen Liedern die Kirche zum Beben brachten. Aber dem noch nicht genug, denn danach ging es mit der Jugendband „Main Exit“ weiter, die mit eigenen rock-pop Stücken ebenso aufregend waren wie die Ladies. „Die Band gibt es schon relativ lange. Angefangen haben die Mitglieder so im Alter von 14 Jahren. Mittlerweile sind sie am Studieren, aber noch immer treten sie regelmäßig auf, was uns natürlich sehr freut“, ergänzt Roth.
Den Programmabschluss bildete dann um 17 Uhr der Film des Theaterstückes „Howlin' Horst meets Charles Bukowski“.
Neben dem abwechslungsreichen Programm präsentierten sich auf dem Kirchvorplatz verschiedene Stände aus dem Stadtteil. Wie zum Beispiel der Eine-Welt-Laden, welcher eine Auswahl von fair gehandelten Produkten, wie Kaffee, Tee, Schokolade oder Honig, zum Kauf anbot oder das Seniorenzentrum Frohnhausen. Auch vertreten war die Diakonie, wo man sich den Blutzuckerspiegel und den Blutdruck bei Arnd Kemper messen lassen konnte. Für die Kleinen war ein Schminkstand, eine Hüpfburg und ein Kickerkasten vorbereitet. Sehr freuten sich die Kinder auch über die Clownin „Christa“, die je nach Wunsch aus Luftballons Hunde, Katzen, Kronen, Schwerter oder Blumen drehte.
„Dass ich heute auch dabei sein kann, freut mich sehr“, meint Renate Roswodowsky. „Wer möchte, kann eine meiner selbst genähten Taschen kaufen, die ich aus Recyclingstoffen herstelle. Der gesamte Erlös geht dabei an Flüchtlinge.“
Natürlich hat es auch an Kulinarischem nicht gemangelt. Dank der vielen Spenden und ehrenamtlichen Helfer konnte den Gästen ein großes Kuchen- und Salatbuffet präsentiert werden: Neben Nudelsalaten, Schicht-, Tunfisch-, Gurken- und Couscoussalat gab es auch einen Waffelstand und eine mit Reibekuchen. Belegte Brötchen und Grillwürstchen aller Art wurden ebenfalls an den Mann und die Frau gebracht.
„Der gesamte Erlös des Gemeinde- und Bürgerfestes kommt der Flüchtlingsarbeit der Gemeinde zugute. Auch zieht bei uns im Apostelhaus demnächst eine fünfköpfige syrische Flüchtlingsfamilie ein, die wir so gut wir können unterstützen werden“, so Pfarrer Sonnenberg.
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