Tote Bärendelle - auferstanden!

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Verhandlungsergebnis für Bärendelle erzielt! Das Gebäude der ehemaligen Bärendelle soll eine Nutzung erhalten. v. l.: Stefan Schwarz, Leiter des Amtes für Stadterneuerung u. Bodenmanagement; Klaus Persch, Bezirksbürgermeister; Hans-Jürgen Best, Geschäftsbereichvorstand Planen; Reinhard Fleurkens, Geschäftsführer der Cepheus GmbH, stellv. Vorsitzender des Vorstandes Stiftung "Mein Wohnen"; Iris Wagner, Amt für Stadteneuerung u. Bodenmanagement. Foto: Elke Brochhagen
 
Fotos: Schattberg
Künftiger Hausbesitzer ist keine Heuschrecke – Bagger rollen im Sommer an!

Puh, das Aufatmen bei der Pressekonferenz ist deutlich zu hören. Plötzlich läuft alles schnell, ratz fatz. Es geht um die denkmalgeschützte Bärendelle, seit Mitte 2011 gähnend leer und dicht. Im März 2014 sprach der West Anzeiger mit Reinhard Fleurkens, Management Cepheus; Vorstand der „Stiftung Mein Wohnen“ über seine Bärendelle-Pläne. Die klangen in Dur. Dann Stille. Umso größer jetzt die Freude nicht nur bei der Stadt Essen…

Blick auf die Uhr: 14.10 Uhr. Hans-Jürgen Best, Stadtdirektor, macht’s spannend. „Wir warten auf den zukünftigen Hausbesitzer…“ Eine Minute später, steht er in der Tür. „Was lange währt, wird endlich gut“, frohlockt Best. „Nach zig Verhandlungen ist insgesamt ein absolut gutes Bärendelle-Ergebnis da. Vorzeigbar. Ich glaube, dass wir vieles richtig gemacht haben.“

Das hört sich wirklich verlockend an, was Stefan Schwarz, Leiter des Amtes für Stadterneuerung und Bodenmanagement, anhand der Pläne aufzählt. „Gemeinsam – Stadt Essen mit der Stiftung „Mein Wohnen“ gelang es, für das imposante Gebäude Bärendelle eine künftige Nutzung zu erzielen.“

Wie Perlen auf der Kette reihen sich Fakten an. Circa 51 Wohnungen entstehen mit unterschiedlichen Größen auf 3600 qm Wohnfläche. Sahnehäubchen: Größere Räumlichkeiten im Erdgeschoss des Gebäudes mit 500 Quadratmetern für soziale oder kulturelle Zwecke werden kostenfrei hergerichtet. Betriebs-und Nebenkosten zahlt der Nutzer. Allerdings muss die tatsächliche Nutzung dieser Flächen mit der vorgesehen Wohnnutzung verträglich sein.

Macher Fleurkens verspricht; „Die Bürgerinitiative wird von uns schriftlich informiert, um auszuloten, wie man das gemeinsam übereinander bringt.“
„Die Bärendelle-Schokoladenseite“, schmunzelt er, „bekommt innenliegende Loggien. Dafür werden Fenster rausgenommen.“ Eine Art Balustrade lockt mit Luft, Sonne. Balkone auf Stelzen, Stahlträgern an der Hinterfront. Zwei Fahrstühle verbinden die verschiedenen Geschosse. „Das Dachgeschoss wird noch nicht angepackt.“

Wie hoch ist der Mietpreis? Wohnungen entstehen für Singles aber auch für größere Familien, bis circa 105 Quadratmeter. „Wir machen keine Luxuswohnungen, 6.50 – 8.00 Euro/Quadratmeter. Nach Abstimmungen mit der Stadt rechnen wir mit 15 Monaten Bauzeit, Beginn Mai/Juni. Fertigstellung Herbst 2016. Es gibt aber immer Überraschungen…“

Übrigens, Cepheus, Sitz Wachtendonk, kennt die Ecke aus dem Effeff: Ist Eigentümerin der umliegenden 200 Wohnungen am Karee Burckhardt-/Dahn-/, Kerckhoffstraße.

Gerangel um Parkplätze? Die Lösung lautet: 60 Stellplätze mit Überdachung; quasi tiefer gelegt. „In einer Delle, passend zur Bärendelle“, reimt Best. Die Container verschwinden. Die Zufahrt soll von der Kerckhoffstraße erfolgen, die hierfür noch entsprechend angepasst wird. Die Verkehrsinsel kommt weg.

Warum die lange Stille vom Investor? „Die Bärendelle ist eine Riesenkiste“, so Best. „Da muss man mit ganz vielen Möglichkeiten spielen. Aber ohne Balkon, Loggia läuft heutzutage nichts mehr. Wer kriegt wann wie viel Sonne? Aus Sicht von 51 Kunden ist viel zu überdenken.“ Der neue Hausherr führt weiter an: „Brandschutz ist ein Riesenthema, Denkmalschutz. Auch technische Dinge. Eine große Herausforderung sind die unterschiedlichen Decken aus Beton, Holz, Stahl.“

Die „Bärendelle“ wandert jetzt noch durch den Ausschuss, den Rat, dann wird die Bauerlaubnis erteilt… Intern heißt es aber: Der Rat muss nur noch „Nicken“.

Mit wie viel Euro verabschiedete sich die Stadt von der Bärendelle? Schweigen. Egal, besser als verschimmeln. Baukosten für das Bärendelle-Schlösschen mit Park, Spiel-, Bolzplatz? Voraussichtlich sieben Mio. Euro“, so Fleurkens. Jedenfalls eine brillante Aufwertung für Frohnhausen, den größten Essener Stadtteil.

Einer der wohl am meisten strahlt ist Klaus Persch, Bezirksbürgermeister. Er verrät, dass er oft den Oberbürgermeister, Reinhard Pass, mit der Bärendelle „quälte“. Seine Antwort: „Junge, bleib ruhig, da finden wir was.“

Stimmen zur Bärendelle
Klaus Persch, Bezirksbürgermeister: „Mein erster Gedanke war: Erst mal Luft schnappen. Viele Gedanken schossen mir durch den Kopf, was in den letzten Jahren mit der Bärendelle passierte; dass wir uns jetzt mit dem Gebäude auf der Zielgeraden befinden. Wichtig ist, dass bei der Planung Wünsche aus Frohnhausen, aus der Bezirksvertretung, aber auch von der Bürgerinitiative berücksichtigt werden; allerdings vernünftige. Der Stadtteil wird jedenfalls aufgewertet durch diese Baumaßnahme.“

Jutta Pentoch, Ratsfrau:"Für mich erfüllt sich ein Wunschtraum – in diesem schönen, alten Gebäude ein gutes kulturelles Zentrum zu erleben; nicht nur, dass es umgebaut wird sondern auch von Bürgern genutzt werden kann, dass man sich trifft, austauscht."

ZUM VORMERKEN
11.3., 16.30 Uhr, Freytagstraße, 3. Etage: Treffen mit Reinhard Fleurkens, Geschäftsführer der Cepheus GmbH - stellv. Vorsitzender des Vorstands Stiftung "Mein Wohnen; Stefan Schwarz, Leiter des Amtes für Stadterneuerung und Bodenmanagement; Klaus Persch, Bezirksbürgermeister; Bürgerinitiative.

Blick ins Innere

Einen Blick ins Innere der Bärendelle können Sie in diesem Beitrag werfen.
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5 Kommentare
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Hermann Schmidt aus Essen-West | 19.02.2015 | 21:28  
Frank Blum aus Essen-West | 20.02.2015 | 13:34  
6
Hans Dampf aus Essen-Kettwig | 21.02.2015 | 10:57  
16
Doris Eisenmenger aus Essen-West | 23.02.2015 | 12:29  
98
Susanne Zander aus Essen-West | 01.03.2015 | 21:39  
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