Trio rettet Niederfeldsee!

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Zahlensprache! In Essen plant die Emschergenossenschaft im Rahmen des Emscher-Umbaus Investitionen in Höhe von insgesamt 615 Mio. Euro. Davon wurden bislang rund 223 Mio. Euro eingebracht. Von insgesamt 45 Kilometern an neuen Abwasserkanälen in Essen wurden bereits 19 Kilometer fertig gestellt, von insgesamt 35 Kilometern an Gewässerläufen wurden bereits in Essen 6 Kilometer renaturiert. Fotos: Schattberg
 
Die SchülerInnen symbolisieren den Weg der Wassertropfen durch blaue Bälle, die von Hand zu Hand gereicht werden - von der Hüttmannschule bis zum Niederfeldsee - hier mit Simone Raskob (v. re.), Dr. Emanuel Grün, Techn. Vorstand Emschergenossenschaft, Barbara Linden - Rektorin Hüttmannschule.
Hand in Hand-Arbeit mit Regenwasser: Stadt, Emschergenossenschaft, Hüttmannschule!

Klimaveränderung - Sturzregenfälle, brütende Hitze, Orkane! Längst vor ELA befasste sich die Emschergenossenschaft mit dem Thema - in Zusammenarbeit mit Stadt und Hüttmannschule, Essen-Altendorf. So wäre der Niederfeldsee, Essen-Altendorf, vielleicht längst eine dröge Fläche, gäbe es nicht das wasserfeste Dreier-Team. Jetzt prasselt „das Wasserzeichen“ auf Stadt, Schule von der Emschergenossenschaft.

Strahlen bei Barbara Linden, Rektorin und Simone Raskob, Umweltdezernentin, bei der Übergabe „Wasserzeichen“ durch Dr. Emanuel Grün, Emscher Genossenschaft. Seit 2008 geht beispielhaft die Hüttmann-Grundschule mit Regenwasser um. Willkommener Anlass der Rektorin, mit Schülern über die Wichtigkeit eines intakten Wasserkreislaufes zu sprechen. „Wie Hüttmannschule, Niederfeldsee und der nachhaltige Umgang mit dem Regenwasser zusammenhängen. In der Realität sorgt ein unterirdisches Kanalsystem dafür, dass Regenwasser, das von Dach- und Hofflächen der Schule gewonnen wird, ohne Verluste dem See zugeführt wird.“

Dr. Emanuel Grün fächert auf: „Die Grundschule entwässerte bisher sämtliches Regenwasser an die angrenzende öffentliche Mischkanalisation. Das Regenwasser der Sporthalle und des Schulhofs wurde zwar schon getrennt vom Schmutzwasser gesammelt, aber im Straßenkanal wieder mit Schmutzwasser vermischt. Von den insgesamt 9000 m2 befestigter Dach- und Schulhofflächen kamen so im Laufe eines Jahres über sechs Millionen Liter Regenwasser zusammen, die dem Wasserkreislauf entzogen wurden. Um dieses Regenwasser für die Natur zurückzugewinnen, gab es 2008 die Untersuchungen für ein Regenwasserprojekt. Die Versickerung des Wassers auf dem Schulgelände war aber schlecht, wegen rarer Grünflächen...

Himmlisches Glück, als 2012 der Niederfeldsee gebaut wurde. Klar, gefüllt mit Wasser. Aber das verdunstet. Nachfüllen - sonst würde der See austrocknen. Also zusätzliche Wasserquellen her.

2015 wurde also ein Kanal durch die Grieperstraße zum Niederfeldsee gebaut. Der ist zwar nicht zu sehen, aber seine Wirkung schlägt hohe Wellen – denn so bekommt der See Wassernachschub und die Hüttmannschule konnte trotz schlechter „Geburtswehen“ auf dem Schulgelände ihr Regenwasser abkoppeln. Doppeltes Glück. Mit Regenwasser der neuen Allbau-Wohnhäuser ist so die Wasserversorgung des Sees sicher. Dieses Regenwasser belastet außerdem nicht mehr Kanäle, Kläranlagen. Für die Maßnahme gab es Fördermittel des Landes im Rahmen des Stadtumbau und der Emschergenossenschaft im Rahmen der Zukunftsvereinbarung Regenwaser“.

Die Emschergenossenschaft ist emsig. Regenwasserprojekte sind an verschiedenen Essener Stellen umgesetzt, auch an Schulen, Sportanlagen. Regenwasserwege fließen u. a. an der Sportanlage Raumerstraße, Grundschule Gerschede oder am Gymnasium Nordost. „Auch im Krupp-Park sowie im Universitäts-Park“, so die Umweltdezernentin.

Claudia Köllner, Wasserwirtschaft Essen bestätigt: „Wir sind sehr interessiert, dass Regenwasser nicht in Kanäle verschwindet, sondern wieder dem Naturhaushalt zugeführt wird; dass der Wasserkreislauf gut funktioniert. Ein schöner Umgang mit natürlichen Ressourcen.“

Umsonst gibt’s nix. Aber die Stadt ist arm. Von 500000 Euro muss Essen 20-40 % erbringen. Den Rest blättert die Emschergenossenschaft hin.

Tja, und der Titel „Grüne Hauptstadt Europas 2017 wurde der Stadt Essen u. a. als „Preis für eine konsequente umweltgerechte Stadtentwicklung und integrale Wasserwirtschaft verliehen. Besonders das Ziel der Zukunftsvereinbarung Regenwasser beeindruckte dabei die Jury", bestätigt Simone Raskop.

Fakt: Zahlreiche Unternehmen luchsen bei der Stadt Essen, von der Emschergenossenschaft, ab. Sie haben das wirtschaftliche Potential einer geänderten Regenwasserbewirtschaftung als Highlight erkannt, entsprechende Maßnahmen umgesetzt. Unterm Strich: Beachtliche Einsparungen bei Abwassergebühren!
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1 Kommentar
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Sabine Hegemann aus Essen-Steele | 26.10.2016 | 13:02  
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